Ich kann sie doch nicht so da stehen lassen

9IMG_2659Der Zug kam später an in Regensburg. Der Anschlusszug nach Wiesau in der Pfalz war weg. Der nächste geht über eine Stunde später. Warten am Bahnhof. Die Zeit vergeht recht schnell, weil ich Flüchtlingen helfe, dem Automaten Fahrkarten nach Hamburg Altona zu entlocken. Es geht weiter. Der Zug ist fast voll. Es sind Lederhosen und Dirndlkleider mit mehr oder weniger fröhlichen Menschen eingestiegen. Woher? Oktoberfest. Ankunft in Wiesau um 23.11 Uhr. Der nachmittägliche Anruf bei einem Taxler hat gelautet: Da steht ein Taxi vor dem Bahnhof oder es ist die Nummer angegeben, die sie anrufen können.

Niemand hebt ab

9IMG_2681Wir steigen aus. Es ist die ganze Fahrt schon finster. Draußen. Drinnen ist es zum Teil halblustig. Oktoberfest. Auf der 1 1/2 stündigen Fahrt leeren sich die Sitzplätze. Ich lese im Tagebuch von meinem Gehen am Grünen Band 2012. Ab morgen werde ich das dreitägige Klösterreich-Pilgern zum Jubiläum begleiten. Die Via Porta ist unser Pfad. Ein drittes Mal bin ich in der Zisterzienserinnen-Abtei an der tschechischen Grenze. Das erwartet mich morgen. Ich freue mich darauf. Aber heute muss ich noch die 12 Kilometer von Wiesau nach Waldsassen schaffen. Der Zimmerschlüssel ist hinterlegt. Alleine: Weit und breit kein Taxi, kein Auto. Ich rufe drei Mal die Nummer auf der Tafel. Es hebt niemand ab. Ich stehe da. Alleine. Die Straßenbeleuchtung ist matt. Was tun? Meine Erfahrung aus dem Gehen: Es gibt für alles eine Lösung. Ich gehe in Richtung Stadtmitte. Schon bald ist links eine Pension angeschrieben. Die Haustüre ist hell, alle Fenster aber dunkel. Hier bleiben ist die Idee und morgen früh weiterkommen.

Ich wollte nur schauen

9IMG_2711Aber wie hineinkommen? Einfach anläuten. Ich bleibe gelassen, weil ich ganz fest drinnen spüre: Es gibt eine Lösung. Ich sehe sie nur noch nicht. Ich schlendere etwas verloren vor dem Haus. Ein weißer kleiner Kastenwagen steht davor. Es geht jemand herum. Ich starte los auf diese Person, ob er eine Idee für mich hat, „weiterzukommen“. Ich frage ihn, ob er von hier ist. „Nein, ich wohne in dieser Pension.“ Ich gestehe ihm, dass ich noch um diese Zeit nach Waldsassen gehöre. „Das wird schwierig, da kann ich nicht helfen. Auch bei uns in der Pension ist niemand mehr da. Sie sehen, alles finster.“ „Gut“, sage ich, „ich werde schon irgendwie weiterkommen. Danke.“ Ich sage aus dankbarem Herzen „Danke und gute Nacht“ und drehe mich um, ziemlich ratslos. „Halt, ich kann sie doch nicht so hier stehen lassen. Kommen sie, steigen sie ein, ich fahre sie nach Waldsassen.“ „Echt? Das wäre fein.“ Er räumt gleich den Beifahrersitz frei und lässt mich einsteigen. Den Rucksack verstauen wir hinten bei den technischen Dingen. Wir starten los. Wir erzählen einander auf der 12 km langen Fahrt ein wenig von unserem Leben. Er ist Güterwagen-Kontrollor bei der DB. Seine Aufgabe ist es, die zusammengestellten Güterwagen zu überprüfen, ob technisch alles OK ist. Er ist aus Thüringen und übernachtet hier in der Pension. Er wollte nur schauen, ob beim Auto alles abgesperrt, in Ordnung ist. „Ja, und ein bisschen Luft wollte ich noch schnappen.“ Ich erzähle von meinem Vorhaben morgen, von meinem Gehen 2012 und 2013 mit der Pilgergruppe von Weltanschauen hier ab Waldsassen. Wir hätten 100 km fahren können. Das Gespräch wurde immer persönlicher. „Hier links, dort ist die Basilika.“ Wir haben die Abtei und das Gästehaus St. Joseph erreicht. Es ist schnell gegangen. „Was bin ich schuldig?“. „Nichts.“ „Danke, sie sind ein Engel.“ Den Namen haben wir nicht ausgetauscht. Er fährt in die Dunkelheit und ich suche meinen hinterlegten Schlüssel, den ich sofort finde.

 

Papst Franziskus ist ein Lehrmeister der Achtsamkeit

papst_sophiaEs berührt mich, was derzeit über die Teletextseiten wandert: Die kleine fünfjährige Sofia wittert ihre Chance und durchbricht die Absperrungen in Richtung Papst Franziskus. So wie es schon in der Bibel geschildert ist, sind die Ordnungshüter sofort zu stelle und weisen das Kind zurück. Zu spät. Der achtsamen Wahrnehmung des Papstes ist es nicht entgangen, dass hier ein Kind seine Nähe gesucht hat. Und er öffnet dem Mädchen den Weg zur Begegnung – mit ihm. Der Brief, die Angst um die Eltern und der Trost, bei Franziskus angekommen zu sein. Sofia wird diesen Augenblick ein Leben lang im Herzen tragen. Es war ihr Wille, dorthin zu kommen. Und es war diese unglaubliche Achtsamkeit des Papstes, die das Mädchen hat ankommen lassen. Dieser Papst geht als Mensch auf Menschen zu.

Hellwache Bewegung auf Augenhöhe

do_112Heute habe ich via Video-Stream eine Zeit lang die Ansprache im US-Kongress verfolgt. Ganz ehrlich: Inhaltlich wunderbar und narrativ beständig vorgetragen. Ich erlebe diesen Papst nicht als begeisternden Redner, der Emotionen mit seinen Reden bewegt. Es sind die Bilder, die Vergleiche, die Gleichnisse, die er verwendet, die „hängen bleiben“. Er hat heute seine Anliegen an großen Personen wie Abraham Lincoln oder Martin Luther King „aufgehängt“. Da gehen in aller Ruhe Emotionen und Erinnerungen mit. Es ist in Medien gut nachzulesen. Schon gestern hat mich seine kommunikative Kraft angesprochen, wie er aus dem Flugzeut steigt und Obama begrüßt. Immer in Bewegung und die Augen ganz auf die Menschen gerichtet. Man sagt, dass Achtsamkeit mit dem direkten Augenkontakt zusammenhängt. Es ist nicht immer leicht, die Augenlider zu heben und dem Gegenüber in die Augen zu schauen. Dieser Papst lebt davon, dass er in diese nährende Begegnung auf Augenhöhe einsteigt. Insofern ist er ein Lehrmeister der Achtsamkeit. Dass er dazu in einen kleinen Fiat steigt, macht seine Bewegung auf Augenhöhe noch lebendiger, glaubwürdiger, echter. Dass er die Dinge wie Obdachlosigkeit in den USA anspricht, zeigt von seiner Unerschrockenheit. Das derzeitige monetäre kapitalistische Wirtschaftssystem „bearbeitet“ er damit, dass er sehr oft von Gemeinwohl, Gemeingüter, vom gemeinsamen Haus spricht. Ob dieses Vokabular den Geld-Eliten überhaupt geläufig ist? Wer es hören mag, der ändere seine Blickrichtung: Wie kann ich den Menschen dienen und nicht wie kann ich mehr verdienen. Das bringt dieser Papst in diese Welt.

