„Ende September haben wir die Hochzeit unseres Sohnes mit seiner Braut gefeiert. Sie haben sich als Motto – „gemeinsam am liebsten“ – genommen. Viele junge Leute spüren, dass allerorts gerade etwas verloren geht. Das Gemeinsame, die Verbundenheit, die Verbindlichkeit. Aber der Mensch ist immer in Gefahr, das Gemeinsame aus den Augen zu verlieren und nur mehr den eigenen Bauchnabel zu sehen, um den sich die ganze Welt dreht oder zumindest drehen soll.

Vor 2000 Jahren haben die ersten Jesus-Anhängerinnen und Jesus-Anhänger damit überrascht, dass sie alles gemeinsam hatten. Mit dieser Tatsache haben sie aber auch überzeugt. Viele haben diese Sehnsucht gespürt. Die Bibel schildert die ersten Christinnen und Christen als liebevolle Gemeinschaft, genährt aus der Nähe zu Gott, den sie als Vater, als Mutter gesehen haben. Jesus hat ihnen diese Sicht eröffnet. Sie haben gegen den Trend der damaligen Zeit nicht auf Egoismus, Durchsetzung des Stärkeren oder das banal Irdische gesetzt, sondern auf das Miteinander, das Füreinander, selbst mit den Geringsten, den Outsidern, den Fremden. Gott kommt uns im Fremden entgegen.

„Die Austreibung des Anderen“ heißt das top aktuelle Buch des Sozialphilosophen Byung-Chul Han. Er schreibt: „Die heutige Kultur der Leistung und Optimierung lässt keine Arbeit am Konflikt zu, denn sie ist zeitintensiv. Wir kennen nur zwei Zustände: Funktionieren oder Versagen. Auch Maschinen kennen keinen Konflikt.“

Das Buch unseres Hochzeitspaares heißt eher „Die Öffnung auf den Anderen hin“. In allen Dimensionen, im Gelingen und Scheitern, im Verstehen und Missverstehen, im Lieben bis hin zur Lieblosigkeit. Heute wird Familie klein gesehen. Mutter, Vater, Kind – alleine, isoliert, unter sich und damit eine dauernde Überforderung. Der Mensch ist hineingeschaffen in ein größeres WIR. Früher sagte man Großfamilie, Sippe, Verwandtschaft, über die leibliche Familie hinaus. Da sind Generationen, da sind FreundInnen, da sind WegbegleiterInnen, da ist ein tiefes Gespür für die Weisheit der Welt, die auch Papst Franziskus in seiner Enzyklika LaudatoSi ausgedrückt hat: Alles ist mit allem verbunden. Die Orientierung am unbedingten Eigennutzen schwindet. Wir leben gemeinsam in einer Welt, die uns Mitwelt ist. Das ist nicht einengend gemeint, sondern tragend. Liebe, Compassion, Vertrauen, Empathie und Achtsamkeit sind die Seile, die hier gespannt werden. Diese junge Beziehung ist eine gelebte Ermutigung, immer offen zu bleiben für das neue Zusammenschwingen. Das „Und sie hatten alles gemeinsam“ der erste Christinnen und Christen gründete sich wahrscheinlich darauf, dass diesen Menschen damals auch „gemeinsam am liebsten“ war. Sie haben damit den Willen Gottes und die Sehnsucht der Menschen getroffen. Byung-Chul Han bringt in seinem Buch die Gastfreundschaft als höchsten Ausdruck der universellen Vernunft ins Spiel. Mit ihrer Freundlichkeit ist sie imstande, den Anderen in seiner Andersheit anzuerkennen und willkommen zu heißen. Wörtlich: „Freundlichkeit bedeutet Freiheit. Eine Politik des Schönen ist die Politik der Gastfreundschaft. Fremdenfeindlichkeit ist Hass und hässlich.“

Übrigens: Die Hochzeit selber habe ich als schönes, tiefes und ausgelassenes Fest dieser zusammenschwingenden Gastfreundschaft, Freiheit und Freude erlebt, einfach, mit viel Musik, Tanz und wunderbaren Gesprächen. Ein schönes und tragendes Netz, das sich für die beiden jungen Eheleute hier gespannt hat.“

Hier der Zwischenruf zum Nachhören.

Ich stehe unten im tiefen Felsenspalt von La Verna. Dort ist Franziskus auf seinem „Rückzugsberg“ am liebsten gewesen. In der Höhle hat er geschlafen, hineingehorcht in die Natur und hindurchgeahnt entlang des ober ihm sich auftuenden Lichtspaltes auf Gott hin. Die Erde ist im Vater, Mutter geworden, der Ausdruck der Liebe Gottes zu uns Menschen. Er hat gesucht. Er hat gefunden, was er gesucht hat. Hier kam ihm das Leben in seiner totalen Einfachheit entgegen. Karriere, Geld, Prunk, Besitz, Kämpfen – es war nicht mehr sein Leben. Erst in der Stille draußen hat er Gott gehört: Baue auf. Immer wieder ist er ausgestiegen und hat sich der Stille und der Finsternis hingegeben.

