Ostern geht nach Emmaus

Der Ostermontag lässt Vieles „nachschwingen“. Am Karsamstag habe ich zusammen mit meinem ältesten Enkerl erstmals einen Berg, einen richtigen Berg, den Sonnstein erklommen. Die wunderbaren und lebendigen Osterliturgien in der Pfarre St. Markus mit dem inneren Erleben – Aufbruch, es geht weiter – waren wirklich nährend. Das Halleluja wollte dort nicht nur gesungen, sondern auch gestampft, getanzt, geklatscht und bewegt werden. Ein Pfarrassistent, dem bei Singen des Oster-Evangliums die Stimme brüchig wird, weil ihn das Geschehene selbst „bis in Herz hinein“ erfasst.  Es ist im ganzen Kirchenraum zu spüren, dass hier am Ostersonntag ganz Wesentliches gesagt wird, eine andere neue Welt „anklopft“. Der Tote lebt. Der Auferweckte begegnet den Jüngerinnen und Jüngern. In der Reihenfolge. Sie suchen. Und manche finden. Aber ganz haben sie noch nicht verstanden, was da mit Jesus in den letzten Tagen „abgegangen“ ist. Deshalb gehen zwei von ihnen zurück über Emmaus, heim, den Kopf hängend und alle Erkenntniskraft – so scheint es – verbraucht. Und dieses Emmaus wird der Begegnungs-Ort, der Erkenntnis-Ort, beim Brotbrechen, beim dankbaren Gebet davor, bei der Erinnerung an das Mahl. Jetzt haben wir verstanden. Unglaubliche Freude, die sofort aufbricht und zurückläuft, um auch andere in ihrem Frust, Skepsis oder Zweifel aufzurichten. Da passt es immer gut, wenn wir uns als Familie und auch als Großfamilie, als Sippe am Ostersonntag treffen. Wunderbare Begegnungen, die das Leben austauschen mit dem Ziel der Ermutigung. Irgendwie immer geprägt von österlichen Grundton:  Er ist da, geht mit uns. Ob wir es sehen oder nicht. #wach sein und #wach bleiben hilft zu sehen. Ostern geht über Emmaus.

Der Karfreitag mündet im Leben, in der Liebe

Am Karfreitag suche ich die Stille. Ich gehe zur Karfreitagsliturgie in die Kirche. Das Leiden und Sterben Jesu. Damals wie heute. Immer besuche ich die Erinnerungsstätte für Franz und Franziska Jägerstätter in der St. Anna Kirche in Kirchschlag. Und daheim verziehe ich mich auch in den Herrgottswinkel. Warum?

Franziska und Franz Jägerstätter

Kurz vor der Seligsprechung von Franz Jägerstätter 2007 im Linzer Dom habe ich damals vom Pfarrer von St. Radegund als „Danke“ für meine Mitarbeit zwei Reliquien-Knochensplitter bekommen. Ich bewahre sie in einer Kapsel auf, wo normalerweise das heilige Brot zu den Kranken gebracht wird. Die vielgebrauchte Kapsel habe ich auch damals von Dompfarrer Johann Bergsmann dafür bekommen, der selbst beim Seligsprechungsprozess unglaublich viel getan hat. Heute schaue ich die verbrannten Knochen-Splitter an. Einmal im Jahr. Ein ganz tiefer Respekt vor dem Ehepaar Jägerstätter erfüllt mich. Für mich ist er der „Gewissens-Heilige“, der mit seinem Leben bezahlt hat, was uns nie wieder passieren darf. Und Franziska hat geduldig und sogar immer freudig „mit bezahlt“. Es darf uns nicht mehr passieren, einfach Ja zu sagen zu etwas, was „anschmiegsam und plausibel daherschleicht“ und doch im Inneren voller Mimesis in der Konkurrenz, voller Sündenbock-Denken, getränkt mit offener und subtiler Gewalt ist. „Sag nein, wenn alles ja sagt.“

Dafür und deswegen ist Jesus gestorben. Und ganz viele Frauen und Männer sind in seiner Spur seither und heute mit-gestorben, sterben heute mit. Das verlangt von uns, von mir ein ganz tiefes #wach im Jetzt. Und bei allem unserem Tun und Orientierung suchen hilft immer die ganz einfache Frage:

Kommt damit mehr Liebe in die Welt?