Ponor do vlastného vnútra

Priemerne 21 kilometrov a 1000 výškových metrov treba denne zvládnuť na novej Barborskej ceste na Strednom Slovensku. Tam, kde sa niekedy ťažilo zlato, striebro a meď, sa teraz krásne dá putovať.

mapaDeväť navrhovaných etáp vedie popri zrušených banských štôlňach, po nežných horských hrebeňoch, cez listnaté lesy do pôvabných dedín a miest ako Banská Bystrica, Kremnica, Zvolen a Banská Štiavnica. Ak sa tu aj kedysi ťažilo zlato, striebro a meď, dnes 29-členná skupina CR Weltanschauen hľadá vnútorné poklady. Putuje.

Úplnok prichádza od východu a vymieňa slnko, klesajúce k západu. Je teplo, niektorí tvrdia, že horúco. Večer sa ukazuje byť dobrý. Kotlíkový guľáš mieša nad ohňom hostiteľova vnučka. Skupina pútnikov sa usadila na terase s výhľadom na Zlatú Kremnicu. Slovenské pivo alebo radler hasia smäd po šiestich hodinách chôdze popri geografickom strede Európy.

Tretí deň je, pokiaľ ide o chôdzu, vždy „najtvrdší“. Telo potrebuje čas, aby sa zabehlo. Značky sú jasné a dobre viditeľné. Veža sv. Barbory, patrónky baníctva, dáva ceste charakteristické označenie. Baníctvo ovplyvnilo celé územie, dalo mu bohatstvo, obdarovalo ho veľkým kultúrnym dedičstvom. Horné Uhorsko a monarchia sú slová, ktoré sa stále znovu opakujú. Striedajú sa časy rozkvetu a úpadku. Dnes sa oblasť zhlboka nadychuje ako po dlhom spánku. Prebudenie. Jednou z indícií pre to je Barborská cesta. Úmyslom je sprístupniť túto cennú oblasť. Turistom a pútnikom. Poklady zeme sa stretávajú s pokladmi v ľudských srdciach. Guľáš posilňuje ducha, dušu, aj telo.

Skupina začala svoju púť v Kaplnke sv. Barbory v Nemeckom kostole v krajskom meste Banská Bystrica. Hore nad baníckou dedinou Špania Dolina, kde súkromné múzeum poskytuje prvé pohľady do histórie regiónu, sú dnešným cieľom Staré Hory. Tam vyviera „svätá voda“. Tá urobila dedinu jedným z troch veľkých pútnických miest Slovenska, skupina si tu plní fľaše vodou.

Druhý deň pútnikov vedie po lesných chodníkoch, na trochu nebezpečnú železničnú vlečku cez viac ako 1200 výškových metrov na Skalku. Lyžiarske a bežkárske centrum je ako vymreté. V zapadajúcom slnku je pohľad z najvyššieho bodu Barborskej cesty do rozľahlej krajiny uchvacujúci, povznášajúci. Táto etapa mala 28 kilometrov. Všetci ju zvládli. Všetci sú hotoví. Teraz znie cesta k oznámenému kotlíkovému guľášu v tretí deň s jeho 8 kilometrami a väčšinou „nadol“ celkom dobre.

Kostol na geografickom strede Európy je mimoriadny znak. Prečo? Štyri obce si nemohli dovoliť vlastný kostol. Presne v strede si postavili spoločný. Common Church. Spoločne myslieť a konať. To by Európe urobilo dobre. Common Europe.

Skupina našla svoju tému: Jednota v rôznorodosti. Spoločné putovanie potrebuje cit pre My. Sily jednotlivca sa udržiavajú mentálnym gumeným opaskom, ktorý sa okolo skupiny ovíja: ohľad, posmelenie a povzbudenie. 29 žien a mužov sú prvou väčšou skupinou, ktorá absolvuje  túto, 1. mája tohto roku otvorenú, pútnickú cestu. Tak trochu kmotrom bol Johannesweg v Mühlviertel. Barborská cesta ale vyplní celý týždeň chôdze  je dvakrát tak dlhá. Preto stále znovu otázka: Aká je to cesta? Až na malý incident na železničnom moste (spráchnivené dosky) len pozitívna. Veža kostola v Kremnici je nevyhnutnosť. V spomienkach zostanú úzke kamenné točivé schody, lano ako zábradlie a ten výhľad, prehľad. Doteraz skupinu pútnikov sprevádzali nádherné chodníky, krásne výhľady, mnohotvárna príroda a pohostinní ľudia. Dupľa kotlíkového guľáša je rovnako príjemná ako večerný pohár slovenského vína.

Štvrtá etapa sa ukáže ako najnáročnejšia. V nohách máme putovanie lúkami, dlhé úseky v lesoch, otvorený terén v údolí Hrona pod diaľnicou, rýchlostnou cestou a železnicou nahor a nadol do termálnych kúpeľov Sklené Teplice. Takmer 30 kilometrov. Tento septembrový deň je horúci. K tomu ešte skupina kvôli spoločnej nepozornosti na pol hodiny značenie. Chvíľu predtým ešte všetci pohodlne ležali v podvečernom slnci pod ovocnými stromami, v mäkkej radosti a ľahkosti únavy. Niektorí už preto nevidia hrčovité duby, cestu v rokline bez skál prežívame ako namáhavú.

Po desiatich hodinách chôdze je sprcha a večera nebom pútnikov. Zajtra je deň oddychu. Vydýchnuť si. Vychutnať si termálny kúpeľ. Všetko to tu ešte tiká trochu komunisticky. Všetko organizované. Poriadok musí byť. To začína už s časom raňajok. Ale skupina si chce „Welt anschauen“ (pozrieť svet) a toto dokáže zaradiť ako skúsenosť. Kto si cudzie nepripustí, zostane doma. Rozličné procedúry s termálnou vodu a masáže nás opäť dávajú dokopy pre cestu do mesta svetového kultúrneho dedičstva, do Banskej Štiavnice.

Na ceste tam strávime päť hodín. Cestou skupinu sprevádza stádo kráv. Skôr ako uvidíme mesto, vynorí sa premyslený systém tajchov a vodovodov bývalého strieborného mesta. Dnes odkladáme ruksaky, vybaľujeme plavky, voda poskytuje ochladenie. Pri mohutnom stĺpe svätej Trojice v meste nás už opäť očakáva overený a empatický turistický sprievodca Branislav Stančík, jeden zo spolutvorcov Barborskej cesty.

Jednoducho krásne mesto

Tu cisárovná Mária Terézia zriadila prvú banskú vysokú školu sveta. Mesto Banská Štiavnica je pôvodné, trochu avantgardné, kaviarne – proste krásne. Dobre, že tu v minulých desaťročiach nikto nemohol investovať. Tak sa teraz to staré s veľkou láskou sprístupňuje návštevníkom. Dávame si kávu za 1,20 Euro a večer pivo za 1,60 Euro. A ubytovanie – všade veľmi čisto, dobré jedlo a priateľskosť.