Aufbruch zum Felsenspalt

Mit 26 Frauen und Männer bin ich von Premilcure über den Apennin nach Assisi gegangen. Weltanschauen hat die Menschen aus ganz Österreich  „eingesammelt“. Der Nachtzug hat uns nach Bologna gebracht, wo wir uns erstmals alle auf einem Haufen gefunden haben. Der Zug brachte uns nach Forli, der Bus nach Premilcure.  Startpunkt und Ausgangspunkt für den Aufstieg hinüber nach Corniolo. Es geht bergauf, ordentlich bergauf. Manche werden langsam, andere springen los. Das „mentale Gummi-Ringerl“ hält uns in der Unterschiedlichkeit zusammen. Alpine Wege im Apennin. Gar nicht so ungefährlich, wie manche nachher meinten. Ein italienisches Abendessen nach AAA+ lässt den Tag und die Anstrengung ausschwingen. Der nächste Tag hat es ebenso in sich. Insgesamt etwa 1.200 Höhenmeter hinauf und hinüber zum höchsten Punkt des Cammino Assisi, dem Poggio Scali (1.520 m). Camaldoli sieht uns etwas verspätet. Die Gastfreundschaft war wieder hervorragend, das Haus bemerkenswert altehrwürdig. Der dritte Schönwettertag führt uns ins kleine Dorf Biforco und die dortige Pilgerherberge. Das provisorische Abendessen wird zum ultimativen Gemeinschaftserlebnis unter uns und mit den Dorfbewohnern in dem kleinen Geschäft, das uns als Refektorium diente. MitpilgerInnen staunten über unsere Sangesfreude und das diesbezügliche Können. Unsere Herzen sind weit geöffnet, sodass uns der nächste Regentag hinauf nach La Verna nichts anhaben kann. Feuchtigkeit ist ein Element des Lebens, gelegen oder ungelegen. Der erste tiefe Höhepunkt oben am Felsen ist erreicht. Wir atmen durch, Nebelschwaden ziehen herum und die Stigmata-Prozession ist beeindruckend. Wir werden still, hörend, horchend und gehen abends in die nächtliche Finsternis. Stille, Ruhe und Finsternis umgeben uns in diesem steinernen Kloster.

Die Sehnsucht kommt an

Zuerst umgibt uns Sonnenlicht. Je mehr Schritte wir hinüber nach Caprese Michelangeli setzen, umso mehr Regentropfen mischen sich ein. Wasser von oben und von unten. Die Stimmung ist trotzdem sehr gut. In einer Eremo-Kapelle genießen wir die Mittagsrast. So soll Kirche sein: Unterschlupf und Schutz geben. Das Hotel liegt auf einer Anhöhe, hinter ihr die Taufkirche des berühmten Künstlers. Gut vorstellbar, dass diese Gegend diesen genialen Geist geweitet und inspiriert hat. Immer wieder ist von uns mehrstimmiger Gesang zu hören, lässt andere aufhorchen, bisweilen staunen. Der Bus bringt uns am nächsten Tag über Citta di Castello und Gubbio nach Valfabbrica. Im Ostello bleiben wir, werden wir gestärkt und schlafen uns in den letzten Gehtag nach Assisi. Die Sonne hat sich wieder eingefunden, um uns am letzten Tag zu begleiten. Auf halber Strecke ein Aufschauen: Dort ganz weit hinten die Basilika San Francesco erstmals zu sehen. Unser Ziel. Im Olivenhain lassen wir uns nieder, eine Schafherde überholt uns und der letzte Aufstieg zum Stadttor hinauf gebiert noch ein paar Schweißperlen. Angekommen. Wir schauen auf die Basilika, ein Blick, den ich von vor neun Jahren noch genau in mir habe. Da tauchen nicht nur Bilder auf, sondern auch Emotionen. Wir haben es alle geschafft. So und so. Aber wir sind alle da. Wir gehen hinein, hinunter und liegen dann auf der Wiese. Für manche von uns unglaublich, die etwa 110 km mit über 4.000 Höhenmeter geschafft zu haben. Meine Seele gibt der Dankbarkeit Raum. Ich spüre, nicht nur meine. Der hl Franziskus und die hl Klara mit Gefährtinnen und Gefährten treffen auf uns, in den Kirchen Francesco, Chiara, S. Damiano, Portiunkula und den Carceri. Wir gehen in zwei Tagen alle Orte ab, lassen sie uns erklären und auf uns wirken. Viel in Stille. Und immer wieder berührt uns die Stille, die Einfachheit und die Liebe zu den ausgegrenzten Menschen.