Leben ist Liebe. Das feiern wir heute, in Erinnerung und als Auftrag, als Tun und als Geschenk Gottes an uns.

Ein letzter Brief vom Linden-Baum

Liebe Dorfbewohnerinnen und Bewohner, liebe Gäste des Bergdorfes!

Ich schreibe euch heute erstmals und ein letztes Mal. Ich war die Linde vor dem wunderbaren St. Anna Pfarrzentrum in Kirchschlag bei Linz, Österreich und Mitteleuropa, von der Sonne aus betrachtet auf der Erde. Mehr als 50 Jahre lang durfte ich dort wachsen. Jahr für Jahr habe ich dem Wetter, den Anforderungen rund herum getrotzt und mein jährliches Wachstum erleben dürfen. Manche, die mich aus der Nähe angeschaut haben, habe ich sagen hören: „Schau, das wird vielleicht einmal die Stifter-Linde hier bei der Kirche. Das wird aber noch Jahrzehnte wenn nicht Jahrhunderte dauern.“ Solche Bemerkungen haben mich ermutigt, weiterzuwachsen, weil ich doch im Bergdorf eine große Linde als Vorbild hatte. Damals wurde ich im Zentrum des Ortes und bei der St. Anna Kirche von einem Herrn Benesch eingepflanzt.

Nun war der Winter 2018/19 wieder einmal ein besonders schnee- und eisreicher. Ich kann mich noch an meine jungen Jahre erinnern, Ende 60er- und 70er-Jahre, wo es auch so war. Deshalb hatten wir damals eine Stütze bekommen. Dazu war der Sommer 2018 ein so trockener, dass ich immer wieder nach Wasser lechzte. Aber ich habe das alle doch recht gut überstanden. Es hat mich innerlich sogar gestärkt. Ja, ein paar Äste sind mir unter dem Eis abgebrochen. Sie hingen traurig an mir herum. Und dann kommen heutzutage Menschen, die von Ferne gleich rufen: „Gefährlich. Da muss gleich was unternommen werden.“ Ich denke mir da immer: Warum sind die Menschen heute alle so aufgeregt? Sie brauchen sich doch nicht unter mich stellen. Genug Platz rundherum. Und nach dem Winter habe ich jene Menschen erwartet, die mich sorgenvoll aber wohlwollend wieder „ausschneiden“. Die abgebrochenen Äste kann man einfach abschneiden und als Lindenbaum wachse ich wieder ungehindert weiter. Selbst einen großen Ast ersetze ich mit der Zeit wieder und bilde eine schöne Krone. Übrigens: Für die schöne Krone haben mich die Leute immer gelobt. „Du bist so schön anzuschauen. Du gibst uns einen Schatten. Du bist sogar auf dem Logo. Gut, dass wir hier etwas oder uns anlehnen können.“ Ja, das Schatten spenden ist  meine Lieblingsbeschäftigung. Und die Baumkrone in das Ensemble der Kirche, des Pfarrzentrums und des Ortsplatzes halten. Das hätte mich direkt ein bisschen stolz gemacht.

Am 9. April 2019 wurde es etwas lauter am ganzen Ortsplatz. Motorsägen waren zu hören. Der Winter wurde „zusammengeräumt“. Neben mir wuchsen gegenüber auf der Straße mindestens so lange wie ich Kastanienbäume. Da war das Gasthaus Liedl noch, wo die gestanden sind. Gut, sie haben selber erzählt, dass sie an einer „innerer Faul-Krankheit“ leiden und sie es nicht mehr lange machen werden. Ich habe sie immer wieder ermutigt, sich vom „Baum-Pfleger“ anschauen und richten zu lassen. Da gibt es Spezialisten. Und wir sind hier am Ortsplatz wichtig. Es ist bei den Bäumen wie bei den Menschen selber. Da sind auch alte Frauen und Männer dabei, die hier vorbeikommen und etwas humpeln. Bei den Bäumen setzt der Mensch in so einem Fall die Motorsäge unten an. Weg ist er. Erde drüber. So geschah es mit meinen Baumnachbarn. Schon lagen sie da am Boden. Ich musste weinen, weil ich doch viel mit ihnen ausgetauscht hatte, auch erlebt habe. Ich selber war ja gesund und stark. Dann kamen sie zu mir. Die Menschen beobachteten mich. Die Augen strahlten einen vorwurfsvollen Blick aus. Meine abgebrochenen Äste machten ihnen Sorgen. „Wie bekommen wir sie runter?“, hörte ich sie sagen. Sie holten einen Hebe-Korb und näherten sich. Aber ich bin schon ein großer Baum und so konnten sie meine gebrochenen Äste oben nicht bequem erreichen. Dann war es still. Ich spürte: Sie überlegen, beratschlagen, fragen irgendwo nach. Ich dachte, sie holen eine lange Leiter oder etwas Ähnliches. Ich wollte sie noch ermutigen und ihnen zurufen, dass es sich lohnt, heraufzuklettern und die Äste abzuschneiden. Ich hätte auch versprochen, dass sich meine Krone wieder „verwachsen“ wird, damit alle Menschen hier in Kirchschlag stolz sein können auf meinen Anblick und ich wieder gut Schatten spende.

