Wir flüchten vor Menschen in Not

flashmobHeute, 11.50 Uhr. Wien. Vor dem Parlament. Ein Klavier und ca. 15 Musiker. Eine überschaubare Menschenmenge. Ein großes Transparent: „Gegen Unmenschlichkeit“ steht in großen Lettern drauf. Ich nehme mir die Zeit, meine Unterschrift auf www.gegen-unmenschlichkeit.at auch mit meiner Stimme zu verbinden. Flashmob ist angesagt als Ausdruck für unsere tiefe Sehnsucht nach Abbau von Mauern und Schikanen. Gulda intoniert. Die Musiker mischen sich dazu. Daniel Landau gibt den Einsatz. Die Europahymne erklingt. Der Lärm von den Autos am Ring ist weg. Musik ist in unserem Ohren und eine große gemeinsame Sehnsucht.

Ulrich Seidl schreibt, was ihn dazu bewogen hat, die Petition zu unterschreiben: „Wir Österreicher, wir sind Flüchtlinge. Wir flüchten vor unserem Mitgefühl, wir flüchten vor unserer Anständigkeit, wir flüchten vor unserer Zivilcourage. Wir Österreicher, wir sind Flüchtlinge. Wir flüchten vor den Menschen, die in Not geraten sind und Hilfe suchen. Menschen, die gestrandet sind, Menschen, die man Flüchtlinge nennt. Vor ihnen flüchten wir. Wir Österreicher, wir sind auf der Flucht. Wir flüchten vor der eigenen Menschlichkeit.“

Präsidentin Sr. Beatrix Mayrhofer kennt die Chancen der Vielfalt aus eigener Erfahrung am Schulzentrum Friesgasse: „Menschen, die an den Rand gedrängt werden, sind uns Ordensfrauen immer ein besonderes Anliegen. Wachsamkeit für die Bedürfnisse dieser Menschen gehört   zu unserem Auftrag aus dem Evangelium. Aus unserer konkreten Arbeit ist uns bewusst, dass die Situation der Flüchtlinge in Österreich verbessert werden muss.“

P. Erhard Rauch von den Männerorden benennt die Sachlage so: „Ich erlebe immer wieder engagierte und integrationswillige Flüchtlinge und Asylwerberinnen und Asylwerber. Durch die oft über Jahre latente Abschiebungsbedrohung können sie sich nicht entfalten und ihre persönlichen und beruflichen Kompetenzen einbringen. Da muss etwas geändert werden.“

Eine tiefe Sehnsucht hat heute ihren Chor gefunden.

Der Link zum über 100-köpfige Personenkomitee

Möglichkeit zum Unterschreiben

 

 

 

Nach der Komplet ist offline

Der Rubrik „wachgerüttelt“ in den neuen ON liegt immer eine Erfahrung, Beobachtung oder Spannung zugrunde. Da ich selber ein recht „intensiver“ Social Media Nutzer geworden bin, stellen sich dazu natürlich auch grundlegende Fragen. Gerade im Umfeld der Ordensgemeinschaften sind diese grundsätzlicherer Art. Es kommt nicht nur einmal vor, dass ich selber bis gegen Mitternacht „online“ bin. Andere tummeln sich ebenfalls immer (noch) im digitalen Gasthaus. Verbunden zu sein, zieht einfach an. Arbeiten in Ruhe auch. Abschalten und einfach da sein ist gar nicht (mehr) so einfach. Diese digitalen Netze gehen natürlich bis hinein in die Klosterzelle. Damit geht es Ordensleuten keinen Zentimeter anders als den „Weltlichen“, wie sich die Weltlichen interessanter Weise im Umfeld der Orden gerne bezeichnen. Wie steht das Geistliche und Weltliche zueinander, wenn es um die Anbindung an das Social Web geht? Das Smartphone ist doch zum „Herzschrittmacher“ der Alltagswelt geworden. Eine Beobachtung und einen Gedanken habe ich für die nächsten ON einmal so festgehalten: 