In einfacher Wachheit dem gemeinsamen Leben auf der Spur

Der Regionalzug hat uns von Assisi nach Arezzo gebracht. Dort war Abschied angesagt, weil wir uns im NightJet der ÖBB in Österreich bei Nacht, in der Finsternis wieder „verloren“ haben. Unser gemeinsames siebentägiges Gehen hat uns eine Grundhaltung näher gebracht: Das Leben kommt uns entgegen. Weit aufmachen und das Herz freilegen mit der tiefen Bitte, die in der Basilika S. Chiara vor dem Kreuz verortet ist: „Gib mir, Herr, das Empfinden und Erkennen, damit ich deinen heiligen Auftrag erfülle, den du mir in Wahrheit gegeben.“ Und ich denke an unsere Weltkugel, die von unserer aufwändigen Menschengier, dem immer Mehr, dem Achtlosen und Getriebenen gerade malträtiert wird. Wir lesen in den heutigen Tageszeitungen von der unmittelbaren Bedrohung durch den Klimawandel und zwei Seiten weiter vom Wirtschaftswachstum und neuen Technologien, die wir in ihren Nebenwirkungen (Elektroauto) nicht abschätzen wollen. La Verna und Assisi sind gute Orte, wenn man sie zu Fuß angeht, die eine neue Lebenshaltung hervorbringen können: Viel mehr Weniger. Viel mehr Wesentliches. Einfacher. Mit viel Lebensqualität. Stille und Finsternis stupsen uns dorthin, wenn wir uns keine Angst einreden lassen. Die Welt aus einer anderen Perspektive anschauen, aus dem Felsenspalt von La Verna und der kleinen Portiunkula in Assisi. Dort entstand damals neues Leben und von dort nehmen wir eine neuen Ahnung für heute und in die Zukunft mit. Das verbindet uns.

#EinfachGemeinsamWach

Von 1. Sept bis 4. Okt begehen die christlichen Kirchen eine bewusste „Schöpfungszeit“ und laden damit alle Menschen auf dieser Weltkugel ein,  ihre Lebensgrundlage als „Mitwelt bewusst wahrzunehmen und zu respektieren in ihrer biotischen Grunddynamik, nach der wir Menschen auch leben sollten“. Es ist von uns Menschen eine Entscheidung gefordert, Tag für Tag und Stunde für Stunde. Leben und verstehen wir uns als Teil dieser Natur (Schöpfung) oder benutzen wir sie im Sinne einer „irreversiblen Ausbeutung“. Ich kürze ab. Die erste Frage jedes Menschen ist: Wie kommt mehr Liebe, Compassion, Empathie und Achtsamkeit in die Welt? Und dann kommt in unseren Breiten gleich: Wie geht das Weniger hin zum Wesentlichen? Das wird mit Verzicht konnotiert und der wird in unserer Konsumgesellschaft als gestrig dargestellt und mit Verlust von Lebensqualität angepatzt. Das genaue Gegenteil dürfen wir entdecken, wenn wir den Ballast der Konsumwelt von uns schaufeln, ablegen, nicht mehr anstreben, hinten lassen. Eine ganz neue Lebensqualität zieht ein. Wenn es draußen regnet und kühle Luft gut atmen lässt, dann ist eine gute Zeit, diesen Fragen nachzusinnen. Wir haben dafür auch eine Broschüre entwickelt: „Quellen der Kraft“. Es ist die Einladung und wir wollen Hilfestellungen gegeben, dem geöffneten Leben Raum und Platz zu geben. In einem Video darf ich diese Quellen der Kraft erläutern. Jeder und jede kann kostenlos diese Broschüre bestellen. Nur Mut. Da geht es um die tiefe und weite Spiritualität, die Papst Franziskus in #LaudatoSi angesprochen hat. Es braucht, um eine gute Zukunft für alle zu ermöglichen, den Wechsel vom technokratischen Weltbild hinein in das sozial-ökologisch-spirituelle Welt- und Menschenbild.

Wenn der junge Bundeskanzler Kurz bei Google, im Silikon Valley oder gerade in Singapur auf „Lerntour“ bei den Besten ist, dann ist er in der technokratischen und Mammon orientierten „erfolgreichen“ Welt unterwegs. Das sollten wir wissen. Deshalb sind Laptops in den Schulklassen das Wichtigste. Dabei geht es um Beziehungen, die heilen, um Erfahrungen, die bilden, um Gemeinschaft, die hält, um Fremdes, das bereichert, und Gerechtigkeit, die geht. Also. Geht und nicht verschwindet. Diese Themen sind die Bausteine der Ordenswelt und Ordenskirche, wie wir sie in den letzten 1 1/2 Jahren „bewusst gemacht“ haben. In einem Video-Summary hat meine Kollegin Magdalena Schauer die Grundintentionen festgehalten. Ich darf für mich selber sagen: Diese „Aspekte“ meiner Arbeit haben mich geweitet, vertieft und bewusster gemacht. Dafür bin ich dankbar.