Aj celok Kalvárie strieborného mesta je umelecké dielo a určite patrí k highlights cesty do Svätého Antona. Trasa prebieha priamo cez obytné silá, ktoré ale pôsobením ich farebnosti nevyžarujú nič z očakávanej bezútešnosti. Lúky a polia v okolí sú poznačené extenzívnym obhospodarovaním.

Cestou veľa svetového kultúrneho dedičstva

Skupina má sedem dní na putovanie. Jeden deň príchodu a jeden odchodu vlakom spolu s jedným dňom relaxu v termálne vode dáva spolu 10 dní. Prehľadne zostavený bedeker Barborskej cesty pozná deväť etáp. Šiesty deň putovania ukončíme po dôkladnom plávaní v tajchu pri Baskom Studenci o piatich hodinách chôdze jazdou autobusom do Zvolen. Autobusová sieť je veľmi dobre vybudovaná. Dvaja členovia skupiny chcú cieľ vo Zvolene dosiahnuť putovaním. Po šiestich hodinách sa pripájajú k skupine: trasa sa dá prekonať chôdzou.

Tu sa ukazuje, že rozličné predpoklady pútnikov a pútničiek sú vo veľkej skupine brzdou. Posledný deň poznačila zmena počasia. Ochladilo sa, v noci začalo pršať. Dobrodenie pre prírodu.

Drevený kostol v Hronsek je svetovým kultúrnym dedičstvom. Kostolníčka evanjelickej obce ho rada otvorí. Ani jediný železný klinec, túto dvojpodlažnú budovu spolu drží len drevo. Všetci sa vystrojili do dažďa. Po krátkom čase ale dážď ustáva. Päť hodín pokračujeme po vysokých pahorkoch a povznášajúcich výhľadoch späť do cieľa, k východiskovému bodu, Kaplnke sv. Barbory v nemeckom kostole v Banskej Bystrici. Keď už sme tam, urobí nám rázny farár škrt cez rozpočet. Promptne nás pútnikov z kostola vykáže. Veľmi veľké sklamanie pre ľudí, ktorí boli spoločnou cestou duchovne aj mentálne otvorení. Ale: Novomanželia, ktorí sa v tomto kostole práve zosobášili, prichádzajú k pútnikom, cudzím ľuďom, s pohárikom pálenky. Zavrhnutie v kostole a čistá pohostinnosť jednoduchých ľudí. Svadobčanom zaspievame viachlasne pieseň:  „Veľa šťastia a veľa požehnania.“

 

To i ono

190 Kilometrov dlhá je nová Barborská cesta na Slovensku. Vedie cez jedinečné prírodné raje, historické banské mestá, chránené kultúrne pamiatky a umelecky vyzdobené kostoly.

Svätá Barbora: Cesta bola nazvaná podľa patrónky baníkov – svätej Barbory. Staré banské mestá Stredného Slovenska pôvode založili nemeckí kolonisti. Preto sa na trase nachádzajú miesta ako „zlaté mesto“ Kremnica s najstaršou mincovňou sveta a „strieborné“ mesto  Schemnitz  (Banská Štiavnica), ktoré UNESCO uznalo za svetové kultúrne dedičstvo. V „medenom“ meste Neusohl (Banská Bystrica) sa kedysi ťažila meď.

Hotely/ubytovne: Cestou sú k dispozícii nocľahy v hoteloch so západným štandardom, ale aj v jednoduchých ubytovniach.

Organizátor: Pútnickú cestu, na ktorej sa Kainederovci a skupina zúčastnili, zorganizovala CK www.weltanschauen.at .

 

(Danke an Branislav Stančík für die Übersetzung. Thank you Branislav Stančík for translation. Link zum Originalbeitrag)

Stichwort Bildung: Müssen die alle so katholisch dreinschauen?

1antenne„Wie geht raus?“ – war das Thema eines Workshops mit dem Leitungsteam des kbw St. Pölten. Ausgangspunkt war, dass sich die Diözesanstelle des kbw St. Pölten seit einiger Zeit die Frage stellt, wie der Kreis an TeilnehmerInnen erweitert werden kann, der üblicherweise Veranstaltungen der pfarrlichen kbw’s besucht. Ein Schritt auf diesem Weg war eine gemeinsame Klausur des Büroteams und des Vorstandes, die ich begleiten durfte. „Das folgende Interview zeichnet ein paar der Gedankengänge dieses hochspannenden Nachmittags nach“, schreibt „antenne„, das Bildungsmagazin für alle Bildungsengagierten.

Im Folgenden stelle ich das Interview auch hier zur Verfügung:

Lieber Ferdinand, wir haben dich für das Thema „Teilnehmerkreis erweitern“ angefragt und du hast uns nahegelegt, die einfache Frage „Wie geht raus?“ ins Zentrum zu stellen. Warum?

Wer in der Erbsensuppe schwimmt, glaubt, die Welt ist grün. Wir sind in den verschiedenen kirchlichen und katholischen Milieus zu sehr mit uns selbst beschäftigt. Es wird zu viel im „inner circle“ abhandelt. Zu viel Energie geht in den Motor und ins Getriebe selber und kommt nicht auf die Straße. Kurzum: Wie geht raus?

Unser Teilnehmerkreis in den Pfarren wirkt oftmals sehr „eingeschworen“. Wo siehst du für uns als kirchliche Bildungsorganisation Chancen und Grenzen, diesen zu erweitern?

Darf ich ganz offen sein? „Die Pfarre“ alleine ist sehr oft für ein kbw schon eine massive Einschränkung. Da gibt es einen Pfarrsaal. Diese Möglichkeit des Zusammenkommens ist überschattet durch ein „moralisierendes enges Denken“ und so für viele nicht mehr zugänglich. Die Pfarre ist oft der Treffpunkt der letzten Frommen und Perfekten. Das sehen sie selber nicht so, aber die Außenwahrnehmung ist diese: Diejenigen, die hinkommen, müssen sich gewissen (katholischen) Erwartungshaltungen beugen. Das wird oft nicht ausgesprochen, aber für die Außenstehenden schwebt das über „der Kirche“. Dabei soll Bildung eine Grenzgängerin sein im Sinne des Ausprobierens, des Experimentierens, des Versuchens. Wer nicht vom Weg abkommt, bleibt auf der Strecke, bleibt auf der Strecke. Das verlangt von den Verantwortlichen selber ein weites Denken und eine hohe Anschlussfähigkeit. Das ist für die einen unglaublich spannend und für andere wieder anstrengend.

Welche Menschen sich angesprochen fühlen, hat viel damit zu tun, wer sie anspricht. Was gilt es aus deiner Sicht zu beachten, wenn wir neue Menschen – sowohl als MitarbeiterInnen als auch als TeilnehmerInnen – gewinnen wollen?

Neugierde und ganz Ohr auf der Basis von Empathie, der Kraft zum Mitfühlen mit den heutigen Menschen. Wir wissen von der Hirnforschung, dass die entscheidenden Dinge an den Synapsen des Gehirns, an den „Verknüpfungsstellen“ passieren. Deshalb glaube ich, dass die entscheidende Fähigkeit der Zukunft Synapsenfähigkeit sein wird. Menschen hinhörend ansprechen und unterschiedlichste Lebenskonzepte zuerst einmal wertfrei verknüpfen. Ich bin Weitgeher und Pilger. Ganz ehrlich: Das Fremde, die Fremden ist, sind interessanter als die gewohnte Umgebung. Das heißt jetzt nicht, einfach alles Bewährte aufzugeben. Bewährtes und Neues bereichern einander. Neues in der Kirche ist halt eher eine Fiktion als Realität. Und ganz ehrlich: Wo hat der Fremde, ein fremder Gedanke, eine fremde Lebensform überhaupt noch Platz? kbw’s sind für mich diese befruchtenden Räume, Freiräume für alle Facetten des Lebens. Die Neugierde der Fremden wird uns an die Wurzel führen. Kbw-Verantwortliche sind nicht Statthalter eines Systems, sondern Brückenbauer und damit Lebensstifter.