Das rechte Maß

„Recht zielgerichtet geht P. Bernhard Eckerstorfer bei der letzten Ordenswerkstatt zum Fenster und lässt Luft herein. „Als Lehrer weiß ich, wie wichtig Luft ist.“ Das erinnert mich an meine Coaching-Ausbildung vor 15 Jahren, wo die vier „Inputs zum kreativen Wohlbefinden“ benannt wurden: Licht, Luft, Wasser und Information. Seit dieser Zeit sorge ich für gutes Licht, öffne das Fenster für Sauerstoff, und der erste Gang beim Ankommen im Büro ist um einen Krug Wasser. Das ist schon gut ritualisiert. Das macht hellwach. Wo ich selber oft ins Schleudern komme, ist bei der Information. Welche Information lasse ich wann auf mich einprasseln? Mit meinem Smartphone ist praktisch alles 24 Stunden und fast überall möglich. Wie damit umgehen? Abschalten und bewusste Zeiten der Distanz zum digitalen Online-Dasein ist ganz sicher die Lösung. Das rechte Maß finden. Wie immer im Leben. In der Regel des hl. Benedikt heißt es: Nach der Komplet ist Schweigen. Hier kann man mit Hand dazuschreiben:  Nach der Komplet ist offline!“

Mystagogie des Social Web

Wie fragt ‏@dorianwinter gerade auf Twitter: „Ich würde mal gerne ein Barcamp machen zum Thema Mystagogie als Leitfaden kirchlicher Kommunikationsarbeit. Scheint mir bisher unangefaßt.“ Da habe ich dann geantwortet: „‏@fkaineder @dorianwinter @kilianmartin Das sehe ich als Ellipse von innen und außen. Das Innen ist oft vernachlässigt und deshalb meist Kreis um das Außen.“ Und wie man sieht, hat sich schon der Dritte in die Diskussion eingemischt.

Abschalten? Gar nicht so einfach.

Wer war und ist Franziskus? ORF-Beitrag

wasichglaubeEs ist schon ein Weilchen her, dass wir in Assisi waren. Das ORF-Team hat mich damals zur Person des hl. Franziskus gefragt. Dieser Mensch und Heilige ist mir bei meinem Fuß-Pilgern 2009 nach Assisi schon sehr ans Herz gewachsen. Besser: Es hat mich so geöffnet, dass diese Person einen dauerhaften Platz in meinem Herzen hat. Zu sehen hier.

Die Frage gilt allen Menschen: Was ich glaube?

Dumpfe Grundstimmung von oben?

Immer öfter lässt sich der Chefredakteur der OÖNachrichten zu einem  tiefsinnigen und weit ausholenden „Kommentar zur Lage des OÖBundeslandes“ hinreißen. „Nebelwerfen in der Politik“ liegt heute 14. Sept 2013 schon in aller Frühe am Frühstückstisch. Der Blick aus dem Fenster  bestätigt den Zustand: Nebel. Das weckt keine Lust zum Gehen, zur Bewegung in frischer Luft. Rückzug und bleiben, wo ich bin. Das dürfte auch das tiefe Interesse „der Politik“ sein.

Medien betrachten nur Eliten

MandlbauerMandlbauer analysiert den „Zustand“ (da steckt Stehen drinnen) mit der Perspektive und den Fokus „Elite-Politik“. Da gebe ich ihm recht, dass in diesem Machtkarrussel das zentrale Motiv „Macht halten oder Macht ausbauen“ ist. Es geht weniger um breite gesellschaftliche Prozesse, sondern um das eigene (Über)Leben. In diesem Kampf (engl struggle) kann es schon einmal gut sein, bestehende Machtverhältnisse zu kritisieren oder von einer anderen Seite zu betrachten. Wenn es dem eigenen Aufstieg nützt, sollte mach es in der Elite so machen. Das bringt einem weiter und lässt die anderen hinter uns. Beim Chefredakteur entsteht zu recht das Gefühl, dass es in diesem Zusammenhang viel Nebel bracht, damit niemand Einblick bekommt in das „Geschehen da oben“. Es hinterlässt eine dumpfe Grundstimmung, die in der Aussage mündet, dass wir unsere besseren Zeiten hinter uns haben. Das schürt Angst und Angst ist für die Macht-Eliten der beste Beton, dass alles so bleibt. In der Friedensbewegung heißt es im Blick auf die Weltpolitik, dass die PolitikerInnen die Schauspieler auf der Bühne der Waffenlobby sind. Das Drehbuch schreiben die Waffenhändler und Weltkonzerne. Auch das hinterlässt ein dumpfes Gefühl., weil die Medien fast ausschließlich genau dieses Theater beschreiben und höchstens Rollen-Rivalitäten und „schlecht  gespielt“ vergeben. Die Medien spielen hier mit und verbreiten das dumpfe Gefühl.

