Im System und am System

„Wir leben im Erfahrungsgefängnis. Wir leben in einem Gedankensilo. Es braucht die Kraft, sich die Dinge ganz anders vorzustellen. Es braucht nicht nur die Arbeit im System, sondern gerade heute die gestaltende Arbeit am System“.  Meinen Artikel für die nächsten ON habe ich abgeliefert. Jetzt fließt einiges nach. Es ist eine Zusammenfassung der Impulse von David Bosshart beim Ordenstag 2014. Diese drei Sätze werden mir weiter nachgehen. Es ist nicht einfach, im und am System gleichzeitig zu arbeiten. Und doch entfaltet beides die größte Kraft.

Weckt die Welt auf

Wels_1Lange mussten wir auf die deutsche Übersetzung des Schreibens von Papst Franziskus an die Orden warten. „Deutsch ist nicht mehr Umgangssprache in Rom.“ Das sehen Ordensleute, die mit Rom oder in Rom verkehren. Jetzt ist das Schreiben da. Hier zum Nachlesen. Es lohnt sich zurückzulehnen und hinunter zu lesen bis an den Schluss. Unter Punkt 2 kommt ein Satz, der auch die Präsidentin Sr. Beatrix Mayrhofer in der Predigt beim Ordenstag inspiriert hat: „Ich erwarte, dass ihr „die Welt aufweckt“, denn das Merkmal, das das geweihte Leben kennzeichnet, ist die Prophetie.“ Auch dieser Satz hat es in sich. Wenn ich ganz ehrlich bin, dann erlebe ich oft auch das Gegenteil davon. Zurückgezogenheit, Unterwürfigkeit, ja Angst, „der Welt da draußen zu begegnen“. Jetzt tue ich sicher einigen weh. Mir wurde in den letzten 2 1/2 Jahren irgendwie klar: Viele Ordensleute arbeiten brav, engagiert, fleißig, selbstlos im System. Im System des Krankenhauses, der Schule, der Kultur, der Spiritualität, die eigene Gemeinschaft zu erhalten. Eben im System. Wer allerdings die Welt aufwecken will, muss am System arbeiten. Am eigenen und an dem der Gesellschaft.  Es fällt aber leichter, im System zu bleiben als am System zu schrauben, mit ungewöhnlichen Ideen und kreativen Zugehensweisen. Wie David Bosshart festgestellt hat: Erfahrungsgefängnis, Gedankensilo. So wird es schwer gelingen, die Welt, die ihre „eigenen Wege geht“, aufzuwecken.

Die Sprengkraft der Geschichten

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Foto: Katrin Bruder

„Sie haben so viele biblische Geschichten und sie haben die Möglichkeiten, in Bildern und Analogien zu reden. Die Menschen lieben Geschichtenerzähler.“ Ich füge ein: Jesus hat den Menschen nicht durch Dogmen und Moral das Leben erläutert, sondern durch Gleichnisse, Geschichten und Begegnungen. Er war zu seiner Zeit wie der hl. Franziskus ein „Performer“. Öffentlich, darstellend und zeichenhaft handelnd. Das hat Realitäten geschaffen. Was sind die besonderen Möglichkeiten für Orden? Dieselben wir für jeden Menschen: Der Dialog, das Fragen, der Vertrauenskern. Und: In allem heißt es, das richtige Maß finden. Bosshart bezieht sich auf die Video-Reihe viel mehr wesentlich weniger“ und meint: „Jetzt heißt es klug zu interpretieren, was es konkret heißt: viel mehr und wesentlich weniger. Wir wissen im Bauchgefühl: Es kann so nicht weitergehen. Wir sind in der Wirtschaft brutal effizient geworden. Insgesamt sind wir im System nicht wirklich vernünftig.“  Die Menschen erkennen „vorgespielte Tatsachen“. Bosshart rät, öfter die Löschen-Taste zu drücken. „Denn: Es fehlt uns danach gar nichts.“ Das ist Arbeit am System: Das System verlassen, die Excel-Zelle meiden, die dauernden Rankings gezielt desavouieren, Auszeichnungen ablehnen, die Ränder als Mitte sehen.