„Bewusste Schöpfungszeit“ heißt nichts anderes, als bewusst in dieser Welt zu stehen, zu gehen, zu leben. Auf Facebook und Twitter melde ich mich in diese Richtung immer wieder zu Wort, weil es wichtig ist, den „Main- und Fake-Stream“ zumindest zu ergänzen durch andere Sichtweisen und Beispiele. Es gibt so viele Menschen – und vor allem junge -, die dieses neue Miteinander auf Basis der biotischen Prinzipien realisieren, leben. Und da gehören auch die Enkelkinder dazu, die uns sicher einmal fragen werden: Was war das damals 2018?

Bei einem Meeting hier in Wien bin ich heute zufällig mit der Klima- und Nachhaltigkeitsexpertin Helga Kromp-Kolb zusammengetroffen. Wir haben uns beide noch gut erinnert an das Gespräch im September 2015, das ich für den Bericht in den ON-Ordensnachrichten mit ihr geführt habe. „Zentrum für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit“ stand damals am Türschild. Die Meteorologin ist für mich eines der wichtigsten Gesichter für den Appell, endlich etwas zu tun für einen neuen Lebensstil, der uns gut und nachhaltig alle miteinander auf der Weltkugel nicht nur überleben, sondern inklusive Enkerl in die Zukunft hinein gut leben lässt. Aber: Es schaut nicht gut aus. Beim Meeting sind wir immer wieder zu dem Punkt gekommen, wer oder welche Maßnahmen oder Personen diesen Change kraftvoll anstoßen und betreiben können. #SystemChangeNotClimateChange haben wir damals – 2015 – zu Fuß als Klimapilger Richtung Weltklimagipfel in Paris getragen. Wir haben Projekte gesehen, die schon längst den Anfang gemacht haben. Sie werden nur (noch) nicht gehört von denen, die „steuern“, die „entscheiden“ oder durch ihre Entscheidung wirklich „ändern“ können. Wir wissen alle: So kann und darf es nicht weitergehen mit dem Raubbau an unserer „Mutter Erde“, die wir Christen als „Schöpfung Gottes“ sehen und niemals als menschlichen „Besitz“. Wir sind maximal Pächter und unser Auftrag ist, „das Erbe“ sorgsam weiterzugeben.

Ab 1. August auf Pump

Heute 30. Juli 2018 habe ich mir die Seiten 10/11 in der Krone kopiert. Ich gestehe: Sehr oft kommt das nicht vor. Aber heute war der Titel eine ganz klare Botschaft: „Der Erde als Sklavin unseres Lebensstils“. Am 1. August ist verbraucht, was uns zusteht durch das „Nachwachsen“. „Welterschöpfungstag“ – so wird dieser Change hinein in den Pump bezeichnet. Die Welt ist erschöpft und der Mensch gibt überall Gas. 93 Tage (drei Monate) würden wir gewinnen, wenn der CO2-Ausstoß um 50% verringert würde. Wir geben Gas und testen 140 km/h auf Autobahnen. Die Flieger am Himmel und auf Flughäfen haben nicht mehr genug Platz und immer mehr und billiger werden Menschen durch die Lüfte gekarrt. Wir wissen: Flugzeuge und das Auto sind die Hauptverursacher. Aber ist das alles noch zu ändern? Nein. Man sieht das auch in der angesprochenen Krone, wenn ein paar Seiten weiter ganzseitige Autowerbung und günstige Flüge angeboten werden. Spätestens dort giert er schon wieder nach dem „billigsten Angebot für noch mehr“. Und dann treffe ich Menschen, die den gottlosesten Satz aller Sätze sagen: „Auf mich kommt es eh nicht an. Des is wuarscht.“