Aber dann hörte ich wieder die Motorsäge. Laut war sie und ganz direkt unter mir. An der Rinde spürte ich, wie sie direkt an meinen Zehen und an der Ferse (das ist dort, wo ich aus der Erde wachse) herumschneiden. Zuerst kitzelt es und dann tut es aber voll weh. Und die Motorsäge gab Vollgas und ich spürte ihr Schwert durch meinen Stamm schneiden. „Jetzt geht es dahin“, ging mir durch Wurzel, Stamm und Krone. Hätte ich schon Blätter gehabt, sie hätten gezittert. Mit einem einzigen großen Schrei stürzte ich um. Stille. Ein kurzer Moment Stille. Ich bilde mir ein, sie spürten, dass sie da etwas gemacht haben, was nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Krone, Ansehen und Schatten liegen am Boden. Sie haben mich beseitigt als einen Teil von ihnen. Ich gehörte genauso zu den Festen wie die Musik. Und da gäbe es jetzt viel Momente, die ich schildern könnte, wo ich immer dabei war. Für manche, die nicht spüren oder eingeschränkte Wahrnehmung haben, war ich zu selbstverständlich. Ich war nicht außergewöhnlich, wie man das heute gerne hat. Aber ich hätte euch gerne weiter „den Baum auf dem Kirchenplatz gemacht“.

Und sofort begannen sie mich „aufzuarbeiten“. So nennen das die Menschen, wenn sie einen Baum umschneiden, zersägen und häckseln.

Mit diesen Zeilen, die ich so an euch richte, möchte ich niemand verurteilen. Eher möchte ich ermutigen, mit uns, euren Mitgeschöpfen der Natur, der Schöpfung behutsam umzugehen. Wir sind genauso besondere Lebewesen, sonst hätte euer Papst Franziskus in #LaudatoSi nicht diese wunderbare Weisheit gesagt: Alles ist mit allem verbunden. Schade, dass ich nicht mehr unter euch stehen darf. Ich bleibe in eurer Erinnerung.

Euer ehemaliger Lindenbaum am Kirchenplatz

Freiwillig ins Gefängnis

Nicht immer lese ich „brand eins“. Meist im Vorbeigehen, in einer Zwischenzeit am Bahnhof blättere ich darin. Diesmal bin ich direkt in einen gewissen Schockzustand gefallen: „31 % der jungen Leute können sich eine direkte Verbindung von einem Körperteil mit dem Netz vorstellen.“ Konkret: Sie würden sich die Funktionen des Smartphone als Chip implantieren lassen.

Freiwillig an die digitale Leine

„Facebook ist Stasi auf freiwilliger Basis“, hat schon Micheal Niavarani vor fast 10 Jahren in seinem Kabarett-Programm verlautbart. Das Programm haben Leute gesehen, die Facebook nicht gekannt haben. Und sie mussten aus ganzem Herzen lachen. Ich habe das in meinen Social Media Vorträgen verwendet. Auch immer ein Schmunzeln. Damals war schon die Rede davon, dass das Handy und Smartphone nur ein „Übergang“ sein wird. Diese Technologie lässt sich auf einen kleinen Chip zusammenführen und implantieren. Jetzt ist es soweit. Und ein Drittel der Jungen und sicher genauso hoch ist der Prozentsatz bei der übrigen Bevölkerung kann sich das gut vorstellen. „Das wäre bequem“, hat dieser Tage ein junger Mann gemeint. Das ist genau der Punkt. Die Bequemlichkeit führt direkt ins Gefängnis der Abhängigkeit. Unter dem Anschein der neuen Autonomie und Bequemlichkeit verlernen wir gerade lebenswichtige Dinge wie beispielsweise den Orientierungssinn oder das natürliche Empfinden, was mir, meinem Geist, meinem Körper gut tut oder nicht. „Mein Handy weiß mehr als ich selber über mich.“ Fakt.