Bleibt nicht Gefangene eurer Probleme

Wels_2Das ist jetzt alles Originalzitat aus dem Schreiben von Papst Franziskus: „Weiter erwarte ich von euch, worum ich alle Glieder der Kirche bitte: aus sich herauszugehen, um zu den existenziellen Peripherien zu gehen. „Geht hinaus in die ganze Welt“, war das letzte Wort, das Jesus an die Seinen richtete und das er heute immer noch an uns alle richtet. Da ist eine ganze Menschheit, die wartet: Menschen, die jede Hoffnung verloren haben; Familien in Not; sich selbst überlassene Kinder; Jugendliche, denen jede Zukunft versperrt ist; Kranke und verlassene Alte; Reiche, die satt sind an Gütern und im Herzen eine Leere haben, Männer und Frauen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, dürstend nach dem Göttlichen…“ Und weiter, was für mich selber genauso wie für den Vatikan gilt: „Zieht euch nicht in euch selbst zurück, lasst euch nicht von den kleinen Streitereien zu Hause belästigen, bleibt nicht Gefangene eurer Probleme. Diese lösen sich, wenn ihr hinausgeht, um den anderen zu helfen, ihre Probleme zu lösen, und um die gute Nachricht zu verkünden. Ihr werdet das Leben finden, wenn ihr das Leben hingebt, die Hoffnung, wenn ihr Hoffnung gebt, die Liebe, wenn ihr liebt.“ Persönlich weiß ich aus Erfahrung: Gehen, Bewegung und damit neue Begegnungen sind heilsam.

 

 

 

 

Der Bäcker backt nicht selbstverständlich

In meinem Heimat-Bergdorf Kirchschlag ist es möglich, ins lokale Kaufhaus zu gehen und ein frisch gebackenes „Frühstücksflesserl“ von „unserem Bäcker im Ort“ zu kaufen. Das sehe ich als großes Geschenk und nicht als Selbstverständlichkeit, dass das möglich ist. Das Kirchschlager Brot ist noch dazu ein Brot und keine aufgebackenen „Teiglinge“. Wer vom Schwarzbrot einige Tage herunter schneidet, hat immer noch Brot unter dem Messer. Da kann das mit allen Werbemitteln angepriesene „Teiglinge-Brot“ einfach nicht mithalten. Bei den Bergwochen hatte ich früher immer dieses Kirchschlager Brot mit. Es war bis zum letzten Tag frisch im Gegensatz zu anderen Broten, die von den BergfreundInnen mitgenommen wurden.

Junge Leute backen mit Spaß
baeckerei_kirchschlagWarum ist das so? Damit es weiter Brot im Bergdorf gibt, braucht es zwei Dinge. Da ist einmal die Bäckerei. Ich habe den Eindruck und spüre es auch, dass hier ein paar junge Leute am Werk sind, die Spaß haben an ihrer Arbeit, an ihrem Produkt. Das Bäckerleben ist ja etwas außerhalb des normalen Zeitrhythmus. Um Mitternacht aufstehen und fertig sein, wenn alle in der Arbeit sind, also schon Brot gegessen haben. Wir können hier in Kirchschlag froh sein, dass sich hier diese Frauen und Männer rund um das Brot und die wunderbaren Mehlspeisen  „gefunden“ haben. Das ist die eine Seite. Es braucht aber auch KonsumentInnen, die diese „echten Brot-Produkte“ auch kaufen, konsumieren, genießen. Die „tief gefrorene Teigling“ lauert verführerisch in allen Supermärkten und das in vollem Angebot bis zur letzten Minute. Es kann schon sein, dass in unserem Kaufhaus einmal das spezielle Flesserl gerade aus ist. Das ist gut so. Nochmals: Das ist gut so. Wo kommen wir auf Dauer hin, wenn wir immer alles und sofort jederzeit zur Verfügung haben? Das redet uns der Teigling aus den Tiefkühlfach ein. Dort liegt die Konsum-Ideologie – aber nicht die nährende Lebensphilosophie. Zurück zu unserem Bäcker hier im Bergdorf. Euch allen Danke.

Das irre Verhältnis

katzenmilchDa nimmt man das Flesserl, streicht Butter hinein. Fertig ist es. Der Kaffee dazu. Die Zeitung lockt. Klar ist, dass der Geschmack des Flesserls den Inhalt der Zeitung übertrifft. Deshalb keimt der Zweifel auf, ob ich überhaupt die Zeitung „dazulesen“ soll. Ich blättere. Dann die Headline: „Bauern kritisieren Preise im Handel. Da gehen die Wertigkeiten verloren!“. Ein Bild (siehe Bild) sagt mehr als tausend Erklärungen. Die Katze schaut auf ihre Katzenmilch zum Preis von 4,95 EUR. Daneben steht die Trinkmilch im Glas mit 0,54 EUR. Das ist kein Tippfehler. Und ich frage mich beim Frühstück wieder einmal: Was ist los mit unserer Welt? „Geiz ist geil“ hat in den meisten Menschen das „gute Verhältnis, die Wertigkeiten“ tiefgehend zerstört. Es ist der Preis, der die Gefühle im Verhältnis zum Wert steuert. Billig ist gut. Billigst ist hervorragend. Ich schaue seit Jahren keine Werbung mehr an, die mit den Zeitungen geliefert wird. Ich lasse mir meine Wertigkeitsverhältnisse, die ich an der Natur und der Nachhaltigkeit ausrichten will, nicht durch „Sonderangebote“ zerstören. Heini Staudinger sagt: „Die Milliardenindustrie Werbung redet uns täglich ein.“ Hier zum Nachschauen. Zurück zu unserem Bäcker. Gut, dass ihr Brot backt, hier für uns im Bergdorf und weit über Kirchschlag hinaus. Brot und keine aufgebackenen Teiglinge. Ihr seid deshalb nicht die billigsten, aber die besten.