Ändert die Blickrichtung

Was Mandlbauer in diesem Zusammenhang helfen könnte, ist die 180° Drehung. Der Blick richtet sich dann nicht auf die Bühne der Elite und Lobbys, sondern auf das Publikum. Er wird entdecken, dass sie gar nicht mehr in Reihen sitzen und zuschauen, sondern längst miteinander reden oder gar aus dem Saal verschwunden sind. Viele Aufbruchsbewegungen zu nachhaltigem und neuem solidarischem Leben interessiert der dumpfe Nebel auf der Bühne nicht mehr. Sie wollen klare Sicht haben auf ihre Lebensgrundlagen. Sie betreiben gemeinsam einen Garten, sie nutzen gemeinsam das Auto, sie betreiben neue Schulen, sie scheren sich nicht um Rankings, sie wissen, dass noch viel mehr eigentlich ein weniger an Leben ist. Es gibt sehr viele solcher neuer Aufbrüche, die ein neues und einfaches Leben im Auge und im Herzen haben. Das sollten die Medien anschauen, beschreiben und in Austausch bringen. Seitenweise vernebeltes Theater animiert mich nicht zum Weiterlesen. Das Neue (nicht im parteipolitischen Sinn) bekommt zu wenig Platz und das alte Bewährte in der Einfachheit des Lebens (siehe Beispiel Ordensgemeinschaften) findet ganz spärlich Buchstaben und Pixel auf Zeitungspapier. Es würde dem Gemüt des Chefredakteurs und den OÖerInnen gut tun, wenn das neu aufbrechende einfache Leben in den Blick käme. Nebel würde sich lichten, weil wir einander direkt helfen können, das Leben zu gestalten. Das dumpfe Bauchgefühl würde schwinden, weil wir täglich die aufgehende Sonne sehen. Im Evangelium heißt es: Kehrt um. Ändert euren Blick. Macht Platz in der Zeitung für neue Lebensmodelle am Boden der Realität. Und lasst die Nebelwerfer im Nebel weiterspielen.

Der Schlüssel scheint von innen abgezogen

parolin„Zölibat ist kein Dogma“ titeln viel Zeitungen und Medien am heutigen Tag. Die kirchliche Reaktion auf Bischofsebene (Wien, St. Pölten, Eisenstadt)  heute ist in der Kathpress nachzulesen. Ich höre: Nichts Neues. Aus meiner Sicht habe viele der „Benedikt-Bischöfe“ noch immer nicht im Blick, was das Neue an diesem Pontifikat von Papst Franziskus und seiner ersten großen Ernennung Parolin als Staatssekretär ist. Bisher waren alle offenen Gespräche zur wirklichen ungeschminkt dargestellten Lage der Kirche in den Ländern und Kontinenten nicht erwünscht. Die Zölibatsfrage war verpönt. Siehe Schüller. Die Türen waren verschlossen und von innen haben sie den Schlüssel stecken lassen. Alle Aufsperrversuche, die von außen probiert wurden, haben sich im steckenden Schlüssel von innen erschöpft. Und jetzt. Schon Papst Franziskus selbst hält sich mehr vor der verschlossen Tür auf als dahinter. Und Pietro Parolin scheint jetzt endgültig den Schlüssel von innen abgezogen zu haben. Es darf und soll offen gesprochen werden. Was kein Dogma ist, kann und soll zum Wohle der Menschen und der Kirche angesprochen und hoffentlich verändert werden. Das ist neu. Da soll sich keiner der Bischöfe und Bischofsprecher hinstellen und den „Coolen“ geben. Nichts Neues.