Stopp und zuerst nachdenken

Ich sehe das ungeschminkt. Die überall gepriesene und mit viel Forschungsgeld versehene Künstliche Intelligenz (KI) wird das natürlich nicht gelten lassen. Dort liegen nämlich für die Technokraten die wirklichen Zukunftspotentiale. Wir  gehen sehenden Auges in das digitale Gefängnis der Bequemlichkeit. Der Mensch wird nach einer gewissen Zeit nicht mehr wissen, wie die selbst verantwortete Freiheit geschmeckt hat. Manche meinen, wir sind schon viel zu weit gegangen. Jetzt kann ich das Handy noch weglegen und mich #offline bewegen. Es wird vielleicht nicht mehr lange dauern, und das Handy will mich suchen. Ich bin auch ein schwer digitaler Mensch und doch stelle ich mir oft am Tag ein Stopp auf, damit ich nachdenken kann, wer mich an der Leine hat. Freiwillig gehe ich in keinem Fall ins Gefängnis.

Das Soziale fußt AUCH im Christlichen

Aus: Der Falter

Es ist kein großes Outing, dass ich bei Christlich geht anders für die Ordensgemeinschaften und meinem persönlichen Gewissen „verpflichtet“ nach Möglichkeiten und Kräften mitwirke. Wer die letzten Monate mit mir in den „sozialen Medien“ unterwegs war, hat meine tiefe Skepsis der jetzigen Regierung gegenüber ganz offen gesehen. Es wird von Tag zu Tag unerträglicher, wie auf dem Altar der Macht in einer dubiosen Koalition mit dem Beifall der Boulevard-Medien das Christliche im Sinne von Jesus von Nazareth geopfert wird. Viele der christlich-sozialen VPlerInnen sind still geworden wie ich auch bei  manchen Vorgängen der Amtskirche sehr still wurde, weil sie nicht kongruent zum Gründungsauftrag waren. Das Hindreschen auf „die Ausländer“, die tägliche Kreation der Sündenböcke für das eigene Versagen, das zynische Empowerment im neoliberalen kapitalistischen Spiel der Kräfte bis hin zum Sparen im System der Anderen und dafür das eigene System Regierungssprecher mit 120 Personen extra „auffetten“ (siehe Aufstellung aus dem Falter). Es läuft in die falsche Richtung und es ist gut, dass sich die Geschwindigkeit in  den letzten Wochen wegen tiefgehender Verwerfungen der koalitionär gebügelten Piste verlangsamt hat. „Identitäre“ ist der letzte Krater, den es „um der Macht willen“ zu überbrücken gilt, wenn der Altar der Macht nicht wackeln soll. Und Kurz hat das von Anfang an gewusst und kalkuliert. Das ist aus meiner Sicht das Obszöne dem Christlichen gegenüber. Das Soziale fußt im Christlichen, das anders geht, als es gerade interpretiert wird.

Orientierung

Das hat uns von den Ordensgemeinschaften und der ksoe, die letzten Freitag 60 Jahre gefeiert hat, ermutigt, herausgefordert, gekitzelt, eine Orientierung aus der Katholischen Soziallehre anzubieten. Die Bischofskonferenz hat dazu keine Unterstützung zusammengebracht und so haben wir uns mit „low budget“ und dem Können der beiden Magdalena’s (Holztrattner und Schauer) ans Werk gemacht. Und die Idee, so in den letzten Tagen die Rückmeldungen, ist aufgegangen. Viele haben diese sieben Videos schon gesehen und positives Feedback gegeben. „Sie sind eine gute Orientierung in einer turbulenten Zeit.“
Hier der Link zu den 3-minütigen Einzel-Videos (Playlist).

 

Hier der Gesamtfilm aus allen sieben Einzel-Videos zusammengefügt.

Ich lade hier einfach ein: Schauen Sie sich das an!