 

Der Glockenschlag ist die einzig regelmäßig hörbare Zeit

dompfarreDas ist eine Aufregung. Ein Anrainer will wieder einmal die Domglocken zu Linz in der Nacht zum Schweigen bringen. Wieder einmal. Alle paar Jahre steht dieser „Wunsch“ nach „Ruhe im Domturm“ auf. Die Anwaltskanzlei hat einen perfekten PR-Coup für sich gelandet. Am Wirtshaustisch wird diskutiert. Im Zug nach Linz werde ich darauf angesprochen. Die Krone-Redakteurin als Aufdeckerin der Geschichte ist auf der Suche nach jemanden, „der den Dompfarrer zum Reden bringen könnte“. Im Pfarrgemeinderat hat man sich nach eingehender Beratung für das Weiterschlagen der Glocken durch alle 24 Stunden hindurch ausgesprochen. Auf Twitter habe ich einen Blogeintrag entdeckt, der schon sehr früh über diese Situation nachdenkt. Ich selber habe damals den Tweet abgesetzt: „Wer die Glocken bekämpft, wird sie immer störend hören.“

Frage der inneren Einstellung zur Umgebung

Wir haben als Familie von 1982-92 direkt neben dem Dom gewohnt. Es hat nicht lange gedauert, waren wir die Glocken gewohnt. Sie haben wie der Autoverkehr, der allgemeine Straßenlärm, die Stöckelschuhe am Gehsteig oder das Gröllen der Nachtschwärmer „hörbar“ dazugehört. Aber die Glocken haben wir sehr bald nicht mehr gehört. Diese Glockenschläge waren die einzigen regelmäßigen hörbaren Impulse. Alle anderen waren zufällig, chaotisch, penetrant oder einfach da. Meine These zu den Dingen rund um mich: Alles, was von außen auf mich zukommt, bekommt durch den inneren Spiegel, die innere Reflexionsfläche eine positive oder negative „Aufladung“. Je nachdem, wie ruhig oder aufgeregt mein Inneres ist. Im Zug reiste gestern eine junge Frau, die in Freilassing unter der Einflugschneise des Flughafens aufgewachsen ist. „Uns hat das überhaupt nicht gestört. Das hat dazugehört.“ Ihre Eltern haben signalisiert: „Es ist gut, dass wir hier sind.“ Und nicht: „So eine Sauerei das mit den Fliegern.“ Wohlgemerkt: Ich rede hier in keinstem Fall den Fliegern das Wort. Ich fliege nur im Notfall. Sonst reise ich. Aber das Beispiel der jungen Frau war gestern einfach da. Der Ärger, das Stören der Außenfaktoren hat mit der inneren Einstellung zu tun. Resilienz, Widerstandsfähigkeit wächst, wenn ich mich mit den nicht veränderbaren Umweltbedingungen arrangieren kann. Vieles im Leben macht krank, weil wir krank denken. Aber jetzt wieder zum Glockenschlag.

Der hörbare Rhythmus der Zeit

Wer in Osttirol im Virgental einige Nächte verbringt, kann auch bei offenem Fenster neben der nicht gerade leise rauschenden Isel schlafen. Das Rauschen macht etwas von der Ewigkeit hörbar. Wer in bergigen Gegenden wohnt, kann auch bei Wind das Fenster offen halten, weil er das ganz große Atmen der Welt hört. Die Glocke am Kirchturm schlägt ganz regelmäßig, ist die hörbare Zeit, ist der Schritt oder Gang durch die Zeit. Sie zeigt: Die Stille geht. Wer in dieses Geheimnis eintauchen kann, wird die Glocke außen nicht mehr hören. Es tut einfach gut, wenn das innere Ohr diesen äußeren Impuls wahrnimmt und dabei weitergeht. Stunde um Stunde und das vier Mal in der Stunde. Aber vielleicht fällt es unserer aus dem Rhythmus gekommen Seele heute überhaupt schwer, Regelmäßiges zu hören. Es ist entweder fad oder störend. Als Kranker, der nicht schlafen kann, kann ich den Fernseher einschalten oder auf die regelmäßige Glocke hören. Was beruhigt mehr? Was lässt die Seele mehr zur Ruhe kommen? Der dauernde individuelle Blick auf die Uhr oder das Hinhören können auf den regelmäßigen Impuls, von dem viele getragen sind. Ein Stück Transzendenz schlägt dabei an. Dieses regelmäßige Schlagen der Glocke hat etwas. Es würde fehlen. Das wollte ich sagen.