Persönliche Entscheidungen

Heute früh im Bus vom Bergdorf zum Bahnhof unterhalte ich mich mit meinem Bruder (er ist Radon- und Licht-Spezialist) über die Situation rund um den Attersee an Wochenenden bei Schönwetter. Alles staut, nichts geht mehr, Gestank und Lärm neben und am „Erholungssee“. Was müsste passieren, dass die vergangenen „Sünden“ aufgehoben werden? Aus meiner Sicht ist es das Auto und das Privatbesitz-Denken. Die Menschen suchen mit dem falschen Verkehrsmittel (Auto) nicht den See, sondern ihr Grundstück. Fatal. Auto hat mit Autismus zu tun. Und Privatbesitz mit „abgesondert, für sich“. Und genau darin steckt die „Wurzel-Sünde“, die „verkehrte Sichtweise“. Die Erde ist das Gemeingut, das alle tragen, ernähren, schützen und Lebensfreude geben möchte. Aber: Einige glauben, dass die Erde ihnen gehört. Genauso der See, die Straße, das Wasser, die Luft. Wir sind aber dazu da, sie behutsam zu nutzen und sie nicht mit unserem Egoismus und der darin gründenden Bequemlichkeit „auszubeuten“. Jede Entscheidung zählt. Ich persönlich fliege nicht mehr, ich fahre mit meinen drei Jahreskarten fast ausschließlich mit Öffis und erlebe dabei eine ganz besondere Lebensqualität. Ich genieße den Naturgarten und ernte daraus für den Eigenbedarf. Ich kaufe lokal ein und habe noch nie etwas bei Amazon oder dergleichen bestellt. Meine kürzeren Alltagswege gehe ich zu Fuß und es gibt keinen Lift. Trinkwasser aus der Leitung bekommt der Garten keines. Und alles das erlebe ich nicht als Verzicht, sondern als besondere Lebensqualität. Wenn es jetzt sehr heiß ist, dann lese ich in LaudatoSi, dass genau Klimaanlagen Gift sind. Sie verbrauchen mittlerweile weltweit mehr Energie als die Heizungen. Ein bisschen Schwitzen einige Tage im Jahr sind „drinnen“. Es ist die kleine Versuchung Tag für Tag, auf Kosten der Anderen und auf Kosten von Mutter Erde zu leben. Laut einer aktuellen IMAS-Umfrage hält es ein Drittel der Bevölkerung für wichtig, „ein einfaches Leben zu führen“. Das Drittel wird auf Dauer zu wenig sein. Das werden Anreize nicht schaffen. Da wird die Politik mit Gesetzen schützend vor die Erde treten müssen. Die globalen Ausbeuter(-Mechanismen) müssen in die Schranken gewiesen werden. Und vielen „inneren Schweinehunden“ werden wir eine außerirdische Planetenbahn eröffnen, damit Mutter Erde nicht weiter Sklavin unseres Lebensstils ist.

Wenn ich heute aus dem Zugfenster hier in Kärnten hinaus in die Steiermark und weiter nach Oberösterreich schaue, dann habe ich drei Wochen lang in ein und demselben Bett geschlafen. Seit zwei Jahren war das nicht mehr so. Damals war ich auf Kur in Bad Gastein. Jetzt werde ich die Frage – Wo warst du so lange? – ganz ähnlich beantworten: auf Kur in Kärnten. War es vor zwei Jahren die totale „Offline-Kur“, so habe ich diesmal die „Balance“ in den Mittelpunkt gestellt. Mein Ziel war, alle Lebensbereiche wieder genauer auszuloten, dem Körper und Geist, der Seele wieder Platz und Raum zu verschaffen. Als „Vagabund an der Westbahnstrecke“ bin ich viel unterwegs, sitze ich vorwiegend. Als Mensch im sechsten Lebensjahrzehnt hat sich am Rücken schon einiges angesammelt. Ihn wieder ein Stück zu befreien, von innen her in der Feinmuskulatur bewusst zu stärken und durch Bewegung in freier Natur aufzurichten, ist gelungen. Ich weiß: ein Privileg. Deshalb bin ich auch zutiefst dankbar für diese Möglichkeit. Prävention heißt das medizinische Schlagwort. Ich sage allein einfach: Es ist und es tut gut. Für Körper, Geist und Seele. Wichtig ist, die Verantwortung selber zu übernehmen. Alle unterstützen mich, aber ich bleibe verantwortlich, ich bin mit mir der Akteur. Es gibt allerdings hier einige, „die sich selbst einfach zum Service abgegeben haben“. Einer hat sogar wörtlich gemeint: Bin gespannt, ob denen meine Abnehmen gelingt.

Die feinen Übungen

Gerade die verschiedenen Gymnastik-Übungen habe ich geliebt. Diese feinen und unspektakulären Übungen, „die richtig reingehen“. Einen Spannungszustand eine Minute lang halten. Da dauert eine Minute wirklich lang. Nach drei Wochen sehe ich, wie viel Körpergefühl und körperliche Wachheit in mich eingezogen ist. Mir ist natürlich bekannt, dass wir Muskel haben, wo wir sie nie vermutet hätten. Die werden im Alltag sträflich vernachlässigt. Und es tut einfach gut, wieder den „ganzen Körper“ zu beleben. Die Übungen, das Wasser, der Strom, das Moor, der Schall und die „Knetungen“  sind eine Wohltat. Das stundenlange Gehen in den Wäldern und auf Bergkämmen lässt Körper, Geist und Seele zusammenschwingen. Der Alltag wird wieder ganz andere Rahmenbedingungen bringen. Und doch kenne ich jetzt „Erinnerungen“, was wie und wozu förderlich ist.