OFFLINE GEHEN 02 im Flachgau von 4. – 7. April 2019

„Die digitalen Köchlöffel gezielt weglegen“ – so lautet das Motto einer Weiterentwicklung des Wanderns ohne Anbindung an die große weite digitale Welt. Digitale Distanz ist nicht einfach und hilft doch, die Dinge des Lebens, des Arbeitens und der inneren Entwicklung in ein gutes, lebensförderliches „Verhältnis“ zu bringen. Nimm Abstand und es geht wieder. Das Gehen, die Bewegung in der Natur hilft dabei, diese Distanz zusammen mit anderen zu wagen. Magdalena Holztrattner und Hermann Signitzer laden ein, mit ihnen drei Tage lang OHNE jegliches digitales Gerät zu gehen. Einfach #offline_gehen_02

DO 4. April 2019 bis SO 7. April 2019

TeilnehmerInnen: max. 12 Personen
Es gehen ohne Ausnahme keinerlei digitale Geräte mit. Sie bleiben daheim bei den Liebsten.
Für Übernachtungen mit Frühstück kalkulieren Sie bitte € 185,00. Als Beitrag für Organisation und Gestaltung von #OFFLINE _GEHEN_02 bitten wir um eine Spende, Richtwert 65.-.

• Am Donnerstag, 4. April starten wir um 10.45 Uhr am Marktplatz in Mattsee (Salzburger Flachgau).
Individuelle Anreise mit dem Bus Linie 120 (ab Salzurg Hbf: 9.50 Uhr).
An drei Seen des Salzburger Seenlandes (Mattsee, Obertrumersee und Grabensee) vorbei gelangen wir ins benachbarte Innviertel und erreichen auf Wegen und Nebenstraßen das malerische Kirchdorf bei Mattighofen.
Tagesziel: Hildegard Naturhaus der Familie Hönegger. Dort erfahren wir bei Interesse mehr über die Hildegard Medizin, haben Einblicke in den Kräutergarten und übernachten dort.
Tagesstrecke: 11 km, Bus Salzburg-Mattsee € 5,80

• Am Freitag, 5. April starten wir von Kirchberg aus durch die von Wäldern durchzogene sanfte Hügellandschaft des südlichen Innviertels und stoßen bei Moosdorf auf den Pilgerweg VIA NOVA. Die großartige Moorlandschaft des Ibmer Moors ist Etappenziel dieser Tageswanderung. Im Moorhotel in Ibm klingt unser Tag aus.
Tagesstrecke ca. 20 km

• Am Samstag, 6. April wandern wir am Südrand des Weilharter Forstes entlang bis wir in St. Radegund ankommen. Dort wird uns die Geschichte und das Erbe von Franz und Franziska Jägerstätters beschäftigen.
Tagesziel: Entenwirt in Tarsdorf
Tagesstrecke: 17 -22 km

• Am Sonntag, 7. April gibt’s nach dem Frühstück einen gemeinsamen Abschluss.
Ein Shuttle bringt uns zur Lokalbahn nach Trimmelkam (Abfahrt um 9.47 Uhr, Ankunft in Salzburg 10.44 Uhr).

Unser gemeinsames #offline_gehen_02 wird von Magdalena Holztrattner und Hermann Signitzer begleitet. Das Gehen und die Natur selber sind die kräftigsten Lehrmeister. Gemeinsam verweilen, kurze Impulse und das gemeinsame Essen und Austauschen werden eine anregende Verbindung schaffen.
Wir laden Sie / Dich herzlich ein mit uns am VIA NOVA #OFFLINE zu gehen.

Magdalena Holztrattner und Hermann Signitzer
+43 699 1066 2109 / +43 676 8746 2064
tourismusreferat@seelsorge.kirchen.net

Nach sieben Jahren Wien Aufbruch nach Oberösterreich

Ganz bewusst war hier Pause auf meinem Blog. Wenn man innen drinnen spürt, dass Dinge und Aufgaben zu Ende gehen, dann werde ich immer ruhiger. Das war in den letzten Monaten der Fall. Nun die Neuigkeit. Mit 31. Aug 2019 werde ich meine Dienste in Wien im Bereich Kommunikation und Medien für die Vereinigung der Frauenorden und die Superiorenkonferenz der Männerorden beenden. Die Ordensgemeinschaften Österreich werden kommunikativ und medial  neu belebt.