Neue TeilnehmerInnen brauchen wahrscheinlich auch neue Wege und Zugänge in der katholischen Erwachsenenbildung und damit im pfarrlichen kbw. Welche Wege siehst du?

„Müssen die alle so katholisch dreinschauen?“, fragte mich dieser Tage ein Markenentwickler bei der Durchsicht einer Ordenshomepage. Ungewöhnliche Zugänge verlangen ungewöhnliche Menschen. Wer Jugendliche dabei haben will, muss sie gestalten lassen. Was macht ihr da? Wie macht ihr das? Was bringt euch dazu, es so zu machen? Das sind schöne Fragen, um auf Augenhöhe mit neuen Menschen und Menschengruppen in Kontakt zu treten.
Für diese Wege müssen wir wohl einen Teil des traditionellen Rahmens und der Aufgabenfelder, in denen sich unsere ehrenamtlichen Engagierten vor Ort bewegen, überdenken. Welches Bild hast Du vom zukünftigen ehrenamtlichen Engagement für das kbw in der Pfarre?

Ehrenamtliches Engagement funktioniert dort auf Dauer wirklich gut, wo der konkrete Mensch sich mit seinen / ihren Fähigkeiten einbringen kann. Es geht immer um eine sinnvolle Aufgabe, ein gutes Miteinander und eine gute Anerkennungskultur. Der Mensch ist im Grunde „intrinsisch motiviert“, von innen her. Jede und jeder trägt etwas in sich, „was heraus will“. Diesen Fähigkeiten Platz und Raum zu geben, ist hervorragende Aufgabe der kbw-community. Bildung wird zur Bildungs-Community. Überall dort, wo ich ein wertschätzendes „Dazugehören“ erlebe, werde ich anpacken. Und immer auf Augenhöhe. Wir entdecken gemeinsam das Leben, das Gott ausgestreut hat. Für das Feld der Bildung darf es keine kirchlichen Barrieren geben. Jesus ist allen Menschen vorbehaltlos begegnet. Zu denen, die Vorgaben und Barrieren errichtet haben, war er äußerst kritisch. Denken wir in diesem Zusammenhang an die offene und wertschätzende Art von Papst Franziskus.

Dieses veränderte Engagement hat sicher auch Auswirkungen darauf, was wir als Bildung ansehen und was nicht. Wie grundlegend müssen wir unseren Bildungsbegriff überdenken?

Bildung ist Tun und Erleben. Emotionen spielen eine wesentliche Rolle, um sich Wissen aneignen zu können. Vorträge sind eher Erzählungen als wissenschaftliche Abhandlungen. Mir stehen auch bei meinen Vorträgen zu viele Sesselreihen. Es braucht gebildete Personen als „Bildungsstifter“ oder noch besser „Unruhestifter“. Bildung ist entdecken, ist Bewegung, ist Verknüpfen und ein Hinhören aufeinander. Bildung der Zukunft stellt die mächtigen Fragen und hat weniger Antworten. Die Gießkanne, der von oben Bildung und Wissen ausgießt, funktioniert nicht mehr. Wir müssen Bildung mit Vernetzen und Tun, Erleben verknüpfen.

Welche möglichen Aktivitätsflächen für ehrenamtliches Engagement siehst Du im kbw?

Wo können Menschen für ein Engagement Begeisterung entwickeln? Aus meiner Sicht gibt es 4 „Engagement-Flächen“. Es ist die Bühne (zB Theater), Musik (zB Chöre), Bewegung (zB Sport, Pilgern) und soziales Engagement (zB Flüchtlingshilfe). Ein kbw kann aus meiner Sicht das nicht einfach ausblenden. Wir kennen kbw’s, die bühnen- oder pilgergeprägt sind, mit sozialem Engagement oder musikalisch „herausragen“. Mein Tipp: Lassen sie Menschen ihr Talent in ihrem Umfeld entwickeln. Lassen sie sich ein wenig überraschen. Engagement braucht Raum.

Als kirchliche Organisation werden wir über die Begriffe Kirche, Religion, Glaube und Spiritualität definiert. Was verbinden moderne Menschen mit diesen Begriffen?

Wer Religion sagt, löst beim Zuhörer die Machtfrage aus. Wer Glaube sagt, hat mit der Rangelei des Rechthabens zu tun. Wer Kirche ganz vorne herträgt, wird bei 70% der Bevölkerung das Schließen der Ohren ernten, weil sie es mit „Amtskirche“ verwechseln. Wer Spiritualität betont, hat beim Gegenüber „Freiraum geöffnet“. Wir brauchen Kirche, Glaube oder Religion nicht verbergen. Aber was hängt oder steht in unserer Auslage? Am Plakat? Dazu muss man wissen, dass Institutionen und Normen oder Gesetze keine Anziehungskraft haben. Personen und Persönliches gepaart mit Werthaltungen dieser Personen umso mehr. Also: Persönlich werden und von den eigenen Werthaltungen reden. Stellen sie sich eine umgekehrt Bierkiste vor. Stellen sie nicht Kirche oder Institution drauf, sondern Menschen, die ihrer Begeisterung freien Lauf lassen. Das erzeugt einen Magnetismus.

Was können aus deiner Sicht Menschen in Zukunft sehen und erleben, wenn Sie zu uns kommen?

Orientierung, Lebenshilfe, tragende Rituale und eine fröhliche kbw-Community, die von gebildeten Menschen getragen wird.

Können wir Morgen auch noch mit anspruchsvollen Themen Menschen begeistern?

In jedem Fall. Das Leben wird immer anspruchsvoller. Es liegt an uns, den Menschen mit „entscheidenden Themen“ zu Hilfe zu gehen. Die Wochenzeitung „Die Zeit“ ist unglaublich anspruchsvoll und gewinnt Leserinnen und Leser, wo alle verlieren. Mut zur tiefen Qualität und zur ehrlichen katholischen Weite.

Für all das braucht es auch Öffentlichkeit und Medien. Was interessiert Medien heute im Bereich der Erwachsenenbildung?

Personen und Aktionen. Keine einfachen Vorträge. Inszenieren sie ihre Veranstaltungen und Ereignisse. Binden sie Medienleute schon in die Vorbereitung ein. Klingt ungewöhnlich und ist sicher für beide Seiten spannend. Laden sie als Inspiration einmal eine Lokalredakteurin, einen Lokalredakteur in die Jahresplanung ein. Medienleute wissen, was gelesen wird. Welche Themen werden gelesen? 1. Gesundheit 2. „Hoamatland“ und Regionales 3. Esoterik und Spiritualität 4. Zeit und Rituale 5. Kräuter, Natur und Retreat (Rückzug) 6. Bewegung und Pilgern
Zusammenfassend: Was sind nun die wesentlichen Aspekte von „weiten – hinausgehen – wachsen“? Wie kommen wir zu Menschen, die wir bisher nicht erreicht haben?