 

Barbaraweg: Finde deine persönlichen Schätze

Juraj_900Juraj hält stolz eine Rolle Stacheldraht in der Hand: „Ich war der Erste, der bei Bratislava 1989 ein Stück aus dem eisernen Vorhang gezwickt hat.“ Die Bilder beweisen, dass auch seine Frau und die Kinder damals dabei waren. Der Wachposten war damals noch skeptisch: „Ich habe ihn überzeugt, dass er wegschaut.“ Juraj spürt, wo etwas „aufgeht“. Er hat mit einem großen persönlichen Netzwerk den „Barbaraweg“ angestoßen. Schritt für Schritt nimmt er Menschen herein und überzeugt sie von der Idee dieses neuen Pilgerweges mitten in der Slowakei. Vor seinem Haus steht ein hölzerner Turm mit fast 3 Metern Höhe: „Solche Türme sollen im Laufe der Zeit die wichtigen 29 Stellen am 150 Kilometer langen Barbaraweg kennzeichnen.“ Daneben schon das Schild mit der gelben Markierung. „Der Turm ist das Zeichen für die hl. Barbara.“ Juraj brennt für diesen Weg. Mit seinem Feuer hat er schon eine Menge Leute am und für den Weg „entzündet“. Ich erlebe Juraj als Ermutiger: „Die größte Strecke ist schon ausgeschildert. Im Frühjahr werden noch die Markieurungskleber durch die Städte angebracht. Am 1. Mai 2015 wird der Pilgerweg offiziell eröffnet.“

Natur und Bergbau

mittelpunktDrei Tage nehmen wir uns Zeit, einige wichtige Stationen am Weg und Personen im Netzwerk „Barbaraweg“ kennen zu lernen. Ich wurde eingeladen, meine Erfahrungen als Pilger zu Verfügung zu stellen. Das mache ich in diesem Fall sehr gerne. 2004, 2009 und 2012 bin ich „weit gepilgert“, wie Juraj genau wusste. Durch mein Konzept des pilger_PFADes „In die Nähe Gottes gehen“ und mein Mitwirken am Johannesweg weiß ich, wie Tourismus und Pilgern gut zusammengehen bzw auf gemeinsamen Wegen unterwegs sind. Durch mein dreimaliges Weitgehen und Pilgern bin ich auch in das Pilgernetzwerk „hinein gewachsen oder noch besser hinein gegangen“. Die Idee vom Barbaraweg ist mir mit großer Energie, Begeisterung und Wärme begegnet. Jetzt kenne ich auch die Landschaft und die Städte. Neben den Begegnungen habe ich vor allem die wunderbaren Naturlandschaften mitgenommen. Hügelig, bewaldet und irgendwie einzigartig im Auf und Ab. Dann sind es die nach Bergbau klingenden Städte. Hier haben Menschen über Jahrhunderte nach Gold, Silber, Kupfer und anderen Edelmetallen gegraben. Wunderbare Städte wie Kremnica, Banska Bystrica oder Banska Stiavnica liegen am Weg. Letztere hat die erste Bergbauakademie der Welt unter Kaiser Maria Theresia erhalten. Die Bürgermeinsterin persönlich hat uns empfangen. Ein Rundumblick vom geografischen Mittelpunkt Europas aus oder der Einblick in den am Weg liegenden Thermalort Sklene Teplice lässt Staunen und Wohlbefinden hochkommen. Die Vorfreude auf unsere Pilgerreise mit Welt der Frau und Weltanschauen vom 28. August bis 6. September 2015 steigt auf. Ich sehe uns schon gehen ähnlich wie in Irland, in Rumänien oder nach Volkenroda in Thüringen.

Persönliche Schätze heben

banska_bystica_900In Gedanken gehe ich den sich in der weiten Landschaft abzeichnenden Weg. Es ist ein Rundweg. Da liegt die Chance in der Luft, sich selber in sieben, acht, neun Tagen besser kennen zu lernen. Sich selber „umgehen“. Ich erzähle den Verantwortlichen von meinen Pilger-Erfahrungen: „Da spielt sich bei den Menschen auf der körperlichen, der mentalen und spirituellen Ebene viel ab. Du gehst vom außen in das Innen. Du gehst vom Ich zum Selbst. Du wirst geöffnet. Du entdeckst Räume, neue Freiräume in dir. Du entdeckst das Weniger. Neue Sichtweisen ergänzen die alten oder lassen sie verblassen. Tiefe Dankbarkeit stellt sich ein.“ Juraj’s Augen leuchten: „Ja, diese Dimension hat uns in unserer eher touristisch geprägten Sichtweise noch gefehlt. Es geht nicht um touristisches Wandern, sondern um das Pilgern, um das Entdecken, das Finden der persönlichen Schätze.“ Ich ermutige sie, nicht viel zu machen, sondern die wesentlichen Fragen des Menschen anzustoßen. Dabei hilft eine gute Markierung am Weg und die Offenheit, die „Fremden“ willkommen zu heißen. „Das Gehen, die kontinuierliche Bewegung, die Natur und die Begegnungen therapieren die oft überfüllte Seele.“ Leer werden dürfen, damit die von der Konsumgesellschaft überfüllten Depots Platz geben für Wesentliches. Jeder Mensch trägt einen tiefen Schatz, eine tiefe Berufung in sich. Sie zu entdecken und zu leben schafft das wahre Glück. Dankbarkeit ist die Folge.