Sieben Jahre

Um ersten Vermutungen den Boden zu entziehen:  Ich gehe nicht in Pension, sondern öffne mich neu für ein Projekt, eine Aufgabe für die nächsten sieben Jahre – so Gott will. Reduzierter und vor allem wieder kontinuierlich näher bei meiner Frau Gerlinde und der ganzen Familie. Fragt mich heute  nicht gleich, was das genau sein wird. Ich werde mich wieder ganz öffnen und mich erinnern, was mir das heilsame Gehen und Pilgern immer wieder gelehrt hat: Das Leben kommt dir entgegen. Irgendwie spüre ich, dass da draußen noch eine Aufgabe auf mich wartet. Ich durfte so viel lernen und so viele Erfahrungen machen, dass ich fast überfließe. Das möchte in zur Verfügung stellen. Und: Mit 70 möchte ich auf den Großvenediger gehen. Das wäre dann in etwa sieben Jahren. Der Sieben-Jahres-Rhythmus hat mich ohnehin in meinem Leben begleitet. Immer begann das Neue irgendwie nach sieben Jahren.

Schlusspunkt setzen

Die Arbeit an der Ausgabe der ON Ordensnachrichten zum Thema „Schlusspunkt setzen“ im Oktober vorigen Jahres hat mich persönlich erfasst. Das #wach-Jahr bei den Orden hat mich selbst wacher, hellhöriger gemacht. Das Video vom Feierabend mit den LALÀ’s im ORF habe ich mehrmals angeschaut und dort ist von der „inneren Stimme“ die Rede. Das Gespräch mit Matthias Strolz einen Abend lang hat auch diese „innere Stimme“ thematisiert. Und so habe ich hineingehört und gespürt: Beziehung und Familie sind unersetzbar. Auch Freunde habe ich durch das siebenjährige „Vagabundieren an der Westbahnstrecke“ – wie ich meine Identität immer beschreibe  –  aus den Augen verloren. Unglaublich schön finde ich, dass mir und uns die Familie mit den drei Enkerln ein tragendes Netz geworden ist. Ein echtes Geschenk. Und das möchte ich nicht liegen lassen, weil ich dauernd unterwegs bin. Und ich bin gerne unterwegs. Keine Frage.

Loslassen

Als besonderes Geschenk sehe ich heute, dass mich damals 2012 nach all den Wirren rund um 2009 die Ordensgemeinschaften „gefunden“ haben. Dass ich nach Wien gehe, hätte ich mir nie gedacht. Dass ich dort so viel Gestaltungsraum für meine Ideen und mein Können bekomme, kommt mir heute noch wie ein Wunder vor. Wir haben das, was ich bei den Orden von Beginn an gespürt habe, über längere Zeit „Freiraum für Gott und die Welt“ genannt. In diesen Freiraum durfte ich „hineinwerken, säen und ermutigen“. Mein ganzes Herzblut, meine Energie und „Zukunfts-und Quer-Denkerei“ habe ich dort zur Verfügung gestellt. Es ist uns gemeinsam in diesen sieben Jahren viel gelungen, es hat sich viel entwickelt und Neues hat Gestalt angenommen. Jetzt ist es Zeit, den Ideen weiten Raum zu geben, mit dem Loslassen ernst zu machen, damit ich diesem Weiter-Wachsen nicht im Wege stehe. Weiter begleiten werden mich thematische Ansätze wie „viel mehr wesentlich weniger“, „gottverbunden freigespielt“, das Klimapilgern oder die Themenflächen auf 5vor12.at wie #BeziehungHeilt über #GerechtigkeitGeht bis hin zu #LoslassenBefreit und #GemenschaftHält. Gerade das inhaltliche Konzept der Ordensgemeinschaften für diese nächsten drei Jahre nehme ich in meinen neuen Lebensabschnitt mit. #EinfachGemeinsamWach ist genau das, was mein persönliches Leben und die Gesellschaft auf der Erdkugel heute braucht.

„Hold me“ singen die LALA’s und sind dabei in Taiwan unterwegs. Hier das wunderbare Video zum Song. Jeder Mensch ist getragen vom Wunsch nach Anerkennung, Sinn und Dazugehören.  Immer wieder darf ich mich getragen fühlen in dieser tiefen „Gewissheit“: Gott geht unsere Wege mit. #Danke.