Mehr Mut und ganz Ohr. Ganz andere Orte aufsuchen. Mit ganz fremden Menschen mitgehen. Dort unterwegs sind, „wo euch keiner vermutet“. Der Rand der Gesellschaft wird die Mitte (Papst Franziskus). Persönliche Begegnung ist durch nichts zu ersetzen. Geht raus, denn die Weite liegt draußen und weniger drinnen.

Bildung kbw St. Pölten

 

Als Pilger-Pioniere am Barbaraweg unterwegs

1_8_IMG_1295IMG_2417„Innere Einkehr“ nennen die OÖNachrichten im Reiseteil unsere Erfahrungen am neu geschaffenen Barbaraweg in der Mittelslowakei Ende September. Mit 29 Frauen und Männer waren Gerlinde und ich als erste größere Gruppe unterwegs. Auf allen Ebenen „genährt“ sind wir heimgekommen: körperlich, mental und spirituell. Durchschnittlich 21 Kilometer und 1000 Höhenmeter pro Tag sind am neuen Barbaraweg in der Mittelslowakei zu schaffen. „Wo man früher Gold und Silber abgebaut hat, lässt es sich jetzt trefflich pilgern.“ Wir waren gemeinsam unterwegs, um unsere „eigenen Schätze“ zu heben. So hat Welt der Frau und Weltanschauen eingeladen. In jedem Fall wurde wieder klar, welche Kraft das gemeinsame Gehen und Pilgern freilegt. Vielleicht ist die Geschwindigkeit geringer, die Motivation und das Durchhaltevermögen werden enorm gesteigert, „genährt“. Gerlinde und ich waren im Vorfeld bei der Entstehung auch angedockt.

Eine wertvolle Gegend zugänglich machen

1_8_IMG_1449Vorbei an aufgelassenen Bergbaustollen, entlang sanfter Hügelkämme, durch Laubwald führen die neun vorgesehenen Tagesetappen in schmucke Dörfer und Städte wie Banska Bystrica, Kremnica, Zvolen und Banska Stiavnica. Hat man hier früher Gold, Silber und Kupfer abgebaut, so geht eine 29-köpfige Weltanschauen-Gruppe den inneren Schätzen nach. Sie pilgert. Vollmond löst von Osten her die im Westen untergehende Sonne ab. Das Wetter ist warm, manche sagen heiß. Der Abend fühlt sich gut an. Das Kesselgulasch wird von der Enkelin des Herbergvaters über dem Feuer umgerührt. Die Pilgergruppe hat auf der Terrasse mit Blick auf die Goldstadt Kremnica Platz genommen. Slowakisches Bier oder Radler löschen den Durst nach sechs Stunden Gehzeit am geografischen Mittelpunkt Europas vorbei. Der dritte Tag ist vom Gehen her immer der „stärkste“. Der Körper braucht Zeit, sich einzugehen. Die Markierungen sind klar und leicht zu finden. Der Turm der hl. Barbara, der Patronin des Bergbaues, gibt dem Weg die charakteristische Markierung. Bergbau hat die Gegend geprägt, reich gemacht, mit großem kulturellen Erbe beschenkt. Nord-Ungarn und Monarchie sind Worte, die immer wieder fallen. Blütezeiten und Niedergang wechseln einander ab. Heute atmet die Gegend wie nach einem längeren Schlaf tief durch. Aufwachen. Der Barbaraweg ist ein Indiz dafür. Man will diese wertvolle Gegend zugänglich machen. Für Geher und Pilger. Die Schätze im Berg begegnen den Schätzen in den Herzen der Menschen. Das Kesselgulasch nährt Geist, Seele und den Körper.

Common Church am geografischen Mittelpunkt Europas

1_8_IMG_1251Gestartet ist die Pilgergruppe in der Barbarakapelle in der deutschen Kirche in der Kreisstadt Banska Bystrica. Hinauf über das Bergbaudorf Spania Dolina, wo ein privates Bergbaumuseum erste Einblicke in die Geschichte der Region vermittelt, ist Stare Hory das Tagesziel. Dort entspringt „heiliges Wasser“. Das hat den Ort zu einem der drei großen Wallfahrtsorte in der Slowakei gemacht, Trinkflaschen werden gefüllt. Der zweite Tag führt die Pilger auf Waldwegen, auf der etwas gefährlichen Eisenbahntrasse auf mehr als 1200 Höhenmeter nach Skalka. Das Ski- und Langlaufzentrum ist wie ausgestorben. In der Abendsonne ist der Blick ins weite Land vom höchsten Punkt des Barbaraweges aus überwältigend, erhebend. Die Tagesetappe war 28 Kilometer. Alle haben es geschafft. Sind geschafft. Da hört sich der Weg zum angekündigten Kesselgulasch am dritten Tag mit 18 Kilometern und großteils „hinunter“ gut an. Die Kirche am geografischen Mittelpunkt Europas ist ein besonderes Zeichen. Warum? Vier Orte konnten sich keine eigene Kirche leisten. Genau in der Mitte haben sie ihre Gemeinschaftskirche errichtet. Common Church. Gemeinsam denken und handeln. Das täte Europa gut. Common Europe. Die Gruppe hat ihr Thema: Einheit in der Vielfalt. Gemeinsames Gehen braucht genau das Gespür für das Wir. Die Kräfte des Einzelnen werden vom mentalen Gummiringerl, das die Gruppe umfasst, zusammengehalten: Rücksicht, Ermutigung und Antrieb.

Wir sind die Premiere

1_8_IMG_1535Die 29 Frauen und Männer sind die erste größere Gruppe, die diesen heuer am 1. Mai eröffneten Pilgerweg geht. Der Johannesweg im Mühlviertel stand ein wenig Pate. Der Barbaraweg füllt allerdings eine ganze Gehwoche und ist doppelt so lang. Daher immer wieder die Frage: Wie ist der Weg? Bis auf einen kleinen Zwischenfall über eine Bahnbrücke (morsche Bretter) nur positiv. Der Kirchturm von Kremnica ist ein Muss. Die enge Wendeltreppe aus Stein, das Seil zum Anhalten und die Aussicht, die Übersicht, bleiben in Erinnerung. Bisher begleiten die Pilgergruppe wunderbare Wege, schöne Aussichten, vielfältigste Natur und gastfreundliche Menschen. Ein Nachschlag beim Kesselgulasch ist genauso angebracht wie das abendliche Glas slowakischen Weins. Die vierte Tagesetappe stellt sich als die anspruchvollste heraus. Wiesenwege, weite Waldstrecken, freies Gelände durch das Hron-Tal unter Autobahn, Schnellstraße und Zug durch hinauf und hinunter in den Thermalort Sklene Teplice liegen unter den Füßen. Annähernd 30 Kilometer. An diesem Septembertag ist es heiß. Dazu verliert die Gruppe aus gemeinsamer Unachtsamkeit für eine halbe Stunde die Markierung. Lagen davor noch alle vergnügt unter den Obstbäumen in der abendlichen Sonne, so weichen Fröhlichkeit und Leichtigkeit der Müdigkeit. Einige sehen beim Abstieg deshalb die knorrigen Eichenbäume nicht mehr, der Weg in der felsenlosen Schlucht wird als anstrengend erlebt.

