Der Borkenkäfer koaliert mit der Trockenheit

Meine gehende Morgenrunde führt mich normalerweise zuerst weit hinunter und dann wieder zurück herauf. Hätte ich die Schier angeschnallt, wäre die Abfahrt einfach toll, schön steil und der Sonne entgegen. So gehe ich per Pedes am Schilift vorbei hinunter bis „in den Graben“ (Haselgraben), vorbei an den Baumstümpfen der dort einmal gestandenen Bäume. Der Borkenkäfer hat die Motorsägen aktiviert.

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Den Weg in ein faires, ökologisch-soziales Gemeinwesen einschlagen

Es wird nicht einfach, sagen uns die Verantwortlichen. Wer soll das bezahlen, fragen sich die Menschen. Wann schütteln wir wieder Hände, pochen die Emotionen. Andere fürchten sich, wenn sie in die Nähe von Menschen kommen. Immer öfter trommeln Sehnsüchte: Lasst uns näher kommen. Der Kanzler hat die Hand an der Notbremse. Der Gesundheitsminister strahlt Vertrauen aus. Die Zeit der kritischen Reflexion muss schleunigst beginnen. Die Zukunft hat gestern begonnen.

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In ein versöhntes Leben gehen

Es ist ein goldener Spalt, der zwei Räume verbindet. Auf der einen Seite der spirituelle Raum der St. Anna Kirche und auf der anderen die Community-Räume des Pfarrzentrums. Durch den etwa einen Meter breiten Spalt fällt das durch die Messingplatten vergoldete Licht des Himmels hinunter in die Aufbahrung. Leben, Licht, Strahlen begegnet dem Sterben, dem Abschiednehmen, dem Vergänglichen. Die Emmausgeschichte und die „Versöhnung“ prägen den Zwischenraum.

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Ein Leben sucht das Leben

Es ist 5.25 Uhr. Das Festnetz läutet. Wenn dieses Läuten durch die Wohnung schallt, sei es zeitlich gelegen oder ungelegen, dann ist unsere 97-jährige Oma am anderen Ende. Seit mehr als einem Jahr ist sie im Seniorenheim, weil sich ihr Alleine-leben (wollen) nicht mehr ausgegangen ist. Sie ist wunderbar und liebevoll betreut. Und sie hatte immer viel Besuch. Sie hatte.

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Besser und Erster sein müssen

„Schließlich geht es in diesem Kampf gegen das Cornavirus nicht um ein Wettrennen, nicht darum, wer als Erster gehandelt hat und nun als Bester aus dem Schlamassel herauskommt. Was nottut in diesen Tagen ist europäische Solidarität, sind abgestimmte europäische Konzepte. Denn am Ende werden sich nur alle gemeinsam an die Aufräumarbeiten machen können.“

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Sich dem Nahen neu annähern

Habt ihr Lust auf ein Zoomerl? Das ist sehr ähnlich dem: Gehen wir auf einen Kaffee oder ein Seiterl? Leute vernetzen sich gerade auf den verschiedenen Video-Telefonie-Plattformen. Homeoffice braucht das fast zwingend. Ich mache das mit Signal und Zoom, weil es wirklich unspektakulär einfach ist, sich näher zu kommen. Zuerst ungewohnt. Dann wie gestern abends eineinhalb Stunden wunderbarer Austausch aus den verschiedensten Erfahrungen und Perspektiven. Die Ideen sprudeln. Was nehmen wir für die gesellschaftliche Neu-Konstruktion in die Zukunft hinein mit?

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Moralisch noch nicht berechtigt

Gestern hat der Jungvater und Finanzminister Gernot Blümel bei der Pressekonferenz eine besondere Redeweise aufgesetzt, um die Journalistenfrage nach dem Zeitpunkt der Lockerungen der Corona-Maßnahmen zu beantworten.  Für mich hat sie etwas von einer „therapeutischer Redeweise“ an sich. Oder wie wir sie auch im Coaching verwenden. Wenn ein Gespräch mit einem schweren Trinker auf das Why seines Trinkens kommt, dann fragen wir auch nicht: Warum trinkst du? Nein, wir stellen eine „moralische Instanz“ in das Gespräch und fragen beispielsweise: „Wer hat dir erlaubt, so viel zu trinken?“ Das löst ganz andere Gedankengänge aus und ermöglicht ein anderes Gespräch als die einfache Frage : Warum?

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Kauf das Gute und Wertvolle in deiner Nähe

Kauf Oberösterreich“ heißt die Aktion der OÖN. Gesichter werben für diese neue und ausgesprochene Nähe am heutigen Titelblatt. Wir gehen allerdings noch näher, seit Jahren, im Bergdorf. Das hängt ein wenig damit zusammen, dass ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin, wo schon immer direkt vermarktet wurde. „Eder-Speck“ oder „Eder-Wurst“ sind Ausdrücke, die über Jahre mit positiven Assoziationen verbunden sind, mit Beziehungen, Begegnungen und sogar Freundschaften. Und natürlich dem feinen Geschmack. Jetzt muss ich aufpassen, dass diese Zeilen nicht zu direkt werben. Aber wenn ich so nachdenke, dann will ich in die Nähe werben.  Auch für unseren Nahversorger und den Lamm-Bauern. Deshalb erzähle ich das hier.

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