Lieber Bruder Heribert

Das Telefon läutet. „Wo bist du gerade?“, fragt mich meine Schwägerin Christine. „Mit dem Haustorschlüssel sperre ich gerade daheim die Haustüre auf. Wieso?“ Ihre Stimme war anders, aber irgendwie doch gefasst: „Ich muss euch etwas sagen. Heribert ist heute vormittags ganz plötzlich auf der Schipiste umgefallen – – – und verstorben.“ Mein Atmen setzt aus. Ich ringe nach Luft. Heribert ist mein jüngerer Bruder. Mein Blick geht am Ahornbaum entlang nach oben in den Himmel. Unmöglich. Er war doch so voller Energie und Tatendrang. Ein Pionier in allen Gassen. Kein gesundheitliches Anzeichen in diese Richtung. „Ich bitte euch, sagt es Mama. Sie soll es nicht über Telefon erfahren.“ Wir reden noch miteinander, soweit man in dieser Situation überhaupt reden kann. Viel mehr Schweigen und ein gedankliches und spirituelles Zusammengehen. Ich lege auf, umarme meine Frau Gerlinde, halten uns lange fest und weinen los.

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Intensiv_Zeiten am FRIEDENSWEG in Slowenien und am LECHWEG in Tirol

Mit Weltanschauen sind wir dem „lebendigen Gemeinsamen“ auf der Spur. Die tiefste Sehnsucht jedes Menschen ist, lebendig zu bleiben. Die Erfahrung sagt: Gemeinsam gehen macht lebendig. Organisationen, Firmen, Gemeinschaften, Gruppen und soziale Lebewesen sind dann anziehend, wenn sie als lebendig erlebt werden. Lebendigkeit hat mit Begegnungen, mit Kreativität, mit Natur, mit Überraschungen, mit Neugier und sicherlich mit gemeinsam erlebter Inspiration zu tun. Ein äußeres und inneres Wachsen auf das Wesentliche hin kreiert das nachhaltig gute Leben für jede und jeden und mit allen. Niemand darf verloren gehen.

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Wann haben sie sich Gott nahe gefühlt

Die Antwort ist ganz ruhig gekommen: „Jedes Mal, wenn ich in die Kirche gehe, wenn ich einen Mitchristen treffe oder wenn ich helfe.“ Die Frage wurde bei der Einvernahme „meines“ Asylwerbers vor dem Bundesverwaltungsgericht in Linz von der jungen, fairen und sachlichen Richterin gestellt. Wann haben sie sich Gott nahe gefühlt?

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Jahreskarte des OÖ Verkehrsverbundes ist ein Fragmenthaufen

Zuerst wollte ich der neuen Infrastrukturministerin Eleonore Gewessler einen Ermutigungsbrief mit Situationsbeschreibung aus Oberösterreich schreiben. Ermutigung und Warnung sollten nahe beieinander liegen. So etwa habe ich ihn mir vorgestellt gehabt:

Liebe Frau Gewessler!

Ich bin eine begeisterter Öffi-Fahrer. Das nicht von Geburt an, sondern im Rahmen meiner Wienzeit dazu geworden. Ein Spätberufener, wie man sagt.

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Die post-digitale Zeit sucht das ausbalancierte Leben

„Willkommen im post-digitalen Zeitalter. Soziale Medien stecken in der Krise.“ Der 26-jährige Zukunftsforscher Tristan Horx  aus der bekannten Zukunftsforscherfamilie verbreitet diese Aussagen im Brennpunkt der Sonntagskrone von heute. Das Hinterfragen von Internet-Monopolen wie Google, Apple oder Facebook geht in die Korrekturschleife. Ausgang offen. Die Suche nach dem Real-digitalen hat längst begonnen. Ein Wandel, eine Transformation ist im Gange. Der Mensch sieht Tag für Tag den Diebstahl seiner Zeit und Wahrnehmung durch diese „smarten Verführer und Alleskönner“. Ein geplanter Blick auf die Uhr und schon versinken die meisten  in der Weite des Internets. Ich nicht ausgenommen.

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Zum Friseur gehen

Es ist ein besonderer Luxus, eine besondere Lebensqualität. Im Bergdorf haben wir keinen Friseur, dafür im drei Kilometer entfernten Nachbarort zwei. Wir bewegen uns im mittleren Mühlviertel. Gestern bin ich daher zum Friseur gegangen. Zu Fuß hin und zu Fuß zurück. Mir ist klar: Wenn ich das schreibe, werden mich die autofokussierten Mitbürgerinnen und -bürger für verrückt erklären. Ich habe es genoßen. Hinübergehen und herübergehen, wie wir sagen. Der Haarschnitt und das feine Gespräch mit Eva nebenbei. Es ging dabei um das Schloss Wildberg und seine Wiederbelebung. Schöne Beobachtungen und erste Schritte dahin. Mein Haar wurde kürzer und meine Neugierde größer.

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Du bist Prophet, König, Priester!

Jeder Mensch möchte mitmachen, mitgestalten, mitmischen und genauso mittragen, mitverantworten. Wer teilnimmt am Ganzen und unkomplizierten Zugang zum Gemeinsamen hat, wird seinen oder ihren sinnvollen Beitrag dazustellen, leisten, beisteuern, wird Verantwortung übernehmen.

Der tiefe Impuls zum Handeln steckt in uns selber. Als Christen und Christinnen sind wir auf diese innere Dynamik, diese Berufung von innen her getauft. In der Taufe liegt die Wirkmacht Gottes durch, in und mit uns neu begründet. Deshalb eine Ermutigung: „Habt Mut und geht voran. Wirkt in sozialen Feldern, in gottesdienstlichen Gefilden, in öffentlichen Räumen und stiftet gemeinschaftliche Bande, ermöglicht bedingungslose Zugehörigkeit, Zusammenhalt, Solidarität. Wirken wir mit an einer neuen ‚Verbündung‘ der Menschen im offen und weiten Geiste Jesu.“

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Gute Mischung aus Selbstfindungsseminar, Ehekurs und Reisetour

Foto: OÖN / VOLKER WEIHBOLD christkindl vortrag

„Das war eine gute Mischung aus Ehekurs, Selbstfindungsseminar und Reisetour“, befand ein Besucher aus der ersten Reihe über meinen Vortrag im OÖNachrichten-Forum in Linz (OÖN-Bericht). Ich erzählte von meinen und unseren Erlebnissen und Erfahrungen mit Bildern über den „Benediktweg contrario nach Assisi“. Contrario: Etwas verkehrt angehen ist nie verkehrt, sondern bei allen damit verbundenen Herausforderungen bereichernd. Das Gehen ist mittlerweile eine große Sehnsucht der Menschen geworden. Und genau darin durfte ich in den letzten 15 Jahren durch meine Weitgehen-Touren  viele persönliche Erfahrungen sammeln.

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