Ö1-Zwischenruf am 28. Okt 2018

„Ende September haben wir die Hochzeit unseres Sohnes mit seiner Braut gefeiert. Sie haben sich als Motto – „gemeinsam am liebsten“ – genommen. Viele junge Leute spüren, dass allerorts gerade etwas verloren geht. Das Gemeinsame, die Verbundenheit, die Verbindlichkeit. Aber der Mensch ist immer in Gefahr, das Gemeinsame aus den Augen zu verlieren und nur mehr den eigenen Bauchnabel zu sehen, um den sich die ganze Welt dreht oder zumindest drehen soll.

Vor 2000 Jahren haben die ersten Jesus-Anhängerinnen und Jesus-Anhänger damit überrascht, dass sie alles gemeinsam hatten. Mit dieser Tatsache haben sie aber auch überzeugt. Viele haben diese Sehnsucht gespürt. Die Bibel schildert die ersten Christinnen und Christen als liebevolle Gemeinschaft, genährt aus der Nähe zu Gott, den sie als Vater, als Mutter gesehen haben. Jesus hat ihnen diese Sicht eröffnet. Sie haben gegen den Trend der damaligen Zeit nicht auf Egoismus, Durchsetzung des Stärkeren oder das banal Irdische gesetzt, sondern auf das Miteinander, das Füreinander, selbst mit den Geringsten, den Outsidern, den Fremden. Gott kommt uns im Fremden entgegen.

„Die Austreibung des Anderen“ heißt das top aktuelle Buch des Sozialphilosophen Byung-Chul Han. Er schreibt: „Die heutige Kultur der Leistung und Optimierung lässt keine Arbeit am Konflikt zu, denn sie ist zeitintensiv. Wir kennen nur zwei Zustände: Funktionieren oder Versagen. Auch Maschinen kennen keinen Konflikt.“

Das Buch unseres Hochzeitspaares heißt eher „Die Öffnung auf den Anderen hin“. In allen Dimensionen, im Gelingen und Scheitern, im Verstehen und Missverstehen, im Lieben bis hin zur Lieblosigkeit. Heute wird Familie klein gesehen. Mutter, Vater, Kind – alleine, isoliert, unter sich und damit eine dauernde Überforderung. Der Mensch ist hineingeschaffen in ein größeres WIR. Früher sagte man Großfamilie, Sippe, Verwandtschaft, über die leibliche Familie hinaus. Da sind Generationen, da sind FreundInnen, da sind WegbegleiterInnen, da ist ein tiefes Gespür für die Weisheit der Welt, die auch Papst Franziskus in seiner Enzyklika LaudatoSi ausgedrückt hat: Alles ist mit allem verbunden. Die Orientierung am unbedingten Eigennutzen schwindet. Wir leben gemeinsam in einer Welt, die uns Mitwelt ist. Das ist nicht einengend gemeint, sondern tragend. Liebe, Compassion, Vertrauen, Empathie und Achtsamkeit sind die Seile, die hier gespannt werden. Diese junge Beziehung ist eine gelebte Ermutigung, immer offen zu bleiben für das neue Zusammenschwingen. Das „Und sie hatten alles gemeinsam“ der erste Christinnen und Christen gründete sich wahrscheinlich darauf, dass diesen Menschen damals auch „gemeinsam am liebsten“ war. Sie haben damit den Willen Gottes und die Sehnsucht der Menschen getroffen. Byung-Chul Han bringt in seinem Buch die Gastfreundschaft als höchsten Ausdruck der universellen Vernunft ins Spiel. Mit ihrer Freundlichkeit ist sie imstande, den Anderen in seiner Andersheit anzuerkennen und willkommen zu heißen. Wörtlich: „Freundlichkeit bedeutet Freiheit. Eine Politik des Schönen ist die Politik der Gastfreundschaft. Fremdenfeindlichkeit ist Hass und hässlich.“

Übrigens: Die Hochzeit selber habe ich als schönes, tiefes und ausgelassenes Fest dieser zusammenschwingenden Gastfreundschaft, Freiheit und Freude erlebt, einfach, mit viel Musik, Tanz und wunderbaren Gesprächen. Ein schönes und tragendes Netz, das sich für die beiden jungen Eheleute hier gespannt hat.“

Hier der Zwischenruf zum Nachhören.