Lange erwartet 

Persönlich kann ich mich noch sehr gut erinnern an die Stimmung damals 1975,  als ich als Getaufter („Laie“)  in Innsbruck das Theologiestudium begonnen habe: Die Aufhebung des Pflichtzölibats braucht der Papst nur noch unterschreiben. Als Pastoralassistent habe ich erlebt, dass diese Berufung im Endeffekt priesterlich ist. Theologisch war mir der Unterschied klar, aber praktisch habe ich das von den Leuten her so gespürt. Auch Bischof Aichern hat – wie ich schon oft erzählt habe – den damaligen Domkaplan Franz Wild und mich vor dem Linzer Dom mit „meine zwei Domkapläne“  angesprochen. Viele Zeichen haben auf eine Öffnung hingedeutet. Bischof Aichern hat diese Offenheit immer verteidigt und bis zum Schluss seiner Amtszeit nicht schließen lassen. In Rom hat man allerdings von innen fest zugesperrt und den Schlüssel gegen solche Diskussionen stecken lassen. Mit jedem päpstlichen Dokument wurde der Pflichtzölibat verteidigt und ein Bischof nach dem anderen musste öffentlich dafür Stellung nehmen. Man hatte fast den Eindruck, der Textbaustein wurde allen Bischöfen mit Nachdruck ans Herz gelegt. Das war auch so. In einem Interview wurde Bischof Schwarz auf das Priesteramt der Frau angesprochen. Ich wollte ihm – wie bis dahin üblich – raten, das Problem nach Rom zu legen in der Art: Das muss Rom entscheiden. Er selber hat mich forsch „aufgeklärt“, dass das auch Rom nicht ändern kann. Ich sage zu ihm: Herr Bischof, denken wir 500 Jahre weiter. Er ganz fest und bestimmt: Ein für alle Mal ist das geklärt.  Stille.

Zu spät dran?

Heute denke ich, dass sich für diese Fragen das Umfeld im Vatikan verändert. Was ein Bischof nur im Stand eines emeritierten Bischofs zu sagen wagte („Zölibat ist kein Dogma“), das höre ich gestern von oberster Stelle im Vatikan. Meine Hoffnung ist: Hoffentlich kommen diese Signale nicht zu spät. Ich denke an Südamerika, Afrika und andere Kontinente, wo freikirchliche organisierte Christen die katholischen Pfarren längst überflügelt haben. Ich denke an unsere Pfarren, die wie in Wien wegen des Priestermangels (und auch Christenmangels) zusammengelegt werden. Die katholische Kirche ganz oben hat vielleicht verstanden: Wir brauchen Menschen zu Menschen, Frauen und Männer. Wir brauchen den priesterlichen Dienst – ob verheiratet oder zölibatär. Aber vielleicht suchen junge Menschen bei uns in Österreich, Europa diese „Kirche“ gar nicht mehr.

 

Neue Wege in einem Buch zusammengefasst

IMG_4439„Neue Wege“ heißt das Buch von Welt der Frau, das „17 Pilger-Routen, die verändern“ präsentiert. Wer darin blättert, wird eine gute Einführung ins Thema Pilgern vorfinden.  Schon das Vorwort titelt: Schritt für Schritt ins Weite. Das kann ich nur unterschreiben, dass Pilgerschritte oder Schritte bei Weitgehen ins Weite führen. Enge ist nicht die Konsequenz des Gehens. Christine Haiden schreibt: „Pilgern ist mehr als Wandern und Spazierengehen. Beim Pilgern bekommt die Seele Raum. Nicht selten ist in den Berichten von Lebenswenden die Rede und von einer neuen Freiheit, die gesucht und im Gehen gefunden wurde.“