Im größeren Zusammenhang

Vermutet habe ich, dass mir die Fußball-WM näher kommt. War nicht der Fall. Befürchtet habe ich, dass mich die Politik beschäftigen wird. Ja, sie hat mich wirklich erreicht. Es liegen tiefschwarze Wolken über Österreich. Ich neige nicht zur Aufgeregtheit, aber diese Situation macht mir in Hinblick auf unsere Enkelkinder wirklich Sorgen, die ich auf Twitter auch geteilt habe und teile. Wir stehen in einer Zeit, wo wir uns später – in vielleicht 5, 10, 20 Jahren – die Frage gefallen lassen müssen: Habt ihr das nicht gesehen? Was habt ihr dagegen getan? Deshalb war es für mich als Orientierung nochmals ein besonderer Gewinn, dass ich Laudato si ganz inhaliert, aufgesogen, gegessen habe. Diese Jahrhundertenzyklika von Papst Franziskus und seinen ExpertInnen stellt alles nochmals in einen größeren Zusammenhang. Wenn ich den Film „Papst Franziskus“ dazu nehme, ist die Landkarte am Tisch und der Weg in die Zukunft klar eingezeichnet Richtung „weniger“, „tiefer“, „bewusster“ und „wesentlich“. Es braucht eine neue Wachheit, Einfachheit und Gemeinsamkeit. Es geht um die „tiefen feinen Dimensionen des Lebens, der Gesellschaft, des Leibes“. Die derzeitige Politik ist ein Bizeps-Politik mit polternden Bewegungen. Angst macht sich breit. Das Feine wird gestrichen. Und die tiefe Überzeugung, dass jeder, wirklich jeder Mensch die gleiche Würde hat,  wird heute de facto täglich durch ihr Tun in Frage gestellt. Als Christen wissen wir, dass gerade Im Fremden, im Hilfesuchenden, an den Rändern uns Gott entgegen kommt. Und dann stellt sich in der saturierten Gesellschaft der Leistungsträger die Frage: Will überhaupt jemand „Gott treffen“? Otmar Stütz hat um die Jahrtausendwende in der Diözese Linz einen ganz besonderen Begriff und die dazugehörige Haltung geprägt: „geöffnet“. Genau das wurde ich jetzt in diesen drei Wochen: geöffnet. Und so wie die Feinmuskulatur mit einer Spannung eine Minute lang gestärkt wird, so braucht auch das „geöffnet“ seine Haltephasen. Aber da ist eine Minute zu kurz. Und die Brachialpolitik ist da wirklich zer-störend.

Dieser Tage habe ich einem Arzt gelauscht, der über Risikofaktoren des Lebens wie Rauchen, Übergewicht oder hoher Blutdruck gesprochen hat. Er hat einige ganz markante Werte und Zahlen an die Wand geworfen. Er ließ aber keinen Zweifel daran, dass jeder Mensch einzigartig ist, kein „Normwesen“, ein Original. Er betonte es mehrmals. Dazu auch sein Ausspruch: „Der beste Arzt für sich selber sind sie selber. Sie spüren, sie merken, sie nehmen wahr. Und sie spüren auch intuitiv die Lösung, den Heilungsansatz.“ Und dann erklärte er kurz und bündig, wie es zu den Standards in der Medizin gekommen ist. „Die Standards sind in der Notfallmedizin bei Bewusstlosigkeit eingeführt worden. Wenn ein Mensch nicht mehr ansprechbar, nicht mehr kommunikationsfähig war, hat man auf die Standards wie Puls oder Blutdruck zurückgegriffen, um das Leben irgendwie einzuschätzen.“ Und er führte weiter aus, dass etwa 14 Billionen Zellen im Körper miteinander kommunizieren.  Dann erläuterte er, dass viel Wirklichkeit in den Zwischenräumen, also zwischen den Zellen passiert. „Stellen sie sich vor, sie sind die Zelle. Was alles noch zwischen ihnen hier im Raum ist, ist ja auch nicht nichts. Alles kommuniziert mit allem.“ Ich denke sofort an Papst Franziskus und an die Enzyklika Laudato si: „Alles ist mit allem verbunden.“ Und der Arzt betont nochmals: Standards sind gut bei Bewusstlosigkeit und wo keine Kommunikation stattfinden kann und sind ein Orientierung aus der Erfahrung heraus.