7 x 7 ist gut möglich

markierungMeine Überzeugung teile ich immer wieder. Um der „Magie der Zahl“ heute zu entsprechen, gieße ich das in ein Zahlenspiel. Wer 7x3x7 geht, erlebt eine heilsame Veränderung. Sieben mal drei Tage ist 21 Tage lang und 7 Stunden pro Tag gehen. Eine Kur dauert drei Wochen und früher waren die Urlaube drei Wochen. Der Barbaraweg wird seine heilsame Wirkung in der Formel 7×7 entfalten: Sieben Tage sieben Stunden pro Tag gehend unterwegs sein. Einen Tag vielleicht etwas mehr und einen Tag etwas weniger. Die Wegerfinder sind noch etwas skeptisch, „ob das die Menschen aushalten, in einem Tag so weit gehen.“ Ich ermutige sie als Pilger. 20-25 Kilometer sind eine gute Strecke für einen ganzen Tag. Wer schon einmal gepilgert ist, wird dem zustimmen. Wer es noch nie getan hat, wird es als wunderbares Gefühl erleben, „so weit gegangen zu sein.“ Dieser Barbaraweg wird eine wunderbare Möglichkeit, Bewegung in viele Leben zu bringen. Dabei werden die vielen persönlichen Schätze zum Vorschein kommen in einer Gegend, wo die Menschen unglaublich viele Schätze aus den Bergwerken ans Tageslicht gebracht haben. Vor meinem geistigen Auge erhebt sich das Motto unseres Pilgerns im Herbst 2015: „Finde deine persönlichen Schätze“.

Der Barbaraweg in der Slowakei und das wird unser Gehen und Pilgern am Barbaraweg mit weltanschauen.at.barbora mapageschaeftturm

 

Das Welt-WC und Tirol

8_venDu liest in der Zeitung. Nicht irgendeine. „Die Zeit“. Die „Tiroler Tageszeitung“. Das „Publik Forum“. Keine Verwandtschaft und doch treffen sie sich heute. Und dann beginnen die Ganglien zu tanzen. Von dort nach da und von drüben nach herüben. Die Themen mischen sich. Zuerst sperrig, dann logisch.

Das WC der Zukunft

„Das Klo der Zukunft“. Wozu brauchen wir den Welttoilettentag? Der 19. November ist dieser besagte Tag. Es ist noch Zeit. Seite 48 im Publik Forum will darauf einschwingen. Und was soll das Ganze? Klar war mir schon vor 30 Jahren, dass nicht alle ChinesInnen so auf das Klo gehen können wie wir. Das Wasser gibt es nicht. So heißt es auch: 2,5 Milliarden Menschen haben keinen würdigen Zugang zu Toiletten. Weltweit gedacht. „Rund eine Milliarde müssen im Freien defäkieren.“ Den Satz muss ich nochmals lesen. Dann kommt die Frage nach dem WC der Zukunft: „Das Klo der Zukunft müsste Wasser und Urin selbständig aufbereiten und im ständigen Kreislauf wieder zur Spülung einsetzen. Die Exkremente werden darin geruchlos getrocknet und gepresst und später als Briketts im hocheffizienten Heizofen verbrannt.“  Indien taucht auf. Die vielen Kanalsysteme unserer Breiten scheinen Vergangenheit zu sein. In jedem Fall wird klar: Die Exkremente sickern und fließen nicht mehr kilometerweise durch die Gegend. Es passiert alles bei mir zuhause. Der Gedanke gefällt mir, weil er als geruchlos geschildert wird.

Sterben die Kleinen wirklich aus?

