Es ist höchste Zeit

Ernst Aigner, langjähriger  Gymnasiallehrer für die Fächer Geschichte, Religion und Musik und Kabarettist aus Freistadt  hat in die Neujahrsrede von Kickl Herbert genauer hineingehört. Seine Analyse hat er der Freistädter Rundschau zur Verfügung gestellt.

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Regenerativ kochen, arbeiten und leben

Die Headline könnte auch nur ein Wort sein: regenerativ. So richtig in meinen Ohren angekommen ist dieses Wort mit dem breiten und aktuellen Anliegen von Georg Friedl vor etwa drei Jahren. Er kocht und mühlviertelt schon seit geraumer Zeit. Und das tut er an verschiedenen Orten. Heute mittag war endlich Zeit, ihn im Genussviertel im Winkler Markt in Linz-Urfahr zu besuchen, sein „regenerativ Gekochtes“ zu genießen. Und es war ein Genuß.

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Mehr prophetische Gewaltfreiheit

Je länger Kriege dauern, desto hilfloser schauen Menschen weg. Ich selber bin genauso gefährdet. Bilder von verstümmelten Menschen und zertrümmerten Häusern, von hochtechnisierten Waffen und Wolkengebilden nach Detonationen machen uns nicht nur stumm, sondern auch taub und blind. War über Monate die Ukraine in unseren Wohnzimmern, auf unseren Smartphones, so stehen wir gerade mitten in Palästina und Israel. Und immer wieder umschwirren uns Aufforderungen, sich parteiisch festzulegen. Auf welcher Seite stehst du? Eine kriegerische Frage in sich. Unbestritten ist, dass der kriegerische Überfall auf die Ukraine und das Massaker der Hamas auf israelische Juden auf das schärfste zu verurteilen ist, ebenso der aufkeimende Antisemitismus und die latente Islamfeindlichkeit.

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Die Mitte ein Kind

Die Mitte der Welt ist ein Stall, ein Futtertrog, ein Kind darin. Das ist eine wagemutige Behauptung, die so gar nicht dem Erscheinungsbild dieser Welt heute entspricht. Da haben sich ganz andere Dinge breit gemacht, als Mittelpunkt der Welt in Szene gesetzt, behauptet, eingerichtet. Nennen wir sie nicht, um ihnen keine Bedeutung zu geben. Krieg und Ungerechtigkeit, Ausbeutung und immerwährendes Wachstum ist ihre Triebfeder und Wirkung, Selbstbeschädigung inklusive. Wer nicht fähig ist, den Blick zu weiten, könnte verzweifeln, in Zynismus und „eh wurscht“-Haltung abtriften.

Wir spüren allerdings eine tiefe Sehnsucht, die sich dieser Tage bei den meisten Menschen breit macht. Da ist etwas ganz anderes. Da kommt uns doch dieses Kind in der Krippe entgegen, damals wie heute. Das Kind drängt allerdings nicht in die Mitte, sondern macht einen Raum auf, ganz draußen, ganz weit draußen, weil in der Mitte drinnen kein Platz war. Das Kind draußen ist umgeben von der Solidarität derer, deren Lebenswelt das Draußen ist, den Hirten, ja, den Tieren. Selbst die königliche Macht spürt den Magnetismus dieses friedlichen und solidarischen Draußen und bricht auf, hinaus zum Kind. Die einen mit Milch, Brot und Honig, die anderen mit Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Wer sich sensibel gehalten hat in diesen gereizten konsumgetränkten Tagen, wird das tiefe Geheimnis des Lebens kommen hören. In der Stille, im Lauschen, im Zusammenschwingen. Das Leben, ja, das Leben kommt uns im Kind entgegen, zeigt sein Gesicht und lässt uns hoffen, auf Liebe, Gerechtigkeit und Frieden. Klingt pathetisch, ist von diesem Leben, diesem Kind ganz konkret gemeint.

Tiefe und Frohe Weihnachten!
ferdinand

 

Jesus, Stein und Blume

Gefühle, Harmoniewünsche und Durchatmen umkreisen vielfach das Weihnachtsfest. Menschen wollen Zusammengehörigkeit erleben, „der banalen und oft grausligen Welt ein wenig entrinnen“. Heile Weihnachtswelt unter Christbaum. Ein absolut verständlicher Wunsch. Und doch gehören wir genau in diese Welt, in der wir genau jetzt leben. Das Ausblenden oder Zudecken hilft nur kurzfristig. Wir haben als KA für die Krippe daher eine Idee wahrgenommen, „ent-wickelt“ und ausgedrückt.  Dahinter steht der Wunsch, dass die „ganze Welt heil werde“, von Lieblosigkeit und Ungerechtigkeit befreit, diese gemindert werde. Das Kind in der Krippe kann (erst) so eine wirklich heilsame Wirkung auf uns und mit uns entfalten.

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Die Themen der Welt sind auf den Tischen der Weltkirche ungeschminkt angekommen

„Hast du von der Synode etwas mitbekommen?“, fragte ich dieser Tage eine „schmal kirchenaffine Person“ (Selbstdefinition). Nachdenklichkeit und dann: „Die runden Tische und lange hat es gedauert. Dass man so viel Zeit braucht, um ein paar strittige Themen zu besprechen, verwundert mich.“ Diese Wahrnehmung dürften viele Katholik:innen ähnlich abgespeichert haben. Ergebnisse gab es ohnehin nicht zu verlautbaren. Alles geht im Prozess dahin. Wir von der KAÖ haben uns daher die direkte Teilnehmerin der Synode, Univ. Prof.in Klara Csiszar, in ein Zoom-Meeting eingeladen. Hier eine sehr persönliche Mitschrift, fragmentarisch und gekritzelt.

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Synodal leben und entscheiden

Der erste Marathon bei der Weltsynode zur „synodalen Körpergestalt“ der Kirche ist gelaufen. 2024 wird der zweite und finale Lauf stattfinden. Im Vorfeld habe ich im Frühjahr 2023 bei der Deutschen Ordenskonferenz (DOK) den Vortrag „Synodal leben und entscheiden“ in Vallendar beigetragen. Hier ist der Auszug aus und Abdruck in der Ordenskorrespondenz 4/2023 zum Nachlesen.

Wieso ein Tag der Stille?

„In die Stille gehen“ werde ich mit interessierten Menschen beim „Tag der Stille“ am SO 26. Nov 2023  in meinem Heimatort Kirchschlag bei Linz. Im Rahmen der „Gesunden Gemeinde“ ist dieser Tag vorgeschlagen und ausgerufen worden. Stille tut uns gut. Am Vormittag gehen wir und am späten Nachmittag werden wir schweigend den Sonnenuntergang und die „Lichtabnahme“ in der wunderschönen Aufbahrung erleben können. Wieso ein Tag der Stille?

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