Kraftquelle Pilgern

In der Einleitung sind sieben gemeinsame Schritte angeführt. Pilgern und Gehen ist immer individuell. Und doch sind die sieben Punkte die Konstanten, die alle verbinden: Loslassen – Gehen – Erleben – Verändern – Ausdauern – Ankommen – Weiterleben. Dieser Tage bin ich mit einem PR-Spezialisten zusammengesessen und ich habe ihm meine Erfahrungen vom Gehen erzählt. Meine Erfahrung ist: „Das Leben kommt dir entgegen.“ Noch in fast jedem Telefonat kamen wir darauf zu sprechen. Er meint immer wieder, dass ihn der Gedanke und diese Erfahrung nicht mehr loslässt. Das Leben kommt uns entgegen und so wird das Pilgern und Gehen zur Kraftquelle. Schon die Beschreibung der ersten Route wird mit „Loslassen und sich den Strömungen des Lebens anvertrauen“ getitelt. Es war dieser Sommer, wo ich meinen Urlaub zur Gänze über die Osttiroler Berge und am Coast Path in Cornwall „vergangen“ habe, eine wirkliche Kraftquelle.

Großes Interesse für das Gehen und Pilgern

IMG_4440Im Buch wird geschildert, dass die Frauenzeitung Welt der Frau ihre Leserinnen und auch Leser gefragt hat, ob sie Lust hätten, sich ein paar Tage für Welt der Frau auf den Weg zu machen, haben sich „Hunderte“ gemeldet. Die Erfahrungen stammen von folgenden Routen: Donau-Alpen-Adria-Pilgerweg, Ruperti-Weg, Jakobsweg in OÖ, in Salzburg und im Weinviertel, Via Nova, Hemma-Weg, Pielachtaler Weg, Marienpilgerweg. Dann überschreiten die Pilger die Grenzen Österreichs: Kailash-Umrundung, Jesus Trail in Galiläa, St. Olavs-Weg, Irish Pilgrim Ways in Irland und schließlich meine Erfahrung auf der Via Porta am grünen Band von Waldsassen ins Kloster Volkenroda in Thüringen. Teile dieser Route werden wir von 12.- 20. Okt gehen. Die Fotos sind ungewöhnlich, weil es „Scan-Bilder“ sind, die von allen Geherinnen und Gehern vom Fotokünstler Kurt Hörbst gemacht wurden. Neugierig geworden? Wenn ja, dann einfach per Email an Welt der Frau bestellen.

Grün grillen im Bergdorf

Das Bergdorf Kirchschlag bei Linz hat schon einige Premieren erlebt. Die meisten dieser Premieren hatten mit Bühne, Musik und Theater zu tun. Ansonsten: Es ändert sich in der weiten Welt ohnehin so viel, dass das Bergdorf zum Hort der Kontinuität mutiert. No Surprise. Die Ereignisse und Events orientieren sich am Jahreslauf, noch häufig am kirchlichen Jahreskreis. Die Vereinsfunktionäre sind mit viel Eifer dabei, das bestehende Programm und die aktuellen Herausforderungen gut zu gestalten. Auch politisch hat man den Eindruck, dass mit akribischer Genauigkeit nach außen alles als offen dargestellt wird und hinten mit dem schwarzen Seil zusammengeschnürt bleibt. Vor den Wahlen kommt dann doch etwas Bewegung ins Spiel und es entsteht so etwas wie eine „politische Rangelei“. Von Duellen wie in der großen weiten Medienwelt ist das Bergdorf weit entfernt.