00_ven„Die Tatsache, dass immer mehr Menschen in Städten leben und ihre Lebensgewohnheiten von dort in den Urlaub mitbringen, führt zu neuen Herausforderungen. Sie wollen per Mausklick, ganz spontan, immer kürzere Reisen buchen. Die Erwartungen an Dienstleistung, Qualität und Komfort steigen. Der Gast ist anspruchsvoller geworden, bewertet alles im großen Vergleich. Und über das Internet und soziale Medien ist es schon im Vorfeld leichter, sich ein glaubwürdiges Bild zu machen.“ Es geht hier in der ZEIT um den Tiroler Fremdenverkehr. Josef Margreiter ist der Steurmann im Tiroler Tourismus. Die Natur trifft auf den Städter. Siehe oben. Große „Tourismusflächen“ scheinen zu bestehen. Kleiner Natur bezogener Touismus bleibt Segment: „Ja, für manch entlegene Region ist der sanfte Tourismus eine Chance. Letztlich braucht es aber doch eine gewisse Infrastruktur. Die Ruhe, die Reinheit der Luft oder der schöne Wanderweg alleine reichen nicht.“ Warum? Dann fragt die ZEIT: „Was jetzt eine gute Nachricht für diejenigen wäre, die nach Stille und Einsamkeit suchen?“ Margreiter: „Genau, es wird sie weiter geben. Und sie werden weiter von einer Minderheit besucht werden.“ Jetzt wird mir klar, dass ich seit Jahrzehnten zur Minderheit gehöre. Ich bin ein Ostttirol-Fan, konkret das Virgen-Tal. Neugierig? Gut so.

Wann ist genug genug?

3_ven„Wann ist genug genug und wann ist oans mehr als koans?“ Das ist die Headline in der TT. Der Tiroler Tobias Moretti hat sich zum 125-Jahr-Jubiläum der Tourismuswerbung in Tirol Gedanken gemacht und bei der Feier in Erl eine viel beachtete Rede über Tirol und den Tourismus gehalten. „Ich bin beeindruckt von der Gesamtleistung und von allem, was die Touristologie da so alles durchanalysiert hat, alles digital und technisch top aufgestellt, alles einbindet. Sie hat also den Schwung der Zeit mitgenommen. Kann nur sein, dass der Touristiker sich damit grad selber abschafft, weil es ihn nimmer braucht.“ Und ich denke an die „digitalisierten Städter“, die „das Land“ suchen. In Tirol. Und was finden sie? „Zu diesem Traditionsmodell des Gastes kommen aber ganz andere Schichten: Die jungen „User“, die, obwohl sie sich nicht auskennen, auch im alpinen Bereich Anspruch ihre Gaudi haben wollen, alle Ressourcen gnadenlos ausnutzen, ohne Rücksicht auf Verluste und das gleich posten; und da setzen wir auch nichts dagegen, sondern warten erst einmal ab. Dann haben wir die Russen, die ihr Hauptinteresse auf die Exklusivität des Standorts legen. Gut ist nur, was teuer ist. Und die Versuchung angesichts dessen, was da im Lande bleibt, ist riesig. Und wir verbiegen uns bis in alle Windungen hinein. Mit einem Bein sind wir traditionell, mit dem anderen hip, mit dem dritten ein lächelnder Diener seiner Herren.“ Da fällt mir ein: Und alle gehen auf das WC. Auf welches? Es geht noch weiter: „Tourismus ist in unserem Lande zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor geworden. Und so wie unser gesamtes globalisiertes Wirtschaftssystem huldigt er dem Dogma grenzenlosen Wachstums: mehr an Nächtigungen, mehr an Aktivitäten etc.“ Mehr WC’s. Aber welche? Die jetzigen oder die zukünftigen. Das WC und Tirol könnten zum „Weltphilosophieren“ anregen. Oder?

Die Balance finden hin zum guten Leben

vmww_wesentlichEs waren wunderbare Stunden, die ich mit den Begegnungen zum Thema „viel mehr wesentlich weniger“ verbracht habe. Ein Freund fragt mich immer wieder: „Wie heißt das Thema ganz genau?“ Es ist ihm zu vage. Zu wenig am Punkt. Für ihn müsste die Aussage „knallen“. So ist allerdings das Leben nicht. Das Leben ist feinfühliger, gibt Raum, sucht Raum, ja Freiraum, um in die Balance und die Tiefe zu kommen. Jesus hat zu seinen Freunden gesagt, die auch alles „am Punkt“ haben wollten: Komm und sieh! Ja, das lade ich auch ein: Kommt und seht.

Hier sind alle  6 Gespräche in der Kurz- und Langversion zusammengefasst.
Wenn jemand Feedback geben möchte, dann herzlich willkommen.

