What’s going on in your life? Besuch bei zwei Freikirchen

In aller Frühe huscht an mir ein junger Mann im Garten vorbei. Der Spruch am Rücken spricht mich an: small farmer – big chance! Ich wollte noch ein Foto machen. Er war schneller. In jedem Fall bin ich auch überzeugt, dass gerade in der Landwirtschaft ein anderes Paradigma kommen wird. Nicht je gößer, sondern klein kann viel. Urban Gardening werde ich auch hier aufsuchen. Es gibt sie, die Hinterhöfe, „die für die Selbstversorgung genutzt werden.“

Eine Stunde Predigt

Ich nehme mir für den heutigen Kirchenbesuch zwei „Freikirchen“ vor. Ich beginne bei den „Vicotry Fellower“ und wechsle dann in die „First Pentecostal Church“. Soweit vorweg: Die Plätze sind zu 20 % „besetzt“.  So kann man das nicht sagen, weil die GottesdienstzteilnehmerInnen die meiste Zeit stehen, klatschen, die Hände heben zum Lobpreis.  Es ist ungewohnt, dass mehr als eine halbe Stunde eine Band und ein Chor mit religiösen Popsongs die Menschen „aufwärmt“. Zeugnis aus den Gottesdienstbesuchern und das Hereinnehmen von Gemeindemitgliedern und ihrer Sorgen brühren mich. Jesus, touch the body of…! Dann eine Predigt von mehr als einer Stunde, die mich eher an Propaganda als Frohbotschaft erinnert.  Wir sind alle Sünder, die Feinde Gottes müssen bekämpft werden, lauter Räuber und Verbrecher gestalten die Welt, die Protestierenden bekommen Zuspruch, so viele Menschen sind in der Welt „for nothing“,  so viel Arbeit „is for nothing“, unser Konsum ist Zerstrung. Die Lösung: Jesus had died for us, for you and me! Gott hat aus der Gefangenschaft geführt und dazwischen immer wieder: We praise you, Lord!

Mein Resümee

Ohne irgendwie den Eindruck zu erwecken, dass das eine theologische Reflexion ist:
Die Leute lassen sich mitreißen vom anstachelnden Singen und Beten.
Das Absammeln für die „homeless“ und für die Gemeinde ist zentraler Ritus und jede/r geht dabei nach vorne.
Im Raum liegt Freiheit, einige gehen einfach herum, stehen, sitzen, klatschen und reden laut dazwischen (zustimmend).
Es gibt keine sakramentalen Zeichen außer die goldene Schale für die Spenden.
Videowand ist das zentrale Instrument mit professioneller Handhabung (Texte, Filmsequenzen).
Das Schema gut-schlecht, Sünder-Geretteter spielt eine entscheidende Rolle. Mir fällt der Film „Wie im Himmel ein“: Ihr habt die Sünde erfunden, damit ihr sie uns vergeben könnt.
In beiden Kirchen werde ich mehrmals mit Handschlag begrüßt. Sie gehen auf Neue besonders zu.
Mir fehlen die meditativen Momente und der Glaube: Gott ist schon unter uns – bevor wir ihn herunter oder herbeisingen müssen.

Das Rundherum

Das Wetter ist „chilly“, aber sonnig. Im India House ist eine unkomplizierte und kommunizierende Atmosphäre. Scharfes Essen („dirty rice“) hat meine Haut „zum Ausschlagen“ gebracht. New Orleans ist teuer – sagen die anderen und ich denke das auch manchmal. Sprachlich werde ich immer fitter.  Gut, dass das Skypen mit Gerlinde wieder funktioniert. Ab morgen geht es in die Projekte.

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