Vom Fall zur Quelle

Ende Oktober 2019. Es braucht ein paar Tage, bis die Buchstaben in diesen Blog hineinpurzeln zu diesem Beitrag. Eine unglaublich schöne Erfahrung und heute nährende Erinnerungen begleiten mich in der Phase des Neubeginns.  Nach sechs Tagen und 125 Kilometern zum Meditieren und Assoziieren komme ich am Lechweg von Füssen an der deutsch-österreichischen Grenze kommend bei der Lech-Quelle oberhalb von Zug bei Lech an. In Vorarlberg von Deutschland kommend durch Tirol. Wieder einmal bestätigt sich: Alles fängt ganz klein zu fließen an. #gehschenkteZeit ist mein Hashtag, wenn ich gehend der Natur als größte Lehrmeisterin in diesem naturbelassenen Tal begegnen darf.

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Contrario ist nicht verkehrt

Drei Wochen waren meine Frau und ich zu Fuß am Benediktweg von Montecassino  Richtung Nursia (Geburtsort des hl. Benedikt) unterwegs. Angekommen sind wir  wieder einmal freudig und erfüllt in Assisi. Der hl. Benedikt ist auf Montecassino oberhalb der Stadt Cassino gestorben und begraben. Zusammen mit seiner Schwester, die hl. Scholastika. Der Benediktweg ist von der Geburt zum Sterben markiert. Wie fast alle Wege, die einem Heiligen oder einer Heilige gewidmet sind. Wir gehen ihn „umgekehrt, verkehrt“. Oder wie die Italiener, die wir gefragt haben, immer meinten: „Ah, contrario“. Einen Aspekt „unseres Benediktweges contrario nach Assisi“ nehme ich heraus.

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Wenn einer nur Demokratie sagt

Am 24. Okt 2019 fand das 13. Linzer Religionsgespräch statt. Jetzt ist wieder mehr Zeit, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen. Die Zusammensetzung des Podiums mit dem neuen Nationalratsabgeordneten Stefan Kaineder, der Direktorin der ksoe Magdalena Holztrattner und dem Präsidenten der muslimischen Glaubensgemeinschaft in Österreich Ümit Vural versprach einen spannenden Abend. War er auch. Ein kleines, aber wesentliches Detail halte ich hier fest. Gerade auch zum Nationalfeiertag.

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Sich neu erfinden oder einfach finden

„Sei der Pilot deines Lebens“ schreibt Matthias Strolz, mit dem ich nach seinem Rückzug aus der Politik ein Interview – besser – ein Gespräch in Wien geführt habe. „Schlusspunkt setzen“ war damals unser Ausgangspunkt (S8/9). Er hat schon angedeutet, dass er sich dem Neuen stellen will und wird. In seinem aktuellen Buch beschreibt er die „High-Five der persönlichen Entfaltung“.  Unsere biografische Entwicklung trifft sich zum damaligen Zeitpunkt an diesem Abend auch persönlich.

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Zwischenräume und Gehzeiten

Nach sieben Jahren steht ein ganz neuer Lebensabschnitt vor der Tür. Präsidentin Sr. Beatrix Mayrhofer hat bei der Verabschiedung von „sieben fetten Jahren“ gesprochen, die wir zusammen mit den Ordensgemeinschaften gestaltet haben. Es war ein „Transition.Walk#Vienna“ in der Hitze des Wiener Sommers und bei den Dankesworten ein Donnern und Grollen, das schließlich in einem Wolkenbruch einmündete. Flucht aus dem Garten hinein, alle irgendwie gezeichnet vom Schweiß und Regen. Es bleibt uns in Erinnerung. Mir in guter Erinnerung. Mein Gefühl der tiefen Dankbarkeit wurde irgendwie bestätigt, mit dem Naturstempel ausgezeichnet.

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Kein Storno oder Anzahlung am Defreggerhaus

„Hallo Ferdinand,  danke fürs Bescheid sagen.  Es war definitiv die beste Entscheidung – heute ist niemand zum Großvenediger aufgestiegen …. Fein, wenn ihr das nächste Jahr kommt. Schöne Grüße, Barbara.“ Das Wetter hat uns  einen Strich durch unseren Plan gemacht. Wir wollten vom Defreggerhaus auf den Großvenediger (3.674m) aufsteigen.  Wir sind gestern ob der miserablen Wettervorhersagen ins Tal abgebogen.  Telefonisch konnten wir die Hütte nicht erreichen. So habe ich ein kurzes Email mit dem Smartphone aus dem Tal geschrieben. Wir waren angemeldet.  Man meldet sich ab. Heute kam dieses Email von der Berghütte „herunter“.

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Finis Terrae am Johannesweg

Eine Idee wurde umgesetzt. Ein Wunsch gehört. Immer wieder haben Pilgerinnen und Pilger am Johannesweg geäußert, „dass es kein Ziel gibt“. Ich selber habe kurz nach der Eröffnung dazu meine Erfahrungen niedergeschrieben unter dem Titel „In 21 Stunden das eigene Leben umpilgern„. Ja, es war bis dorthin auch für mich ungewöhnlich, nicht auf ein Ziel „hinzupilgern“.

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Ich und mein

6 x steht „Ich“. 4 x „mein“. Wir starteten um 6 Uhr beim Glockenleuten der Kirche im Bergdorf „hinüber auf den Pöstlingberg“. Nicht ganz drei Stunden sind erforderlich, um zu Fuß die Strecke von etwa 13 Kilometern zurückzulegen. Wir wollten heute eine großes Danke „hinübertragen“ und auch die Bitten für die Zukunft. Es gibt Menschen, die uns ans Herz gewachsen oder die uns anvertraut sind, deren Anliegen wir hier mitgenommen haben. Am Ende haben 12 Lichter geleuchtet als Danke und Bitte.  Zwölf für alle.

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