Kein Wort für Armut und Entwicklung

4_vkDer Friedhofgang liegt hinter mir. Eine tiefe Traurigkeit und Schwere wurde durch die Liturgie und mit den Musikstücken über den wunderschönen sonnenbeschienenen Waldfriedhof gelegt. Ich denke an New Orleans, wo an diesem Tag Fröhlichkeit am Friedhof herrschte. Diese Menschen hier sind angekommen – auch mein Vater und meine Großeltern – und wir dürfen uns aus unserem Glauben heraus darüber freuen. Die ganze Verwandtschaft kommt, sich um das Grab zu versammeln. Mein Neffe Stefan hat heute seine Welthaus-Gäste aus Bolivien Iván Fernando Lahor und Juan Manuel Laura mitgenommen. Sie stehen am Grab mit dabei als gehörten sie schon immer zu unserer Familie. Nachher treffen wir uns in unserem kleinen Haus zum jährlichen Verwandtschaftstreffen unter dem Motto: Ist die Hütte noch so klein, passen doch wieder alle rein. 25 Personen heuer und die beiden Gäste aus Bolivien. Beim LALA-Konzert in Steyr sind wir einander erstmals begegnet. Es ist uns eine Ehre, sie unter unserem Dach zu haben. Auch sie sagen: Bei uns in Bolivien wird zu Allerheiligen am Friedhof getanzt.

Spezialisten des „guten Lebens“

2_stSprachlich erleben wir unsere Begrenzungen. Einzig spanisch. Aber Kathi und Michaela sind dessen mächtig und so können wir uns gut austauschen. Es dauert ohnehin nicht wirklich lange und dann tun wir das, was alle Menschen verbindet: singen. Unsere Gäste sind Gäste von Welthaus hier in Österreich. In ihrer Partnerschule in Haag erzählten sie von ihrem „guten Leben“ in Bolivien. Was mich am meisten beeindruckt hat: In ihrer Gegend in Bolivien kennen sie im Sprachschatz die Wörter „Armut“ und „Entwicklung“ nicht. Es ist dort undenkbar, dass Menschen, die für uns hier „herausfallen“, dort nicht von der vernetzten gemeinschaftlichen Struktur mitgetragen werden. Dort ist niemand arm, weil jeder und jede an den Möglichkeiten teilhaben kann, die alle vorfinden. Unser Gesellschaftssystem kennt diese „intrinsische Kraft des Zusammenhaltes“ nicht mehr. Der „Markt“ hat diese Art der Verbindung unter uns zu einer Geschäftsbeziehung gemacht. Versicherungen, Hilfseinrichtungen usw sind die organisierte Folge. Beide Gäste singen, summen mit und haben ein Lächeln in ihrem Gesicht. Der Schuldirektor und Musiklehrer für 700 Kinder und Jugendliche von 5-18 sitzen bei uns. Das Wort „Entwicklung“ fehlt ihnen auch. 3_stSie sehen alles im Wachsen und im Vergehen. Was wir Nullwachstum nennen, ist dort in Bolivien die nachhaltigste Form zu leben. Mir kommt der Titel der Freitagzeitung in den Sinn: „Wirtschaft steht still“. Gemeint ist, sie wächst nicht. Aber sie steht doch nicht still. Hallo. Wo ist das Wording mit uns hingekommen? Die indigenen Völker in Bolivien können für uns die Lehrmeisterinnen sein im „Balance finden“ von „viel mehr wesentlich weniger“. Acht kleine Kinder treiben sich spielend durch das Haus und ich denke mir: Schön, dass sie diesen bolivianischen Geist „mitatmen“. Und wieder stimmt die Erfahrung zu 100%: Fremde sind Freunde, die ich noch nicht kennengelernt habe.

Wir müssen aufhören mit dem verdammten Legalismus

IMG_4295Der Saal ist prall gefüllt. Im Vorraum ist der Tisch mit dem Buch von Bischof Dom Erwin Kräutler aufgestellt. „Mein Leben für Amazonien„. 34 Jahre Bischof mit und bei den indigenen Menschen am Amazonas. Dom Erwin wird nach dem Vortrag und der Diskussion von den Leuten umringt. In der Diskussion fällt es ihm schwer, zwischen Du und Sie zu unterscheiden. Und das in Wien, wo Titel und Funktionen lebensnotwendig sind, damit der Turm der Bedeutung ja nicht zu klein ausfällt. Dem Menschen, Christen und Bischof ist das nicht wichtig. Beziehung auf Augenhöhe und „Hinhören“  oder #ganzOhr sind für ihn charakteristisch. Ein heilender Mensch. Er macht den Raum auf. Atmen, freies Atmen liegt in der Luft.

