Corona hat das geschafft, was so viele ökologische und nachhaltige Konzepte und Impulse seit Jahren und Jahrzehnten fordern: Eine Reduktion der überdynamisierten und durchökonomisierten Gesellschaft. Alles ist irgendwie zittrig und kurzatmig geworden. Für das Klima und die Weltkugel war 2008/09 ein Erholungsjahr dank der Finanzkrise. Die CO²-Ausstöße reduzieten sich auf ein normales Maß. Für „die Wirtschaft“ war es ein Desaster. Sagen alle. Es wurde damals nicht im Sinne von „weniger“ gelernt. Nein, noch mehr, noch größer, noch internationaler, damit der Dollar, der Rubel, der Euro rollt.
März 11 2020
Das reduzierte Leben beginnt
März 09 2020
Die Bühne macht lebendig
Wir betreten den Kirchenraum der Urfahrer-Stadtpfarrkirche. Diese Pfarrgemeinde hat Glück. Sie ist auch Jugendkirche „Grüner Anker“ und verwandelt sich so mit jedem Projekt der Jugendlichen. Und Verwandlung gehört zum Höchsten in der Kirche. Siehe Eucharistie. Der Raum ist in ein Blau-grün getaucht. Der Techniktisch erhöht, die Bühne quer zum Längsraum, die Lichtstrahler überall montiert. Die Sesselreihen warten auf Besucherinnen und Besucher. „Ein Sommernachtstraum“ haben die Jugendlichen einstudiert. Heute ist es so weit: Premiere. Geschäftige Vibrationen liegen in der Luft. Eine wunderschöne Stimmung.
März 05 2020
Nicht Wohltätigkeit sondern Tischgemeinschaft
Es ist schon mehrere Jahre her. Damals habe ich eine Veranstaltung moderiert, wo es um soziale Arbeit ging. Manchmal kramt man in den alten Unterlagen in der Hoffnung, alte „Erkenntnisse“ wieder aufzufrischen, heute dienlich zu machen. So ist es hier. Und genau das berührt mich heute, wo ich mitbekomme, mit welcher Hartherzigkeit die türkise Regierung das Leid der Menschen „abserviert“. Es werden einfach Behauptungen in den Raum gestellt, die im Vergleich und nach Recherche nicht stimmen. „Österreich hat das meiste getan für Flüchtlinge.“ Wer Statistiken lesen kann, wird eines besseren belehrt. Der junge Kanzler sagt, und die Leute glauben. Fakten gelten nicht. Österreich somit in Trumpnähe. Bei der Pressekonferenz der Integrationsministerin haben einige zurecht protestiert (Bild).
Feb. 29 2020
Ein besonderes Leben heimgetragen
Erstens: Viel zu früh. Dann: Alles ist richtig. Und: Danke für das Mitgehen, die Worte, das Stammeln, das Schweigen und das Beten. Das steigt immer wieder in mir auf. In der übervollen St. Anna Kirche nehmen wir Abschied von meinem jüngeren Bruder. Die Wortgottesfeier hilft uns allen dabei. Irgendwie ist für mich so etwas wie ein kollektives Atmen spürbar, eine tiefe Verbundenheit, eine Trauer verbandelt mit Hoffnung und Dankbarkeit.
Feb. 25 2020
Was ist Bedürfnis und wann der Zeitpunkt
Das Kinderwagerl steht bereit. Die gut Einjährige ziehen wir warm an. Es ist früher Vormittag. Ausfahrt in die frische Luft und, wenn es Bedürfnis wird, ein wenig schlafen. Das geht ganz unkompliziert. Das Bedürfnis hat sich schon im Augenreiben angekündigt. Beim Hinuntergehen über die Stiege suchen ihre Finger meinen Mund, die Nase, die Brille. Lachen und scherzen. Wir sind einander ganz nahe. Hinein ins Wagerl, das Flascherl bereit, flutschen wir hinaus bei der Haustüre. Es ist kalt, noch nebelig. Aber Winter ist Winter. Das wissen und das können wir.
Feb. 21 2020
Lieber Bruder Heribert
Das Telefon läutet. „Wo bist du gerade?“, fragt mich meine Schwägerin Christine. „Mit dem Haustorschlüssel sperre ich gerade daheim die Haustüre auf. Wieso?“ Ihre Stimme war anders, aber irgendwie doch gefasst: „Ich muss euch etwas sagen. Heribert ist heute vormittags ganz plötzlich auf der Schipiste umgefallen – – – und verstorben.“ Mein Atmen setzt aus. Ich ringe nach Luft. Heribert ist mein jüngerer Bruder. Mein Blick geht am Ahornbaum entlang nach oben in den Himmel. Unmöglich. Er war doch so voller Energie und Tatendrang. Ein Pionier in allen Gassen. Kein gesundheitliches Anzeichen in diese Richtung. „Ich bitte euch, sagt es Mama. Sie soll es nicht über Telefon erfahren.“ Wir reden noch miteinander, soweit man in dieser Situation überhaupt reden kann. Viel mehr Schweigen und ein gedankliches und spirituelles Zusammengehen. Ich lege auf, umarme meine Frau Gerlinde, halten uns lange fest und weinen los.
Jan. 28 2020
Intensiv_Zeiten am FRIEDENSWEG in Slowenien und am LECHWEG in Tirol
Mit Weltanschauen sind wir dem „lebendigen Gemeinsamen“ auf der Spur. Die tiefste Sehnsucht jedes Menschen ist, lebendig zu bleiben. Die Erfahrung sagt: Gemeinsam gehen macht lebendig. Organisationen, Firmen, Gemeinschaften, Gruppen und soziale Lebewesen sind dann anziehend, wenn sie als lebendig erlebt werden. Lebendigkeit hat mit Begegnungen, mit Kreativität, mit Natur, mit Überraschungen, mit Neugier und sicherlich mit gemeinsam erlebter Inspiration zu tun. Ein äußeres und inneres Wachsen auf das Wesentliche hin kreiert das nachhaltig gute Leben für jede und jeden und mit allen. Niemand darf verloren gehen.
Jan. 17 2020
Wann haben sie sich Gott nahe gefühlt
Die Antwort ist ganz ruhig gekommen: „Jedes Mal, wenn ich in die Kirche gehe, wenn ich einen Mitchristen treffe oder wenn ich helfe.“ Die Frage wurde bei der Einvernahme „meines“ Asylwerbers vor dem Bundesverwaltungsgericht in Linz von der jungen, fairen und sachlichen Richterin gestellt. Wann haben sie sich Gott nahe gefühlt?

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