Thermalbad mit erfrischenden Anwendungen

1_8_IMG_1654Nach zehn Stunden Gehen ist die Dusche und ein Abendessen der Himmel der Pilger. Morgen ist Rasttag. Durchatmen. Das Thermalbad wird genossen. Es tickt noch etwas kommunistisch. Alles geregelt. Ordnung muss sein. Das beginnt bei der Frühstückszeit. Aber die Gruppe ist Welt anschauen und kann es als Erfahrung einordnen. Wer das Fremde nicht zulässt, bleibt daheim. Die verschiedenen Anwendungen des warmen Thermalwassers und die Massagen bauen auf für den Weg in die Weltkulturerbestadt Banska Stiavnica. Es braucht fünf Stunden am Weg dorthin. Begleitet wird die Gruppe von einer Herde Fleckvieh am Weg. Bevor die Stadt selber sichtbar wird, taucht das ausgeklügelte Teich- und Wassersystem der ehemaligen Silberstadt auf. Heute wird der Rucksack abgelegt, die Badesachen ausgepackt, das Wasser spendet Abkühlung. An der mächtigen Dreifaltigkeitssäule in der Stadt erwartet uns wieder der versierte und einfühlsame Fremdenführer Branislav Stancik, ein Mitkreator des Barbaraweges.

Einfach eine schöne Stadt

1_8_IMG_1819Die erste technische Montanhochschule der Welt wurde hier von Kaiserin Maria Theresia errichtet. Die Stadt Banska Stiavinica ist ursprünglich, etwas avantgardistisch, die Cafes – einfach schön. Gut, dass hier in den vergangenen Jahrzehnten niemand investieren konnte. So wird jetzt das Alte mit viel Liebe Gästen zugänglich gemacht. Wir trinken Kaffee um 1,20 Euro und abends Bier um 1,60 Euro. Und die Unterkünfte – überall sehr sauber, gutes Essen und freundlich. Auch der Kalvarienberg der Silberstadt ist ein Gesamtkunstwerk und gehört sicherlich zu den Highlights des Weges hinüber nach Svaty Anton. Der Weg führt direkt durch die Wohnsilos, die allerdings durch ihre Farbe nichts an vermuteter Trostlosigkeit ausstrahlen. Wiesen und Felder rundum sind von extensiver Bewirtschaftung geprägt.

Viel Weltkulturerbe am Weg

1_8_IMG_1824Sieben Gehtage stehen der Pilgergruppe zur Verfügung. Ein Tag Anreise und ein Tag Abreise mit dem Zug macht zusammen mit einem Relaxtag im Thermalwasser 10 Tage. Das übersichtlich gestaltete Begleitheft zum Barbaraweg kennt neun Etappen. Der sechste Gehtag wird nach fünf Gehstunden mit dem Linienbus nach einem ausführlichen Schwimmen in der Wasseranlage von Bansky Studenec nach Zvolen abgeschlossen. Das Busnetz ist sehr gut ausgebaut. Zwei Mitglieder der Gruppe wollen das Ziel Zvolen gehend erreichen. Nach sechs Stunden treffen sie auf die Gruppe: Der Weg ist gehend machbar. Hier zeigt sich, dass die unterschiedlichen Voraussetzungen der Pilger und Pilgerinnen in einer großen Gruppe bremsen. Der letzte Tag war vom Wetterumschwung geprägt. Es war Kälte, in der Nacht hat es zu regnen begonnen. Eine Wohltat für die Natur.

Enttäuschender Pfarrer und gastfreundliche Hochzeitsgesellschaft

0_OÖN_IMG_1952Die Holzkirche in Hronseck ist Weltkulturerbe. Die Mesnerin der evangelischen Gemeinde sperrt gerne auf. Kein Eisennagel, nur Holz hält die zweistöckige Kirche zusammen. Alle haben sich regenfest gemacht. Nach kurzer Zeit ist aber der Regen zu Ende. Fünf Stunden geht es noch über weite Hügel und erhebende Weitsichten zurück ans Ziel, zum Ausgangspunkt, die Barbarakapelle in der deutschen Kirche von Banska Bystrica. Dort angekommen, macht der forsche Pfarrer einen Strich durch die Rechnung. Er verweist uns Pilger resch aus der Kirche. Eine enttäuschende Erfahrung für Menschen, die durch den gemeinsamen Weg spirituell und mental geöffnet wurden. Aber: Ein Brautpaar, das gerade in dieser Kirche geheiratet hat, geht mit einem Schnapserl auf die Pilger zu, die Fremden. Verwerfung in der Kirche und pure Gastfreundschaft der einfachen Menschen. Wir singen der Hochzeitsgesellschaft mehrstimmig ein Lied: „Viel Glück und viel Segen.“

Die hl. Barbara gibt dem Weg den Namen

1_8_IMG_1923Benannt wurde der Weg nach der Schutzpatronin der Bergbauleute – der heiligen Barbara. Sie war eine Christin, die fest zu ihrer Überzeugung gestanden ist. Sie musste dafür sogar ihr Leben geben. Die alten Bergbaustädte in der Mittelslowakei wurden ursprünglich von deutschen Siedlern gegründet. Daher befinden sich auf der Strecke Orte wie die „goldene Stadt“ Kremnitz mit der ältesten Münzprägeanstalt der Welt und die „silberne“ Stadt Schemnitz (Banská Stiavnica), die von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt wurde. In der „kupfernen“Stadt Neusohl (Banská Bystrica) wurde einst Kupfer gefördert. Würde mich wer fragen, wie ich den Weg in einem Satz zusammenfassen würde: „Der 190 Kilometer lange neue Barbaraweg erschließt entlang einzigartiger Naturparadiese, historischer Bergbaustädte, geschützter Kulturdenkmäler und kunstvoll verzierter Kirchen in den Begegnungen das eigene Herz.“

1_8_IMG_1240OÖN-Artikel
Weltanschauen Reisen
Welt der Frau Magazin
Der Barbaraweg ist bereit (Links)
Als sehr hilfreichen Kontakt zum Barbaraweg empfehle ich den Fremdenführer Branislav Stancik.

Eine Studentin hat die Gruppe mit einer Videokamera begleitet.

 

 

Flüchtlinge offenbaren die Geschichte der scheiternden Zivilisation

Im letzten Beitrag habe ich erzählt, dass ich den Autor der Buches „Das Ende der Megamaschine“ Fabian Scheidler in Berlin getroffen habe. Der Untertitel „Geschichte einer scheiternden Zivilisation“ macht schon etwas betroffen. Und doch spüren wir gerade in diesen Tagen, dass diese über die letzten Jahrhunderte und speziell in den letzten Jahrzehnten sich „entwickelnde“ Zivilisation ihr Scheitern nicht einsehen will. Persönlich bin ich mit vielen einer Meinung, dass die Causa Griechenland das demokratische Projekt Europa zum Scheitern gebracht hat. Alle demokratischen Prozesse wurden ausgeschaltet und die Geld-Ökonomie hinter verschlossenen Türen hat entschieden. Die Mainstream-Medien haben das natürlich anders gebracht, bringen müssen. Sie hängen ja an dieser „Megamaschine“ und verdienen dort mit. Aber jetzt haben die tausenden Flüchtlinge die Offenbarung zu Tage gefördert. Die EU ist am Ende. Die Grenzen gehen hoch. Fussballstadien fassen 60, 80 ja 100.000 Menschen. Kein Problem. 200.000 Flüchtlinge werden für ganz Europa „das“ Problem. Wir könnten, aber wollen nicht. Wo kein Wille, da kein Weg. Das derzeit laufende System will niemanden hereinnehmen, sondern spukt aus.

