Ein Leben sucht das Leben

Es ist 5.25 Uhr. Das Festnetz läutet. Wenn dieses Läuten durch die Wohnung schallt, sei es zeitlich gelegen oder ungelegen, dann ist unsere 97-jährige Oma am anderen Ende. Seit mehr als einem Jahr ist sie im Seniorenheim, weil sich ihr Alleine-leben (wollen) nicht mehr ausgegangen ist. Sie ist wunderbar und liebevoll betreut. Und sie hatte immer viel Besuch. Sie hatte.

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Besser und Erster sein müssen

„Schließlich geht es in diesem Kampf gegen das Cornavirus nicht um ein Wettrennen, nicht darum, wer als Erster gehandelt hat und nun als Bester aus dem Schlamassel herauskommt. Was nottut in diesen Tagen ist europäische Solidarität, sind abgestimmte europäische Konzepte. Denn am Ende werden sich nur alle gemeinsam an die Aufräumarbeiten machen können.“

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Sich dem Nahen neu annähern

Habt ihr Lust auf ein Zoomerl? Das ist sehr ähnlich dem: Gehen wir auf einen Kaffee oder ein Seiterl? Leute vernetzen sich gerade auf den verschiedenen Video-Telefonie-Plattformen. Homeoffice braucht das fast zwingend. Ich mache das mit Signal und Zoom, weil es wirklich unspektakulär einfach ist, sich näher zu kommen. Zuerst ungewohnt. Dann wie gestern abends eineinhalb Stunden wunderbarer Austausch aus den verschiedensten Erfahrungen und Perspektiven. Die Ideen sprudeln. Was nehmen wir für die gesellschaftliche Neu-Konstruktion in die Zukunft hinein mit?

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Moralisch noch nicht berechtigt

Gestern hat der Jungvater und Finanzminister Gernot Blümel bei der Pressekonferenz eine besondere Redeweise aufgesetzt, um die Journalistenfrage nach dem Zeitpunkt der Lockerungen der Corona-Maßnahmen zu beantworten.  Für mich hat sie etwas von einer „therapeutischer Redeweise“ an sich. Oder wie wir sie auch im Coaching verwenden. Wenn ein Gespräch mit einem schweren Trinker auf das Why seines Trinkens kommt, dann fragen wir auch nicht: Warum trinkst du? Nein, wir stellen eine „moralische Instanz“ in das Gespräch und fragen beispielsweise: „Wer hat dir erlaubt, so viel zu trinken?“ Das löst ganz andere Gedankengänge aus und ermöglicht ein anderes Gespräch als die einfache Frage : Warum?

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Kauf das Gute und Wertvolle in deiner Nähe

Kauf Oberösterreich“ heißt die Aktion der OÖN. Gesichter werben für diese neue und ausgesprochene Nähe am heutigen Titelblatt. Wir gehen allerdings noch näher, seit Jahren, im Bergdorf. Das hängt ein wenig damit zusammen, dass ich auf einem Bauernhof aufgewachsen bin, wo schon immer direkt vermarktet wurde. „Eder-Speck“ oder „Eder-Wurst“ sind Ausdrücke, die über Jahre mit positiven Assoziationen verbunden sind, mit Beziehungen, Begegnungen und sogar Freundschaften. Und natürlich dem feinen Geschmack. Jetzt muss ich aufpassen, dass diese Zeilen nicht zu direkt werben. Aber wenn ich so nachdenke, dann will ich in die Nähe werben.  Auch für unseren Nahversorger und den Lamm-Bauern. Deshalb erzähle ich das hier.

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Zukunftsfilme jetzt in das Hauptabendprogramm

Da gibt es die einen, die derzeit überbeschäftigt sind. Sie erleben sich gerade so, als würden die Kinder dauernd ins Büro sein. Nur umgekehrt: Homeoffice. Oder alle, die gerade als „Helden der Krise“ bezeichnet werden. Zu recht. Ein wunderbarer Zusammenhalt der zivilgesellschaftlichen Kräfte. Da sind aber auch jene, die ganz konsequent #stayhome leben, ihre Arbeit und Aufgabe verloren haben, denen alles abgesagt wurde. Das Gefühl, der Lebenssinn „rinnt gerade aus“. Wie soll es weitergehen?

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Eine Quellensuche am Sonntag

Der Bus fährt am frühen Sonntagvormittag aus dem Bergdorf auf über 900 m hinunter in die Stadt Linz. Er ist ganz leer, wo sonst viele Wanderer mitfahren. Ich steige hinten ein. Das ist jetzt so. Kein Kontakt zum Busfahrer. Meine OÖV-Jahreskarte zeige ich bewusst nach vorne. Sie hat in diesen Tagen Identitätsprobleme. Sie wird nicht gebraucht. #stayhome.  Aber heute fahre ich auf Quellensuche in die größte Kathedrale Gottes, die Natur. Fast 500 Höhenmeter kurvt der Busfahrer mit mir hinunter. In der Speichmühle steige ich aus. Zwei große Bäche münden hier zusammen. Den linken nehme ich.  Großes Wasser. Es weht ein kalter Nordwind. Auf zur Quelle. Schritt für Schritt.

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Ökosoziale Wende und Wirtschaft jetzt unmittelbar koppeln

„Ich frage mich, ob soviel Geld, das zurecht für „die Wirtschaft“ in die Hand genommen wird, nicht mit der bis vor kurzem diskutierten ökosozialen Wende gekoppelt werden könnte. Krise heißt ja auch Chance für Veränderung. Ein Zurück zum Ist-Zustand davor kann es ja nicht sein.“ So schreibt Christian Wlaschütz in einem Posting heute auf FB. Er schreibt: „könnte“.  Aus meiner Sicht muss dort „muss“ stehen. Ich bin überzeugt, er meint das auch so.

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