Ein PR-Blick von außen rät zu einem „Kirchen-Relaunch“

„Glaube gibt Halt“ hat die Agentur Como mit der Diözese entwickelt. Sabine Schimböck und Gerold Öller haben sich für die Pastoralkonferenz Linz-Mitte Zeit genommen und „Impulse aus Sicht einer PR- und Werbeagentur“ geliefert.  Nachdenklichkeit und ein Blick auf die Chancen waren die Folge der intensiven Auseinandersetzung.

Kirche als Marke sehen

„Kirche ist eine Marke, die Werte und Vorstellungen vertritt, die für Menschen relevant sind und darüber sollte mehr kommuniziert werden“, war gleich die Anfangsbehauptung von Geschäftsführer Öller, um gleich das Grundproblem anzusprechen: „Die Kirche beschäftigt sich zu viel mit sich selber! Nicht die Leute laufen der Kirche davon, sondern eher die Kirche den Leuten. Angebote kommen deshalb zu wenig hinüber“. Die Account-Managerin Schimböck ermutigt die SeelsorgerInnen: „Immer wieder zu den Leute gehen und von den konkreten Angeboten reden ist heute ganz entscheidend.“ Die Kirche wird als Lebensbegleiterin in schönen und schwierigen Lebenssituationen  wie Taufe, Hochzeit, Sterben und Notsituationen gesehen. Diese Anlässe müssen daher gut und professionell begleitet werden.

Meinungsverschiedenheiten und Reformstau verstellen den Blick

Meinungsverschiedenheiten über Werte, Vorstellungen und die Kirche selber verstellen den Blick für Kirchenmitglieder und Interessierte. „Was muss zuerst intern geklärt werden und was soll hinaus“, ist die Kernfrage. Die Basis ist aber eine transparente Kommunikation sowohl nach innen als auch nach außen.  Bevor es nicht gelingt, die Hauptprobleme intern zu lösen, wird jedes Tun nach außen davon überlagert. Öller: „Die Kirche ist gerade dabei, sich zu häuten. Sie muss ihre Haltung zu Zölibat, Sexualität, Frau in der Kirche und Wiederverheiratete neu hervorbringen und an heute anpassen.“ Gerade die TeilnehmerInnen an diesem Gespräch waren sich einig, dass zur Marke Kirche ein faires und geschwisterliches Austragen von Konflikten wesentlich dazugehört. Gerade diese Gesprächs- und Hinhör-Kultur sind heute gefragt.

Im Wettbewerb der Wahrnehmung muss ein „Church-Relaunch“ kommen

Der Mensch ist ein nutzenorientiertes Wesen und fragt immer: Was habe ich davon? Welcher Nutzen oder welche Lösung ist damit verbunden! Mit dieser Haltung ist positiv umzugehen. „Gerade die Sprache ist alt, unverständlich und zu viel im MUSS. Es braucht mehr chancenorientierte Kommunikation, ein positives Sprechen von Angeboten und vor allem den Sinn dahinter. Als Beispiel nennen sie die Ehevorbereitungskurse, die jetzt mehr als Verpflichtung kommuniziert werden und zu selten als Chance. „Worte sind zu abstrakt und sagen den Menschen heute nichts mehr. Was ist Anbetung, Beichte?“, fragen die beiden Kommunikationsexperten von außen und wissen aus persönlichen Gesprächen, dass die Menschen mit diesen Floskeln nichts mehr anfangen können.  Nicht Kirche oder Pfarre ist das Thema, sondern Glaube, Angebote und der Nutzen für den einzelnen. Sich den Menschen zuwenden und eine Sprache sprechen oder wieder lernen, die die Menschen sprechen. „Weil wir heute im Wettbewerb der Wahrnehmungen
(tägl. 8.000 Botschaften) stehen, braucht es Formulierungen, „die überraschen und das Wesentliche treffen“. Sie sollen von einer Begeisterung und Freiheit kommen, die andere anstecken kann. Deshalb sind sich viel im Klaren: „Es
braucht Adaptierungen, einen „Church-Relaunch“.

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