Legalismus oder Barmherzigkeit

Gefragt wurde er vieles. Mich hat beeindruckt, wie er seine Begegnung (andere nennen es Privataudienz) mit Papst Franziskus schildert. Bischof Kräutler erzählt, dass der Papst die Bischöfe ermutigt, ihre Situation direkt anzusprechen, konkrete Vorschläge zu machen für die Lösung von Problemstellungen. „Habt Mut und redet.“ Das Ergebnis der Synode hält Kräutler dahingehend für irreversibel, „weil Transparenz eingezogen ist“. Abstimmungsverhältnisse wurden veröffentlicht. Diskussionen sind nachvollziehbar. Der verdeckte und zudeckende Legalismus hat sein Ende gefunden. „Wir müssen aufhören mit dem verdammten Legalismus.“Es geht um Aufrichten und Barmherzigkeit. „Das ist das Herzensanliegen diese Papstes. Die offene Diskussion über die Zukunft.“ Und: „Die Bischöfe sollen mutig und verwegen sein. Das gilt auch für die österreichischen Bischöfe.“ Ganz ehrlich: Sie sind noch mit der Zumutung beschäftigt. Und ich denke parallel mit: für die Ordensoberinnen und Ordensoberen genauso, die in der Spur der Erneuerung, der Gründungen, der Antwort auf die Not der Zeit stehen. Kräutler hat vom Papst gehört: „Sag den Bischöfen, sie sollen konrete Vorschläge machen.“ Der Papst ist mutig – mutiger als die Bischöfe. Wie sollen sie auch Mut fassen, wenn Mut in den letzten Jahrzehnten zu „Troubles“ (Zitat Bischof Aichern) geführt hat. Da braucht es noch einige Eucharistien, um Wandlung zu ermöglichen und zu bewirken.

Die These der beauftragten Priester/in

IMG_4287Apropos Eucharistie. Bemerkenswert finde ich, dass Papst Franziskus ganz klar den Eucharistie-Mangel in allen Kontinenten erkannt hat. Bischof Kräutler hat eine Diözese, die 4 Mal so groß ist wie Österreich und mit ihm wirken 16 Priester. 16. Da redet bei seiner Begegnung in Rom der Papst selber von einer „Idee“. Bischof Fritz Lobinger hat ihm, dem Papst den Floh ins Ohr gesetzt. Eine priesterlose Gemeinde ist ein eucharistielose Gemeinde. Bei Kräutler sind das 90% der Gemeinden. Jetzt die These, die der Papst selber ins Gespräch mit seinem Mitbruder Kräutler eingebracht hat. „Jede Gemeinde beauftragt drei älteste Frauen und Männer (das ist nicht das Alter gemeint), die am Sonntag der Eucharistie in dieser Gemeinde, wo sie eben dazugehören, vorstehen. Am Montag geht jede und jeder seinem Beruf nach.“ Beauftragte Leute-Priester und Priesterinnen. Nicht geweiht – beauftragt. Der Weg von Bischof Aichern in Linz. „Beauftragte SeelsorgerInnen“. Und ich denke an die vielen Beauftragungsfeiern. Der Weg der Weihe und der Weg der Beauftragung. Auf Augenhöhe. Ich werde etwas sentimental, weil das über Jahre meine die innere Triebfeder war, aber von „erzkonservativen Kreisen „zerstört“ wurde. Jetzt spricht der Papst von sich aus diese Vorgehensweise an. Das Vorzeichen in Rom hat sich 180° gedreht. Jetzt steht für mich das + vor der Gleichung. Kräutler endet bei diesem kirchlichen Kapitel mit dem Satz: „Um der Eucharistie willen wird es diesen „Priestertyp“ sehr bald geben.“ Hoffen wir es. Für Frauen und Männer. Um Gottes und der Gemeinden willen.

Das Wenige tun, dort wo ich bin

Gesellschaftlich taucht in der Diskussion immer wieder die Frage auf: Was kann ich heute hier und jetzt tun? Kräutler: „Das Wenige tun, dort wo ich bin.“ Was sagen sie zum Wirtschaftswachstum? In meinem Kopf taucht sofort die Gesprächsreihe „viel mehr wesentlich weniger“ auf. „Wachstum muss verantwortbar sein, gerade auch ökologisch. Wir sind für die nächsten Generationen verantwortlich. Wirtschaftswachstum geht aber heute über Leichen. Es geht nur mehr um statistische Größen. Aber: Jeder Mensch hat ein Gesicht.“ Kräutler ist für Wachstum im Bereich der Ernährung, der Gesundheit, des Wohnens oder der Bildung. Es muss das Buchhalterdenken von Einsatz und Erfolg aufhören. „Eine andere Welt ist möglich“ sollte viele erfassen. Es kommt auf jeden und jede an. Ermutigend in diese Richtung erwähnt er seinen jahrzehntelangen Einsatz in Amazonien: „Es gibt immer eine Spalte, wo der Fuß reingeht. Man soll nie die Hoffnung verlieren.“ Angesprochen auf das Klima lässt er keinen Zweifel: „Das Klima geht so nicht mehr lange. Es wurde alles abgeholzt. Die Folgen wie Stürme und Trockenheit spüren wir jetzt.“ Mir fallen die Lobbying-Unternehmen ein, die alle Klimaziele für unmöglich halten und der Voest-Generaldirektor Eder, der in den USA die Zukunft aufbaut: ohne Umweltauflagen. Es ist zum Schreien.