Häuser werden einfach verschoben

Eigentlich wollte ich zu einer Hochzeit in die St. Joseph-Church gehen. Gestern kam ich vorbei und es war gerade „Probe“. Fünfzehn  Zubrautpaare waren im Altarraum und standen um das Brautpaar herum. Das wollte ich live miterleben. Aber: The Church is closed. I want to pray – war nicht ausreichend und so habe ich mich auf den Weg zu Superdome gemacht.

Ein ganzes Schulgebäude wird verschoben

Mein Weg führt mich vorbei an einer ganz großen Baulandfläche. Ich betrete sie verbotenerweise und nähere mich dem großen Gebäude in der Mitte. Der Bauleiter „geht mir schon entgegen“.  „I am form Austria“, war die Begrüßung und  er erklärt mir, was hier vor sich geht. Dieses Gebäude wird jetzt auf Räder gestellt und dann etwa 2 km transportiert . Im Hingehen ist mir schon ein relativ altes Einfamilienhaus aufgefallen, das nach einem Transport einfach abgestellt wurde.

Superdome stand im Wasser

Ich erinnere mich noch ganz genau an die Bilder mit den vielen Menschen im Superdome und das Wasser rundherum. Es ist ein riesiges Stadion, in den 70-er-Jahren erbaut. Heute ist es außen saniert und hat eine „goldene“ Hülle. Ich gehe rundherum und es ist ein weiter Weg. Immer schaue ich auf die Hochhäuser rundherum. Ich möchte auf dieses Bauwerk von ober herabschauen. Eines der Hochhäuser ist ein Hotel. Eine tschechische Portierin erklärt mir ausnahmsweise den Weg in das Fitness-Studio im 32. Stockwerk. Ein phantastischer Überblick. Lange meditiere ich diesen Blick auf die weit und flach ausgewalkte Stadt. Wo sind die Berge? Nirgends. Der Mississippi schlängelt sich in seinem über Jahrtausende angelegten Delta dahin. Seit 1717 hat sich hier der Mensch in der „urbanen Lebensform“ dazugesellt. Ich sehe jetzt: Wer so nahe am Wasser ist, „muss“ mit nassen Füssen rechnen.

50.000 Häuser unbewohnt
Von verschiedenen Seiten habe ich diese Zahl nun gehört. New Orleans hat 340.000 Einwohner, etwa um 160.000 weniger als vor Katrina. 50.000 Häuser sind noch unbewohnt bzw. warten auf einen Käufer bzw. werden vermietet. Bei meinem Durchgehen durch Mid-City bilde ich mir selbst ein Urteil und denke: Diese Häuser sind einfach kaputt. Sie können meiner Ansicht nach nur abgerissen werden. Nachdem aber bei Katrina auch die Aufzeichnungen der Stadt verloren gingen, ist bei vielen Parzellen und Häusern noch immer nicht klar, wem sie tatsächlich gehören. In jedem Fall sind solche Stadtteile nicht gerade attraktiv. Abreißen und freie Flächen wären ansprechender als die Ruinen. Beklemmend.

Ein Buch, das „VERÄNDERT!“

Es ist windig und „chilly“ geworden. So verziehe ich mich in ein altes Kaffeehaus mit dem Buch von Christoph Chorherr „VERÄNDERT!“.  Zwei Kapitel habe ich schon im Herfliegen gelesen. Jetzt vollende ich es. Er beschreibt eine neue nachhaltige Gesellschaft, die er selbst schon in vielen kleineren Projekten in Wien initiiert und wesentlich mitgestaltet hat. Das ist das Wertvolle an diesem Buch, das die Veränderungen schon gelebt und gestaltet sind und nicht erst propagiert werden. Es geht um den Menschen und um alle Menschen auf dieser Welt, die ein Anrecht haben, „gut zu leben“. Es ist nicht der Umweltschutz, sondern die Gerechtigkeit.  Anregend und konkret geschrieben. Vor allem seine Gedanken zur Bildung sprechen mir aus der Seele und die Demaskierung des Götzen Auto. Lesenswert.

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