Es ist umgekehrt: Standards machen bewusstlos

Natürlich ist das ein „Bild“ für das Leben. Jesus hat vom Leib gesprochen, in dem alle Teile  zusammenwirken müssen, damit es dem Menschen gut geht. Das „Bild“ nahm er für das Reich Gottes. Vielfalt, Verschiedenheit, gute Kommunikation untereinander, Zusammengehörigkeit machen den Leib aus. Derzeit erleben wir allerdings den umgekehrten Weg. Mit Standards wird in allen Bereichen versucht, das Leben zu „gestalten“. In der Bildung denke ich an PISA und die Zentralmatura. Wenn Standards in der Medizin aus der Notfallmedizin bei Bewusstlosigkeit entstanden sind, dann schaffen Standards in der Bildung gerade Bewusstlosigkeit. Wenn Standards bei Versagen der Kommunikation in der Vielfalt der 14 Billionen Zellen mit ihren Zwischenräumen helfen, die Lebensfunktionen zu schützen, dann verhindern Standards in der Bildung gerade die Kommunikation in der Vielfalt des menschlichen Lebens. Standards haben bis zu einem gewissen Grad geholfen. Jetzt bekommen sie ein Eigenleben, setzen sich so wie der Mammon in der Wirtschaft in die Mitte allen Tuns. Zwei Männer reden neben mir von ihren Firmen und führen aus, dass die jungen Techniker „mit ihrem Laptop, den sie an die Maschine anstecken“, zwar die Abweichung vom Standard feststellen („Das Gerät hat nicht funktioniert.“), aber keine Idee haben, wie man das einfach repariert. Beide Männer waren frustriert von der „jungen ideenlosen Hilflosigkeit“. Mit Standards und den technischen Geräten wird die Kreativität und Eigeninitiative ausgetrieben. In Laudato si heißt es, daß wir vom technisch-technologischen Weltbild in das sozial-ökologisch-spirituelle Paradigma des Lebens wechseln sollen. Im ersten herrschen Standardisierung und im anderen Kommunikation in Vielfalt inklusive Zwischenräume. Hier entstehen die Kopien und dort kommunizieren Originale. Mehr denn je bin ich überzeugt: Vielfalt stärkt. Das stärkt ein hellwaches Bewusstsein.

Wir besuchen „Papst Franziskus“ im Kino. Ein Plakat vom Film sehen wir nicht. Wir sind gespannt, wie Wim Wenders „den Papst anlegt“. Schon nach ein paar Minuten ist uns klar, dass dieser Papst nicht „angelegt“ ist, sondern als Person in seinen theologischen und ganz praktischen Sichtweisen sein Amt füllt. Da kommen in keiner Minute irgendwelche hochgestochenen theologischen Konvolute daher, sondern immer in der Sprache der Menschen verständliche Anliegen. „Gut zuhören“ ist ihm ein besonderes Anliegen. Und „auf Augenhöhe“ mit den Menschen sein. Genau das schafft der Film.

Die Allerärmste ist die Welt

Ich werde hier den Film nicht nacherzählen. Geht nicht. Viele Stationen, die gezeigt werden, sind außerhalb Europas und immer am Rande. Dieser Papst ist dort daheim, wo andere Würdenträger nicht hingehen würden. So spüren wir im Film auch, dass er mit seiner Rede über die Krankheiten der Kurie in der Kurie selber argwöhnisch beobachtet wird und so selber im Innersten als „Randfigur“ gesehen wird. Berührend sein Aussagen, die er direkt in die Kamera und somit mit uns BesucherInnen teilt. Ich fühle mich direkt mitgenommen. Wenn er über Familie spricht, dann stellt er selber die für ihn zentrale Frage:  „Spielt ihr mit den Kindern?“. Und er faltet aus, dass wir Menschen Zeit brauchen, um nutzlose Zeit zu verbringen. „Wir leben am Gaspedal und das tut uns überhaupt nicht gut.“ Spielt, genießt die Welt, „die doch so schön ist“. Und dann die bohrend Frage: „Wer ist derzeit die aller Ärmste?“ – die Welt selber. Sie wird ausgebeutet, vergiftet und nur mehr für ökonomische Zwecke verbraucht. Hier zeigt der Film lange und einleuchtend sein „Vorbild“ nach Jesus: der hl. Franziskus. Es liegt an uns, diese Welt zu retten im Bewusstsein, dass wir im gemeinsamen Haus wohnen. Berührend auch die vielen Begegnungen. Tränen kommen mir, wie er mit Gefangenen spricht, Kranken die Hand auflegt, ihnen vorbehaltlos begegnet, ihnen Zuwendung, Liebe und Trost vermittelt. Er spricht das Sterben an, den persönlichen Tod. Und er lässt sich zu allen heißen Eisen fragen und gibt Antworten, die den Menschen aufrichten und nicht unter das Gesetz stellen. Der Film zeigt ihn als einen Mann des Wortes, der unmittelbaren Compassion und der eindeutigen Perspektive auf diese Welt: Es ist der vorbehaltlose Dienst an den Geringsten. Lächeln und Humor sind für ihn ganz wichtig. Ich kann nur ermutigen. Geht ins Kino.

