Wie soziale Lebewesen lebendig werden und (wieder) wachsen können

Wir wissen heute über die lebendig machenden Dynamiken von Organisationen, Betrieben, Vereinen, Bewegungen, Initiativen oder Communities. Meine Erfahrungen in den letzten zehn Jahren bestätigen sie. Es geht dabei nicht um die „lauten und künstlich erzeugten Attitüden auf dem Werbemarkt“, sondern um die kraftvollen und nachhaltigen inneren Prozesse und Vorgänge, die tiefen Dynamiken des Geistes, der Seele und ihre Bedürfnisse. Wirkliche Kraft kommt steigt von innen auf und geht nach außen über.

Mein DREIRAUMMODELL

Das DREIRAUMMODELL ist die  Konsequenz meiner Erfahrung, die ich in verschiedenen Bereichen gesammelt habe. Die Einzelteile waren immer darin hilfreich, Lebendigkeit, Zukunft und wesentliche Aspekte von „Gemeinschaften“ sichtbar zu machen und weiterzuentwickeln. Jetzt habe ich es in ein Ganzes zusammengefügt.

Das Modell ist wie eine 3D-Landkarte, die eine Standortbestimmung hinein in eine lebendige Zukunft ermöglicht. Es geht um Raum, Resonanzraum und Schwingungen. Die Erfahrung mit den Menschen zeigt uns: Menschen wollen „MITMACHEN“, leben in einem „SOZIALEN NETZ“ und wollen Dinge, Vorgänge, Prozesse, Aufgaben „VERSTEHEN“. So werden sie begeistert sagen: „Das ist Meins und Unseres.“

MITMACHEN

Durch diesen Raum betreten die meisten Menschen  ein neues  soziales Lebewesen. Wir haben beispielsweise in unserer Pfarre im Mühlviertel 90 Schlüssel für das Pfarrzentrum ausgegeben. 90 Personen können „barrierefrei und einfach tun, mittun“. Für ein lustvolles und oft ehrenamtliches Engagement sind Musik (Band, Chor, Konzerte), Bühne (Theater, Inszenierungen), Bewegung (Pilgern, Sport) und Soziale Aktion (lokal, global) die größten Motivationsfelder und -kräfte. Leute wollen sich einbringen, mithelfen, etwas auf die Füße stellen, sich engagieren. Deshalb haben beispielsweise Ordensschulen immer eine Bühne, Musikzimmer mit Instrumenten, einen Sportplatz und soziale Projekte. Schon immer. Wenn sich „Neue annähern“, sollten wir diese Fragen attraktiv beantworten können: Gibt es für Neue sinnvolle Tätigkeiten? Gibt es Freiraum für seine, ihre Fähigkeiten und ihr Lebenscharisma, ihre Fähigkeiten?

VERNETZEN

Jede Person hat ein individuelles und gemeinsames „Lebensnetz“ wie meine Familie, Freunde, Bekannte, ArbeitskollegInnen und HobbykollegInnen. Jede und jeder lebt in einem Netz von Beziehungen verschiedenster Art. Es sind meine Kontakte, die ich über Familie, Beruf, Freizeit, Pfarre, Facebook, Signal, Instagram oder Twitter habe. Darin werden Werte hochgehalten, gelebt, propagiert. Rituale im Alltag bzw zu besonderen Anlässen werden kraftvoll und sinnstiftend praktiziert. Zugehörigkeit und Solidarität wird geschaffen, ausgedrückt, gepflegt. Das Größte, was du einem Menschen geben kannst, ist Zugehörigkeit.  Jede Führungskraft hat genau dafür Sorge zu tragen.

VERSTEHEN

Diesen Raum beschreiten heißt, „eine Zwiebel schälen“. Jede Organisation hat ein WAS (Was tun die da?), ein WIE (Wie tun sie es?) und ganz innen ein WARUM WOZU (Why: Warum, wozu tun sie es?). Die Menschen heute hängen am WAS und vor allem am WIE. Dabei ist es entscheidend, dass das WARUM WOZU in heutiger Sprache und in ansprechenden Bildern anschlussfähig und kurz ausgedrückt oder – noch besser – erzählt werden kann. Heute gilt als Ausgangspunkt: Die Menschen wissen „von uns“ nichts. Diese Chance gilt es zu nützen.  Zuerst ganz tief hinhören, ganz Ohr werden, sich auf den Empfänger „einstellen“. Dann erst gilt es, unsere Geschichten, Vorhaben, Erlebnissen und Wertigkeiten zu erzählen. Haptisch und digital. So vermischen sich die Lebenswelten der Menschen mit den Lebensideen des jeweiligen „sozialen Lebewesens“ wie eine Firma, einen Verein, eine Community.

RÄUME achtsam DURCHGEHEN

So wird spürbar, wie eine Sache, eine Gruppe, eine Organisation wachsen kann und lebendig, verlebendigt wird. Es gilt, diese drei Räume immer wieder achtsam durch-zu-gehen. Wirklich mit der Geschwindigkeit des Gehens. Aber Achtung: Es beginnt alles mit mir, mit uns. Hier und jetzt. Es braucht immer die Bereitschaft für Neue, für Neues mit den Neuen. Es lohnt sich, diese drei Räume drei Tage, drei Halbtage oder jeweils mindestens drei Stunden in „Walks“, Workshops, erlebnisorientierten Seminaren und Einzelgesprächen „spürbar anzuschauen“. So werden die Wege in die Zukunft klarer.

Solche Prozesse zu begleiten, anzuleiten, zu coachen sehe ich als meine Aufgabe und meinen professionellen Dienst.