Das gemeingefährliche Weltfinanzsystem

Scheidler_IMG_2160Lasst mich jetzt bitte lang zitieren und aus dem Buch von Fabian Scheidler abschreiben: „Fast alle Menschen, mit denen ich in den letzten zehn Jahren gesprochen habe – ob konservativ, linke, öko-bewegte, junge oder alte -, glauben nicht mehr an die Zukunft des Systems, wenn sie ehrlich sind und die professionellen Masken ablegen. Doch zugleich herrscht eine beklemmende Ratlosigkeit. Das Räderwerk scheint, obwohl offensichtlich sinnlos und zerstörerisch, nicht zu stoppen. Nach dem Fiasko von jahrzehntelangen Klimaverhandlungen, die mehr CO² verbraucht als eingespart haben, ergebnislosen Welthungerkonferenzen und bestenfalls kosmetischen Reparaturen an einem gemeingefährlichen Weltfinanzsystem erwartet heute kaum noch jemand ernsthaft, dass von Regierungen eine globale Trendwende zu erwarten ist. Obwohl das Wissen über die verhängnisvollen Folgen eines Weiter-so mit jedem Tag wächst, halten die Kapitäne der Großen Maschine unbeirrt Kurs in Richtung todsicherer Havarie. Das umso seltsamer, als es nicht, wie oft behauptet wird, an Alternativen fehlt.“ Scheidler schildert die Alternativen: Die Landwirtschaft könnte binnen Jahren auf ökologischen Landbau umgestellt werden.  40 % der Treibhausgase wäre weg. Gemeinwohlorientierte Geldsysteme könnten leicht die Finanzcasinos ersetzen. Wenn man will. Dezentrale Energiesysteme, öffentliche Verkehrssysteme, kreative Bildungssysteme und die konsequente Gemeinwohl-Orientierung sind sofort machbar. Und Scheidler fragt: „Warum ist eine Zivilisation, die sich weltweit als Trägerin der Vernunft und des Fortschrittes inszeniert, unfähig, einen offensichtlichen selbstmörderischen Pfad zu verlassen und die Richtung zu ändern?“ Das System hat mit der Verschuldung vieler Akteure eine unglaubliche Abhängigkeit erzeugt. Und: 25 % des Weltsozialproduktes beschäftigt 0,75 % der Bevölkerung. Also: Eine Finanz-Elite hält sich die Bevölkerung, die Menschen vom Leibe. Da sind wir bei den Flüchtlingen: Sie lassen sich nicht aufhalten und gehen und gehen. Sie kommen und wir sollten ihnen Raum geben, damit die Krise sich verschärft. Gebt der Krise Raum, damit sie ihre Wirkung entfalten kann. Krise heißt nämlich Chance. Chance für ein demokratisches und Menschen gerechtes Europa. Die Fremden und Flüchtlinge können uns vor unserem eigenen gemeingefährlichen Europa retten. Und von den Medien wünsche ich mir, nicht nur das „Was“ und „Wie“ der Flüchtlingskrise zu berichten, sondern auch das „Warum“: Waffenhandel, fossile Interessen, Menschenhandel, Drogenhandel und Geldtransaktionen kennen keine Grenzen. So scheitert die Zivilisation. Nicht wegen der Menschen, die zu uns kommen (müssen).

 

Solidarisch wandeln

#SoliKon

#SoliKon

Soli-Küche

Soli-Küche

Die Wandelwoche habe ich versäumt. Den Kongress zur Solidarischen Ökonomie in Berlin habe ich von Donnerstag bis heute Sonntag miterlebt. Ein ganz kleines Stück auch mitgestaltet mit dem Workshop „Gemeinsame leben – solidarisch wirtschaften„. Sehr oft habe ich den Hashtag #solikon auf Twitter verwendet. Das ist eine ganz feine Art, Wahrnehmungen so zu notieren, dass auch andere davon profitieren können. Wissen teilen und mit anderen Wahrnehmungen in Verbindung bringen. Und so wie es meine Art als „Local Detective“ ist, lasse ich mich auch ein wenig durch Berlin „treiben“. Zu viele Vorbereitungen versperren den Weg, Neues und Überraschendes kennen zu lernen. Weil: Nichts geht spurlos vorbei, wenn deine Aufmerksamkeit dabei ist. Neugierde vorausgesetzt. Deshalb wieder nur die Zugfahrt und die Unterkunft im evangelischen Kloster Segen vorbereitet, eingefädelt. Es ist mit der Strassenbahn M10 direkt vor dem Hauptbahnhof vorbei am Mauermuseum bis zur Eberswalderstraße sehr gut erreichbar.  Ich werde sehr zuvorkommend nach der Nachtfahrt mit dem Zug begrüßt. Der Kongress ist ihnen im Haus kein Begriff. Aber wahrscheinlich auch 99% der LeserInnen. Ich bewege mich in diesem Zusammenhang auch außerhalb des Mainstream und der Mainstream-Medien.

Wird das Ende barbarisch sein?

Paul Singer

Paul Singer

"Merkel's Hütte"

„Merkel’s Hütte“

Der Kongress mit etwa 1.000 Personen, ungefähr 100 Workshops, Podien und Plena ist in der technischen Universität angesiedelt. Das widerspricht schon der tiefen Zielsetzung nach der ganzheitlichen Betrachtungsweise, nicht nur der technisch-ökonomischen. #LaudatoSi schwingt bei mir die ganze Zeit mit. Soziale Ausgrenzung, Prekarisierung eines großen Teils der Menschheit und Naturzerstörung sind der zerstörerische Kern der jetzt gängigen Wirtschaft. „Der Zauberstab des Wachstums ist am Ende.“ Diese jetzt laufende Geld-Ökonomie kombiniert mit dem Wachstums-Paradigma lässt uns an die Wand fahren. „Wird das Ende barbarisch sein?“ steht auf den Freecards. Und die Griechin Georgia Bekidraki von Solidarity4all lässt den Satz fallen: „Gebt der Krise Raum, damit sie ihre Wirkung entfalten kann.“ Sie denkt an ein neues solidarisches, partizipatives und demokratisches Europa. Der grüne EU-Abgeordnete Sven Giegold bringt es auch auf den Punkt: „Die undemokratischen Entscheidungen hinter verschlossenen Türen müssen ein Ende haben.“ Alle applaudieren. Wir spüren es. Nicht DemokratInnen regieren, sondern Lobbies und Konzerne. TTIP und Ceta ist das neue Spielbrett, das sie beschlossen haben wollen ohne Beteiligung der Parlamente. Sie wollen ihr Spiel ungestört spielen. Auf Kosten der Milliarden Menschen. Demokratie und Partizipation sind Schlüsselbegriffe. Ich denke an mein Bergdorf daheim, wo das auch von den neu antretenden Parteien gefordert wird gegenüber der „Absoluten“. Mitbestimmen und Transparenz. Im Großen wie im Kleinen. Solidarische Ökonomie braucht eine intensivere Verknüpfung, eine „gemeinsame wahrnehmbare Stimme“ und mehr „Sichtbarkeit nach außen“. Tolle Projekte habe ich gesehen. Die gesellschaftlichen Eliten sehen sie nicht. Gut, dass der Papst immer wieder auf sie hinweist wie auf die Genossenschaftsbanken. Es ist der Weg zu einem neuen Geldsystem, das wir brauchen. Oder das Ende wird barbarisch sein – wie schon so oft in der Menschheitsgeschichte. Der Sündenfall: Geld kann kein Geld schaffen. Es ist dann schon berührend, den brasilianischen Staatssekretär für Solidarische Ökonomie Paul Singer (Foto) noch zu sprechen. Dort waren die Kirchen federführend. Ich denke: Eigentlich ein Verbrechen, dass Johannes Paul II die Befreiungstheologie ermordet hat. Ich sage es. Singer lächelt und nickt. Jetzt gleitet die Kirche ins Abseits. Papst Franziskus tut alles dagegen. Aber wer hilft ihm? Dort und da.