13,65 sind bisher nicht lokal organisiert

Wahl_2008_KirchschlagWer die Nationalratswahl 2008 genauer anschaut, wird feststellen, dass im Bergdorf drei lokal organisierte Parteien den zwei freien Bewegungen gegenüberstehen. VP (40,6%), SP (26,6%) und FP (12,7%) haben deklarierte lokale Politiker/innen in der Gemeindestube. Mit Anneliese Kitzmüller als  aktive Nationalräten hat die FP den größten Außenradius bis nach Wien. Ein mächtiger, nach innen gerichteter Aktionsradius umgibt die Medizinalrätin und praktische Ärztin vor Ort Gertraud Deim von der VP als Bürgermeisterin. Mit Adalbert Stifter habt auch sie ein Fenster zur weiten Welt. Wenn Wahlen anstehen, „erröten“ einige im Gemeinderat. Der SP-Klub erwacht zu Wahlaktivitäten. Das Bierkrügl hat zum Stammtisch gerufen. Diese drei Kräfte sind organisiert und deklariert.

Kommenden Sonntag dürfte wieder so etwas wie eine Premiere bevorstehen. BIO ist angesagt und BIO wurde lokal eingekauft. Ab 10 Uhr wird all das am Ortsplatz über den „heißen Griller gezogen“ oder „durch den Kühlschrank durchgereicht“. Eine Premiere in Kirchschlag: Die Grünen deklarieren und organisieren sich lokal. Wir werden sehen. Ich lese: Alle sind eingeladen. Interessierte und die mit einer „grünen Seele“.
Lässt einem diese Premiere kalt, kann jeder und jede die „doppelte Premiere beim Lottchen genießen“: DI 10. 10. um 18 Uhr!

12:1

„Niemand soll in einem Jahr weniger verdienen als der Topmanager in einem Monat.Die Abzocker nehmen sich immer mehr. Für alle anderen bleibt immer weniger. Mit der 1:12-Initiative ändern wir das gemeinsam.“ So steht es auf Facebook bei der Initiative, die ich mit einem „Gefällt mir“ bedacht habe.

4.2xy oder 1:7

SpruchSchon vor mehr als zwei Jahren habe ich  in einem Gespräch mit dem Glücksökonom B. Frey über die „rote Glückslinie beim Einkommen“ gesprochen. Es gibt einen Betrag, der in der Schweiz bei etwa 4.2xy EUR liegt. Ab diesem Betrag pro Monat steigt das Glück nicht im selber Verhältnis wie der Betrag. Das heißt, dass ein Mensch, der im Monat 8.4xy EUR verdient, nicht doppelt so glücklich ist. Ab dieser Grenze macht den Menschen nicht der Betrag selber, den er für (hoffentlich) sinnvolle Tätigkeit bekommt, glücklicher, sondern der Vergleich. Ja, der Vergleich. Wenn er erfährt, dass ein Nachbar in vergleichbarer Position  spürbar mehr verdient, dann treibt das die Unglückswolke über ihn her. Er wäre glücklich gewesen, hätte er diese Vergleichsinformation nicht gehabt. Frey erzählt von Milliardären, die sich unglücklich fühlen, weil ein anderer eine Milliarde mehr „verdient“.  Rankings in Wirtschaftjournalen werden von „Vielverdienern“ sehr gerne gelesen, um sich vergleichen zu können. Sie blättern Glück und Unglück. Sie leben also direkt an der „Unglücksquelle“ oder taumeln im Glück. Wenn das stimmt, was man von der Glücksforschung und dem „Verdienst“ weiß, dann ist sogar 1:12 zu weit „gespreizt“. Wer einmal hineingesehen hat in die „oberen Eliten“, wird auch gesehen haben, dass gerade dieser „Vergleich“ zufrieden oder unzufrieden macht. Einen Chauffeur  zu haben bringt zum Beispiel großen Vorsprung auf der „Glücksgeraden“. Bescheidenheit, weniger oder gar die Einsicht „genug“ könnte ab dem Betrag von 4.2xy mehr um sich greifen, um den nicht einmal Mindestlohnempfängern mehr übrig zu lassen. Das Knnowhow der Ordensleute in diesem Punkt steht zur Verfügung: Glück mit weniger. Dort ist 1:1 die Regel und ich kenne Äbte und Oberinnen, die von allen am wenigsten bekommen.