 

Lesestoff gibt es genug. Zeit zum Lesen ist eher rar. Heute ist das Publik-Forum EXTRA mit dem Thema „Wandlungen“ dran. Schmetterlinge in Pink, ist ein Artikel, der aber nichts mit dem heutigen Rücktritt des sehr lebendigen und leidenschaftlichen Matthias Strolz zu tun hat. „Mittendrin im Wandel“ schildert die drei Ebenen, wie sich der Wandel ankündigt, sich den Weg sucht: die Ebene des Widerstandes (1), die Ebene der nüchternen Analyse der Fehlentwicklungen und der Alternativen (2) und die Ebene des Paradigmenwechsels von der „mechanischen Zahnrad-Welt“ zu einem organischen Ganzen  (3). Dabei denke ich an LaudatoSi, obwohl es nicht ausdrücklich da steht. Diese Ebene ist die kraftvollste, weil sie überraschende Wendungen bringen kann wie den Atomausstieg Deutschlands entlang von überraschenden Einsichten. Grundparadigma ist die Transformation von der Raupe zum Schmetterling mit den „Imago-Zellen“. Spannend. Das passiert nicht geplant, sondern überall zugleich, auch wenn wir sie nicht sehen können, die Inseln der „Zukunftsmodelle“. Das Neue kann nicht mehr gefressen werden, sondern schließt sich eben zum neuen „Programm“ (Schmetterling) zusammen. Und mir fällt der Film „Zeit für Utopien“ ein, der gerade in den guten Kinos läuft. Das Neue ist unter uns, auch wenn es zugeschüttet und nicht „erzählt“ werde will und darf.

Und was tun Social Media da?

In einem Gespräch mit der Medienethikerin Johanna Haberer stellt sich sehr bald heraus: Die neuen Medien bringen keine Reflexion, sondern Reflexe hervor. Wir sind durchschaut. Und ob wir wieder zurück zur Natur sollen? „Ja, und weg von diesem Kommunikations-Hopping.“ Ich denke: Unsere und meine Offline-Zeiten sind am Pfad in die Zukunft angesiedelt. Abschalten. Virtuelle und reale Welt kennen keinen Unterschied mehr. Mithilfe der „kleinen Geräte“ verbinden sich die Welten, „aber die Leiblichkeit und die Sinnlichkeit leiden darunter“. Die früher unmöglich geglaubte Bilokation ist heute Alltag: Sie sitzen beim Essen und schnabulieren die sinnentleertesten Videos oder WhatsApp-Unterhaltungen. Ich esse ohne Handy und deshalb kann ich das oft sehen. „Die Frage nach den Folgen stellen wir uns nicht. Es gibt diese unschlagbare Evidenz des Nutzens, der diese Technologie gibt. Hildegard von Bingen wusste allerdings schon: Die Engel fliegen in Spiralen, der Teufel immer geradeaus. Der schnelle Weg des Pragmatismus führt eben nicht immer zum Himmel.“ Diese Dinger sind „teuflisch“, weil so geradeaus in den alltäglichen Nutzen.  Augustinus hat die Ursünden beschrieben, darunter die allerschlimmste, die „acedia“, die Gleichgültigkeit, die Faulheit, die Bequemlichkeit, die „Wurschtigkeit“.

Der aufgeklärte Mensch ist in Gefahr

Deshalb sagt Haberer: „Der digitale Wandel bedroht den aufgeklärten Menschen.“ Er hat ihn noch nicht gefressen, aber er bedroht ihn. Es ist etwas zu tun gegen diese „Vernutzung des Menschen“, die in der Aufklärung abgestellt wurde. Alles ist verrechnet, das System weiß mehr über mich als ich selber und es gibt nichts Intransparenteres als die gesammelten Information dieser Netzwerke. Alles liegt offen und doch sind die Zusammenhänge, die Algorithmen absolut verborgen. Was sollten wir lernen? Einen alltagstauglichen Umgang mit dieser Technologie, die auf unsere Liebe, auf unsere Freunde, auf das ganze Leben abzielt, auf unseren Geist. „Wir müssen lernen, wegzulassen.“ Das heißt gerade auch für Kinder, eine Lebensnavigation mit diesen Technologien zu lernen, ohne größeren Schaden zu nehmen. Und wenn Schaden entsteht, heißt es ihn ungeschminkt benennen. Aus meiner Sicht: Bei sogenannten Laptop-Klassen kann man den Schaden schon ausmachen. Aber es gibt schon Protest: Die Datenschutzverordnung ist die richtige Richtung, Facebook wird verlassen oder bewusster genutzt, Offline-Region und -Zeiten entstehen, die Natur wird wieder entdeckt und die Acedia wird als die Verführerin erkannt, gesehen, gemieden. Die Bequemlichkeit führt zwar gerade aus. Aber: Die Engel ziehen Spiralen und nur der Teufel fliegt geradeaus. Wer Ohren hat, der höre. Und wer Hände hat, der lege immer öfter weg.

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