Zwei Bücher eingepackt

03_IMG_213509_IMG_2322Bei einem Workshop durfte ich Fabian Scheidler persönlich kennen lernen. Der hat die Menschheitsgeschichte darauf untersucht, warum wir da sind, wo wir uns gerade befinden. Sein Bild ist die „Megamaschine„. Mit diesem Bild erläutert er die Machtvorgänge, das Geldsystem und zeigt eventuell einen Ausweg. Aber: Die Maschine läuft aus sich heraus und sie bewegt sich zum Teil ja selbst programmiert. Die mächtigen Eliten haben es sich so gerichtet, dass sie immer profitieren. Selbst oder gerade Krisen sind Geldbringer, Machtgaranten. Wer diese Gedankengänge und das Wissen um unsere Geschichte einmal so gedacht hat, wird unweigerlich „systemkritisch“ werden müssen. Immer wieder fällt mir der Traum von Franz Jägerstätter ein: Der Zug fährt in den Abgrund und so viele wollen mitfahren. Solidarische Ökonomie ist die Alternative. Ich bin da, weil dieses Konzept von Orden schon immer in gewisser Weise gelebt wurde. Es geht heute darum, eine gesellschaftliche Alternative zu leben. Nicht Geld, Gewinn, Monetarismus stehen im Vordergrund, sondern „enkeltaugliche, solidarische und ökologische Lebensstrukturen“. Bei Workshop „Es braucht ein neues Hören“ sind wir schließlich bei der Spiritualität und Liebe gelandet. Viele lehnen hier aufgrund der Herrschafts- und Gewaltgeschichte der Kirche kirchliche Betrachtungsweisen ab. Aber im Klang einer Schale oder Glocke spüren wir etwas, was uns öffnet für einen größeren Raum als den der Vernunft, der Preistaferl, der Oberfläche. Ich bin überzeugt, dass wir scheitern, wenn wir uns diesem spirituellen Raum (für uns ChristInnen „Gott“) gegenüber nicht öffnen. In die Tiefe hinein. Die Stille kann uns das lehren, wenn jemand mit Spiritualität Schwierigkeiten hat. Oder das Gehen, das Pilgern. Und genau das Gehen am Abend in der Veteranenstraße am Prenzlauer Berg, wo mein Kloster liegt, fällt mir ein anderen Buch in die Hand. Pierre Rabhi, Glückliche Genügsamkeit. Es ist ein Büchlein, das ich gleich hier „verschlungen“ habe. Bitte im Buchhandel bestellen. Amazon fährt mit uns an die Wand, weil sie alle regionalen und lokalen Strukturen vernichten.

Vielfalt in Berlin

08_IMG_232006_IMG_2252Übrigens, den Blogbeitrag schreibe ich im Cafe Krone sorglos in der Oderberger Straße. Wer diese Straße und Gegend schon einmal besucht hat, wird Vielfalt und Regionalität verstehen. Kein Einkaufszentrum weit und breit. Eine Frau hat mir gestern spät abends beim Gießen ihrer Straßenblumen erzählt, dass diese Straße schon zur Zeit der DDR „anders, kreativer und widerständiger“ war. Die Balkone voller Blumen, die Straße in ihrer Breit voller Cafes und Gaststätten. Menschen sind am Wochenende einfach da. Unkompliziert. Auch ich werde so behandelt. Gestern war ich am Alexanderplatz Zeuge des Festes der Berliner Kirchen. „Zufällig“ habe ich die Ankündigung vor die Augen bekommen. Und dann treffe ich wieder „zufällig“ meinen früheren Ausbildungskollegen Michael aus Berlin und Sr. Klara von den Franziskanerinnen von Siessen. So aufgeweckte Ordensfrauen „mag ich“. Und sie haben Nachwuchs. Kein Wunder. Dass mich ein Münchner zur Laser-Show beim Bundestag „entführt“ war Frucht eines Nachfragens nach dem Weg. Er erläuterte mir, dass er mehrmals im Jahr aus dem Dorf München in die Großstadt Berlin fährt. Er mag die Weite. Ja, das mag ich auch. Kilometer weit kann ich gehen und sehe, dass sich die Stadt Platz genommen hat. Vielleicht ist das auch der Grund für die Vielfalt. Die Weite im Kopf. Aber auch die ist hier in Berlin bedroht durch „Investoren“, die Platz kaufen und maßlos verbauen, verbrauchen und dafür kassieren. Pierre Rahbi schreibt auf Seite 47: „Ja, das Gold hat die Menschheit verrückt gemacht. Und es ist schockierend, festzustellen, wie viel verborgene Kraft eine Sache besitzt, die doch nur Metall ist.“ Ja, dieses Büchlein wird Folgen haben. Auch für mich.

 

 

 

 

mit F

OÖN

OÖN

Es gibt Zeiten, wo eine gewisse Vibration in der Luft liegt. Eine positive Erregtheit. Die erste Verliebtheit gehört genauso dazu wie das Ende einer Schwangerschaft. Etwas ganz Neues soll die Welt erblicken. Erstmals. Nach einem langen Übergang zeigt sich der Berggipfel und es sind nur mehr zehn Minuten. Wir sind oben.

Die neue CD erblickt das Licht der Welt

In den letzten Tagen haben wir so etwas erlebt. Drei junge Musiker sind uns als Familie zutiefst verbunden. Und jetzt ist es soweit. Morgen 28. August 2015 erscheint ihre neue CD „mit F“. Es ist wie eine Geburt. Einfach spannend, wie die Musik bei den Menschen ankommt. Wenn die Drei auf der Straße spielen, ist ihnen eine große Menschentraube sicher. Wir sehen, dass ihnen das Musizieren wirklich Spaß macht und dass sie zu wirklichen Profis herangereift sind. Und: Je öfter ich selber diese CD höre, umso tiefer dringt diese Musik in mich ein. Humorvoll, schwungvoll bis nachdenklich, ruhig. Einfach rockig. Es tut gut, wenn junge Menschen die Breite des Lebens in Musik gießen können. Gratulation den Dreien. Allen anderen sei gesagt: Die CD gibt es in ganz Österreich und praktisch überall, wo es CD’s gibt. Es versteht sich, dass sie auch als Download zur Verfügung steht. Dass die Medien bis hin zur ZIB 9 so breit berichten, ist ein gutes Zeichen dafür, dass das Neugeborene bald laufen wird.

Wer die „folkshilfe“ live hören will, hat hier die Gelegenheit dazu:

6.10 München
17.10 Linz
21.10 Innsbruck
22.10 Dornbirn
24.10 Graz
04.11 Wien
07.11 Melk
01.04 Salzburg

www.folkshilfe.at